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Die Gegenwart · 1868-12-01 · 25 (1.12.1868) · p. Seite 270

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
25 (1.12.1868)
Date
1868-12-01
Page
Seite 270 (sequence 8)
Language
German
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270 sagt, daß 446 fl. darum in die laufende Rechnung zu stellen sind, weil sich dadurch da« richtige Defizit ergibt. Ist da» nicht der Fall, dann kann man ja au« der Bilanz da» richtige Defizit nicht entnehmen, dann scheint mir aber auch, daß dir Bilanz au« der lausenden Rechnung (allein) nicht aber mit Znhilfcnabme der alten Bilanz;» ziehen ist, denn sobald die Kassabaarschaft kein besondere» Konto hat, gebörl sie in die lausenden Einnahmen. Ich bestehe daher daraus, daß die Rechnung nach dieser Richinng«form>l zu ändern ist. Zweiten» wurde Aufklärung verlangt, warum der Vorschuß von 500 fl. nicht in die Ausgaben eingrsteUl wurde. Nachdem die Entgegnung sich dabin ansspricht, daß in dieirr Form, nähmlich die Vorschriften im „Debit* Ausgaben in „Kredit* einzustrllen, die Rechnungen in dem Borjahrevon der Repräsentanz genehmigt wurden, bemerkt Referent Fslqendr«: ES geht nicht an, daß die geleisteten Borschüsse al« bleibende Linnahinspost in» Präliminare rinzustellen find: weil die Thalmudthorakommisiion an die Genehmigung der R präientv»» g e b u n d e n ist. Jh wiederhole nun meinen Antrag, daß 500 fl. insolange al« Passivpost ausgenommen werden sollen, bi» die Kommission nicht die gehörige Bewilligung von der Reprä'knranz erwirkt hat. Auf die Frage de» Herrn vr. TedeSco, ob der präliminierte Betrag in voller Summe erhoben worden sei oder nicht, erwiederl vr. Raudnitz, nachdem sich au« Einsicht in da« Präliminare ergab, daß 560 fl. piäliminirl und nur 500 fl. erhoben wurden. In diesem Falle können, da da» Präliminare noch nicht überschritten ist, diese Schwierigkeiten dadurch rasch behoben werden, daß der Obmann der Kommission gegenwärtig von der ganzen Versammlung die Bewilligung einholt. Frankl, fflmn der Kassier von diesem Vereine 500 fl. erhält, konnte dieß nur mit Bewilligung de« Präses geschehen. Folglich ist die Sache gerechtfertigt. Dr. Raudnitz. Da« ist eben so, wie wenn ich sagen wiirde: Nachdem der Kasiier derCreditanstalt eine Anweisung eihält, mir einen Vorschuß von 500 fl. auSzufolgm, und die Kasia es wirklich ausbezahlt, bin ich folglich der Kreditanstalt nicht« schuldig. Auch in unserem Falle müssen daher die 500 fl. solange al« Passivpost eingetragen bleiben al« die Abschreibung durch Bewilligung der Repräsentanz noch nicht erfolgt ist. Da« Deficit ist ein bei weitem größere«. Ich weiß nicht, trotzdem ich die Rechnung genau studiert habe, wie viel e« beträgt, denn ich war nicht so glücklich, au« der Rechnung da« Deficit zu erkennen, nur so viel kann ich konstatiren, daß e« 500fl bei weitem übersteigt. Die Debatte ist geschlossen, und der Antrag, die 500 fl. als Passivpost einzuskellen, wird angenommtn, Redner fährt fort: Bezüglich de« Deficit« erhielten wir folgende Aufklärung: Die Ausgaben pro 67 betrugen 2423 fl. 34 kr. Die Einnahmen 1473 fl. 80 kr. und die Handkassa 446 fl. 78 kr. Hier fehlt eine Einnahmspost die nicht in die laufende Rechnung gehört, nähmlich die Fondesvrrmehrung um 100 fl. die ganze Summe der Einnahmen würde somit 1020 fl. 67 kr. betragen, mit Zuschlag der 500 fl. E« bleibt daher ein Deficit von 502 fl. 67 kr. Stach Abzug de« Vorschüsse« erübrigen bloß 2 fl. 67 kr. Vergleicht man nun den Kaffastand vom 1. Jänrr 67 (6876 fl. 68 kr.) mit dem vom 1. Jänner 68, (6527 fl. 23 kr.) so ergibt sich rin Unterschied von SIS fl. 45 kr. und rechnet man den Vorschuß pro 500 fl. dazu, so bleibt alö abzuzahlendc Schuld die Summe von 849 fl. 45 kr. Nehmen wir die Fondesvermehrung zum Deficit von 349 fl. 45 kr. dazu, so erhalten wir 449 fl 45 kr welche» Deficit au« der laufenden Rechnung ich mir nicht erklären kann. Fei gl. E« uimmt mich Wunder, bei dem geistreichen vr. Raudnitz so lang« nicht herauSzukommen, ich bin e« leicht. Redner meint, daß bei Sehvriger Berechnung und Zuichlagung der 100 fl. zum Fände man da« )eficil von S4S fl. 45 kr. erhält. Schwab ist der Ansicht, wenn man da» Deficit von 349 fl. 45 kr. mit der nicht eingestellten Summe von 446 fl. 78 kr. vergleicht, so ergibt sich ein Unterschied von 95 fl. 33 kr. Zieht man a»un die in die lausenden Einnahmen unrichtigerweise eingestellten 100 fl. zum Fonde, so würde sich rin Deficit von etwa 400 fl. Herausstellen. Die 500 fl. müßten jedoch al« regelmäßige Einnahme eingestellt, nachträglich von der Repräsentanz bewilligt werden. Mein Antrag geht nun dahin, fährt Redner fort, daß bestimmt werden muß, wir groß da« Vermögen sein muß, und dir« kann dann al« Anhaltspunkt der Repr. dienen, wa« sie zu bewilligen hat. (angenommen) Die Debatte wird nach einigen wiederholten Andeutungen geschlossen. Der Antrag de« vr.-Raudnitz auf Ausscheidung der 446 fl. 78 kr. au« der Bilanz wird angenom. vr Raudnitz (sonfahrend) Die Aufklärung über da« Deficit bei den Freitischen wird un« dadurch gegeben, daß in früheren Jahren di« Anzahl der Schüler 10—12 war, von denen der dritte Theil die Wohlthat der Freitische in Anspruch nahm, während im folgenden Jahre sich aber wahrscheinlich von besonderem Ruse unserer Thalmudthoroschulr angezogr» 22 Schüler meldeten, von denen die «ine Hälfte ko glücklich war, mit 1'ectionen nicht überhäuft zu werden, daher muhten die Freikarten vermehrt werden. Für Freitische war präliminirt 100 sl., verausgabt wurden aber 335 fl. 10 kr., da« Sfache von dem, was präliminirt wurde. Ich glaube, daß r» zweckmäßig gewesen wäre, wenn man bereit« sah, daß da« Präliminare werde überschritten werden müssen, sogleich an di« Repräsentanz heranzutretrn, und um Bewilligung eine« böheren Betrage« anzukuche«, nichts aber nach 2 Jahren plötzlich aukzutreten: „Wir haben da« Präliminare überschritten.* Ich überlasse Ihnen meine Herren: Ich für meine Person kann einen Antrag auf Aneickennuna und Genehmiauna der Rechnung nicht begründen. Fei gl. Unser Kassier (Leopold Pick) ist rin Mann, der nicht« au«-!;ibt wa« unuölbig ist. Ich g aube dem Manne wmn er sagt: So und o viel haben wir gebraucht, und man kannte« ihm glauben. Ich stelle daher den Antrag» die Rechnung nachträglich zu genehmigen. Prof. vr. Wessel» meint, daß man jetzt besser und strenger mit der Berthrilung «.9* umgehe. Rach der Bemerkung einiger Herren ergreift vr. Raudnitz da« Schlußwort: Ich mnß Ihnen meine Hteren bemerken, daß die« für mich keine Entschuldigung ,st, wenn man sagt,>, jst «n treuer Kassier. Ich habe ja nicht gesagt, daß jemand für flch hj, Freitische in Anspruch mmntu Es ist nun etwa« z» freigiebig dan.it umgegangen worden. Die Person de« Kassier« kömmt hier gar nicht in Betracht. E» geht nicht an. wenn man sagt: Der Kassier kümmert flch nicht darum, wie viel präliminirt worden ist, er gibt au«, und wa« er auigegeben, kömmt in die Rechnung, und das kann die löbliche Repräsentant, genehmigen. Ich muß bitten meine Herren, wenn da« bei den einzelnen Aommissionen geschieht, die präliminirte Summe um da« Sfache zu übersteigen, wohin kommen wir dann mit un«? Dmn stehen wir eine« schönen Tage« da, und die präliminirte Gesammt Summe wird um da« Sfache überstiegen sein, weil ohne uns zu fragen jede Commission °da« Sfache überstiegen bat; selbstverständlich wird sich dann niemand, nachdem da« Geld auSgegebkn wurde, dafür al« hastend erklären. Ich erkläre daher, diese Ausgabe nachträglich anzuerkennen, mit der Bemerkung, daß in Zukunft für jede Überschreitung de« Präliminare«, die sich al« nothwendig Herausstellen würde, die Genehmigung der Repräsentanz zu erlangen ist. (angenommen) Die anderen Punkte der Rechnung der Rubrik für inventarische Requisiten wo nicht« präliminirt und 142 fl. ausgegeben wurden, wird dadurch entschuldigt, daß durch Miethnng eine« neuen Locale« auch unvorhergesehene Ausgaben und Requisiten gemacht werden mußten, (vr. Raudnitz ist nicht einverstanden) Auch die Rubrik „Diverst" wobei 40 fl. präliminirt und 169 fl. verausgabt wurden (mehr als da« 4fache) wird nachträglich genehmigt. (WaS bleibt dann übrig?) Nach einigen kleinen Bemerkungen worum die Erledigung eines Realschüler-Gesuches um Befreiung de« Religionsunterrichtsgeldes sich handelt, wird die Sitzung um ’/, I Uhr geschlossen. V Auszeichnung. Se. Maj. der Kaiser hat den Herren Fabrikanten Leopold Porges Edlen von Portheim und Handelskammer-Beisitzer Markus Kaufmann jedem das Ritterkreuz des Franz - Josef - Ordens, dem Herrn Meä vr. Jakob Grab in Hlubokep das goldene Verdienstkreu; mit der Krone verliehen. V Przibram in Kuttenberg. Vom k. k. Oberlandesgerichte zu Prag wurde Herr J. U. Dr. Otto Przibram (Sohn des allgemein geachteten Herrn Mod. Dr. Emanuel Przibram) zum Gerichtsadjunkten für das KrciSgericht in Kuttenberg ernannt. Herr Przibram ist als der erste Jude in dieser Stellung zu verzeichnen und freut uns diese Ernennung doppelt, da der neue Beamte, für einen Ort designirt wurde, wo ein Jude noch vor 20 Jahren nicht übernachten durfte. %* Samstag den 21. November um 10 Uhr B. M. fand im polytechnischen Landesinstitute die Vertheilung der Anerkennungsschreiben an die ausgezeichnetsten Hörer des verflossenen Studienjahres statt, auf Grundlage welcher den unbemittelten noch weiter studirenden Hörern Geldunterstützungen bis 200 fl. im Gesammtbetrage won 2000 fl. zugewiesen werden. Unter den Prämiirteu findet sich auch der Jsraelite Herr Max Löbel aus Lichtenstadt. *** In der vorigen Nummer dieser Blätter haben wir mit Nachdruck auf den geringen Gehalt des Lehrers an dem israel. Knabenwaisenhause hingewiesen; wie wir nun vernehmen, wurde betteffenden Orts die Erhöhung des Gehaltes von 30ss fl. auf 400 fl. erhöht, welcher Vorgang nur pflichtgemäß erscheinen muß. H. Dr. Breier verbleibt sonach wieder in seiner Stellung. Auswärtiges. Wien. CWablbesvrcchuna der isr. CultuSgemeinde'). Den 22. v. M. fand im Saale der Handels Akademie eine Wahlversammlung der hies. isr. Cultusgemeinde statt. Gemeinderath Pollak widmete dem Andenken des dahingeschiedenen Bürgermeister« Zelinka einen warmen Nachruf. Der Vorsitzende theilt hierauf mit, daß das Vorstandsmitglied Moritz R. v. Goldschmidt aus Gesundheitsrücksichten seine Stelle niedergelegt, jedoch versprochen habe, nach wie vor im' Interefle der Gemeinde zu wirken, sonst 6 Vorstandsmitglieder zu wählen sind. Die ausscheidenden Vorsteher haben sich zur Annahme einer Wiederwahl bereit erklärt. Nachdem das Wahlkomite (Pollak Engel, und Neustadt) mit der ferner« Leitung der Wahlangrlegenheiten bettaut, und Herrn Moritz R. v. Goldschmidt für sein Wirken im Interesse der Gemeinde die Annerkennung votirt wurde, ttat dessen Sohn ^^^^^^^^^^^^^Fortsttzun^k^el^eilagr.

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