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Die Gegenwart · 1869-01-01 · 1 (1.1.1869) · p. Seite 9

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
1 (1.1.1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 9 (sequence 15)
Language
German
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9 Beilage zur „Gegenwart" -kro- Drämmmk^u^weürrdings^hmzügesü^dkr Unterricht in den Propheten. Der Besuch dieser Anstalt ist sehr zahlreich. Die Ausnqhme in ditselbe ersorden keine Schwierigkeit, indem jeder der fich meldet, ausgrnommen wird. Dir zweite «bthrilung betrifft den 1. Thalmudunterricht, sür diesen sind 2 Docenten. l) Herr Klrmperrr der eine Schülerzahl von 6— 6 hak, und Herr vr. Stein der den Unterricht unentgeltlich erthcilt. (Daö Wort „unentgeltlich" taif hier nicht im eigentnchcn Sinne de« Worte« geuommen werden, re dezicht sich bloß aus den Gehalt, denn die Remuneration beträgt laut Präliminare für 69 100 fl.) Derselbe hat 10—12 Hörer. Die 8. Abtheilung, den Hetzern Thalmüd- Uuterricht betreffend, wird vom Herrn Rabbiner Juda Trwelcv geleitet, welche eine Schülerzahl von 22 am Anfänge besaß. Es sind mehrere abgcgangen, von den iidrixen besuchen nur einige den Unterricht, manche komme» vorbereitet zum Schiur und andere wieder nicht. Drei von diesen sind fleißige Hörer, diese wurden mir auch genannt von dem betrcffendkn Herrn. Die 4. und letzte Abthcilung hat den Zweck den Unterricht in den Gymnafialgraenständen zu fördeni. Die Zahl der Schüler war ursprünglich 7, dieselbe reduzirl sich bis heute aus 4. Bon diesen 4 werden nach Aussage der Lehrer 2 die Maturitätsprüsung machen. (?) Der 3. wird soweit hergestellt, daß cr ans der 6. Klaffe wird Prüfung machen können und der 4. ist sehr zweifelhast. Da aber unS noch l« Monate zu Gebote sirhen, so läfft sich noch etwas leiftcn. Im lateinischen Unterrichte sind 2 gut. Mit -dem Griechischen aber geht «S gar nicht. Mit der Literatur wird e« sich machen, indem Herr Heller die Zeit dazu benutzt, die Schüler mit der klaffischcn Sprache bekannt zu machen. Auch hatte er jüngsten« ihnen die Handlung in der Antigone auSeinandcrgesetzt, und cimge Stellen au« Sophokles hervorgehobcn. Wa« da« Präliminare betrifft, glaube ich daran nichts zu ändern, bi« wir Ausschluß von der hohen Regierung erhalten werden. Da« ist alle«, wa« ich über diese Angelegenheit mitzutheilen habe. Der diesbezügliche Antrag lautet: Die Thalmudthoraschule ist in dem Zustande, indem sie sich gegenwärtig befindet bi« Ende deS Jahres 1869. (AuSgang de« TrienmumS) zu delaffen. vr. Gitschin. Welches ist da« Nationale dieser 4 Schüler? Pros. vr. Wessel y. -l oder 2 (?) sind Prager, die andern sind glaube ich (ganz gewiß) Ungarn, vr. Gitschin. Smd .wir an da« Teiennium durch einen Beschluß gebunden? Prof. vr. Wessely. Da« wohl nicht. Man hat aber den Versuch ans drei Jahre gemacht. Es handelt sich hier nicht um die Zahl, sondern lediglich darum, daß ein Institut geschaffen werde, wo man sich nicht begnügt mit Thalmodthora allein, sondern wo auch zur Vervollkommnnng Gymnasialgegenstände gelehrt werten, vr. Gitschin. Wa« da« Realgymnasium betrifft, bin ich sür die Auflistung derselben; denn wenn vr. Weffely sagt, daß 14 Monate genügen die Herren gehörig sruözubilden, so wird diese Zeit auch genüge», .um daniit fich dieselben durch eigene Mittel ihre Ausbildung verschaffen. Ich beantrage daher, daß beide Herren Heller und Sangselder bi« zun, Schluffe de« Monates Mai 1869 gekündigt werden, vr. Wiener ist mit dem KommiffionSanr trage einverstanden und glaubt, daß dicjenig.ii. die im Institut sind, ihre MaturilätSprüsungen wirklich adligen sollen und stellt den Antrag, daß dir Kommission aufgefordert werde, bi« Ende Mai ihre weiteren Anträge über die Modificationen de« Znstitutes zu stellen. Dieser Antrag als Amendement znm KommiffionSantrage wird mit demselben nach erfolgter Abstimmung angenommen. Daü Gesuch de» Borstande« der Beerdigungöbrüderschast um Genehmigung der Mehrausgabe für unvorhergesehene, dringende Reparaturen und Anschaffung von Requisiten von 570 st. wird zur Kenntniß genommen. Ein weiterer BerhandlnngSgcgenfiand betrifft die Berathung de« PräliminarS der Thal mudlhoraschult von »9. Referent Fcigcl verliest daS Präliminare: Ausgaben. Micthe für Schul-Lo kalitäten .... 250 Beheiz, u. Beleucht. 200 Freitische.250 Bersch. Reparaturen 100 Subvention de« Vr Stein für das zu druckende HilfSbuch beim T. T. Un «errichte . . . .100 — ,, i Lehrer Donat . . . 300 fl. — kr. Dessen RemuncrationlOO „ — (>m Borjahrc 50 st.) Lehrer Klcmpercr . . 152 „ 88 Rabb. Juda Tcwelce3'0 „ — Seligm. Heller. . 600 ,. — (im Borjahre 400 fl.) Vr. Langseldec. . . 300 „ — (im Borjahre 150 fl.) Vr. Stein, Remuu. 100 „ — Hausm. Schnürdrcher 50 „ — Die Gcsammti usgaben betragen 2602 st. 68 kr, ö. W. E i n n a h ni c n. Interessen von napitalien > Jahr.-Beitr. d.Gem.-Mitg. 450 fl. (Stammkapit. > Legate . . .200 „ u. laufende Baarsch.»6S fl. 60 kr. j Spenden.. . 400 „ Die Gesammt Einnahmen betragen 1419 st. 60 kr. Eö ergibt sich somit ein Deficit von 1388 fl. 28 kr. vr. Wiener stellt den Antrag in die Post Legate statt 200, 1000 fl. eiiiznstelleii. Da Herr Leopold Pollak einen Betrag von 1000 fl. gespendet hat, von 100 fl. an Gebühren abgehen. Redner begründet dadurch seinen Antrag, daß e« im Sinne des Erblaffer« liegt, da« Institut aus eine höhere Stufe zu erheben; somit soll da» ganze Deficit durch diesen Betrag gedeckt werden. Fei gl. Die Kommission stellt nun den Antrag von 1883, b88 fl. au« ihrer eigenen Baarschaft zu bestreiten, und 800 fl. in« Prä liminarr einzustrllen, al« zu deckende« Defizit. In Bezug aus die 1000 p. stelle ich den Antrag daß 600 st. in di« lausende Baarschaft und 400 fl. zum Fonde zugeschlagen werden sollen. Ä« ergibt fich sodann, wenn man statt 200 in die Rubrik Legate 600 fl. einstrllt, ein Deficit von 983 fl. Da aber 581 fl. son der Kaffabaarschast bestritten werden, so bleibt al« zu resultirendr«, Defizit 400 fl. Al« letzter Bei HandlungSgegenstand gelangt da« Präliminare der Lultnsgemeinde zur Debatte, (welche« wir in der nächsten Nummer sperificireu werden. D 91.) V* (Auszeichnung) Unser VandSmann und Glaubensgenosse Herr A. M. Pollak Zündwaarenfabrikant hat von Sr. Majestät dem Kaiser v. besten eich das Ritterkreuz de« eisernen Kronenordens 3. Klasse taxfrei erhalten. *** Der Betrag für die Cultussteuerumlagc pro 1*69 belauft sich auf 143-11 fl. 6 also um 9'r«» fl. Xf>V4 mehr als im vorigen Jahre. *„* ((Sitnofnm) Herr Sigmund Beer Disponent im Dormitzer'schen Geschäfte wurde von der Repräsentanz in die Steucrkommission ernannt. *** Sc. Cxccllcnz Graf Karl i5hotek, gewesener Oberst« burggraf des Königreiches Böhmen, de'x sich um die böhmischen Juden sehr verdient, und durch Gründung der Josefstüdter Kleinkindcrbewahranstalt ein Denkmal im Herzen der Israeliten erworben hat, ist am 2S. v. M. im .<» ^ebenSjahrc in Wie» gestorben. *** Wie alljährlich so haben auch Heuer die Mitglieder der böhmischen Bürgcrrcssource bei dem von ihnen veranstalteten Weihnachtsscste der Humanität dadurch Rechnung getragen, daß sic arme Kinder ohne Unterschied der Rationalität, ohne Unterschied der Konfession bekleidet und anderweitig beschenkt haben. Die böhmische Bürgcrressonrce hat das Bcrdienst anderen Vereinen mit edlem Bei spiele vorangegangen zu sein, so daß heuer demselben daS deutsche Casino in Prag und das deutsche Casino am.Smi« chov folgten und bei der Bcrthcilung von Kleidungsstücken auch auf israelitische Kinder Rücksicht genommen wurden. *** Itcber eine seltsame Weih nacht ssei er lässt sich daö prager Abendblatt berichten, daß der durkh seinen Wohlthätigkeitssinn bekannte Stadtverordnete David Z. gerade den Christabend zu einer Küstcasahrt in dem ungeheueren Qccan des menschlichen Elends für geeignet hielt. In ein längeres und Breiteres ergeht sich der Rotitzler bis er mit Cinem Male in die Stube eines noch vor Kurzem rüstigen jetzt vom Schlage gerührten Ziegeldeckers einen stattlichen Christbaum, einen vollen Bicrkrug und eine Schüssel mit fischen hingezaiibcrt sah. — Schon längst .Überzeugt NN" hpin Wabltbäti steitssinnr. unserer-Mae, genossen, nehmen wir gerne Akt von jeder humanen Handlung, doch sei uns die Frage vergönnt, ob denn das durch seinen Wohlthätigkeitssinn bekannte Stadtverordneten- und israel. Repräsentanzmitglied David Z. jc schon eine Küstenfahrt in dem Qccane des ClcndS feiner Glaubensgenossen unternouiincn hat, um zu rekognoSciren, ob Holz und Kohle, Brod und Fleisch am Sabbath im Hause ist; denn es genügt nicht allein mit dem Gelde des Gemeinde« säckelö Gutes zu thun, man müsse, wenn cS die Mittel erlauben, auch in die eigene Tasche greifen und dann erst die Ausübung einer guten That nicht zur Rcclame für sich benützen, um der Welt den Bierkrug und die Schüssel mit Fischen zu vergegenwärtigen. *** (Wie weit GcschüftScifcr geht.) Der früher als Handelsmann gegenwärtig als ZcitungStelegrafist thätigc Herr Simon Korcf, hat wie wir ans bester Quelle erfahren, cinem hiesigen-neu krcirtcn klerikalen Blatte, seine Rolitzlcrschaft angctragcn; selbstverständlich wurde diese aus leicht crllärlichen Gründen ausgefchlagen. *** Der Redakteur der früher in Prag nachher in Brünn erschienenen israelitischen Zeitschrift „Abendland" setzte in der letzten Rnmmcr desselben die Abonnenten in Kenntnis, daß sie zu erscheinen aufgehört. Auswärtiges.. Wien. vr. I. Goldenthal ordentlicher Professor der orientalischen Sprachen an der k. k. Universität ist am 27t

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