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Die Gegenwart · 1868-12-01 · 25 (1.12.1868) · p. Seite 268

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
25 (1.12.1868)
Date
1868-12-01
Page
Seite 268 (sequence 6)
Language
German
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268 auch die Begründung meiner Meinung eben nur au? diesen Wahrheiten holen. Daß Wotf, der Urquell alles Segen-, den Segen und den Fluch in seiner starken Hand hält, diesen Segen od׳r Fluch auf die Erde nach seinem unerforschlichen Rathschlusse und immer in (Gerechtigkeit herabsendct, wird außer dem Atheisten Rirmand in Abrede stellen. Da- Thicrreich hat Gott nach dessen Schöpfung gesegnet; die ersten Menscheu, nachdem er sie ins Leben gerufen, hat er mit dem Segen bedacht, jeder der Patriarchen ist besonders von ihm des Segens gewürdigt worden, aber auch den Fluch hat er über das Erdreich ausgesprochen, als. der erste Mensch die erste Sünde begangen hatte. Es ist jedoch die Frage: wenn Gott des Segens und des Fluches Schlüssel in seiner Hand hält, ob Menschen dieses Prärogativ sich zucigncn dürfen, können, ob aus ihr Segens- oder Flncheswort etwas zu geden sei? Nicht, daß ich meine, daß jeder von irgend einem Menschen ausgesprochene Segen oder Fluch in Erfüllung gehen müsse, ich meine nur, ob cs mit der Vernunft im Einklänge stehe, zu glauben, daß, wenn hervorragende wahr- Haft goticssüchtige Männer oder eine hervorragende Gcsammtheit sich bewogen fühlen, segnend oder fluchend sich auszusprechen, dies eine Wirkung haben könne, daß es von der Gottheit gleichsam acceptirt werde. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich unbedingt behaupte: ja; Gott hat den Priestern anfgrtragrn, das Volk zu segnen und ausdrücklich hinzugcfügt: ״ ואני אברכםund ich werde sie segnen." den Lewsten hat. er befohlen, ans dein Berge Gcrisim den Segen, auf dem Berge Ebal den Fluch über das Volk auSzusprcchen; Bileam hatte den Auftrag Israel zu segnen und nicht zn fluchen. Wir entnehmen daraus, daß Gott seinen Anserwähltcn eine gewisse Vollmacht zu segnen oder zu fluchen crtheilt hat. Wenn dies in des Menschen Mund unter keiner Bedingung eine Wirkung hätte: warum ist das Kind, das Vatcr und Mutter flucht, der Todesstrafe verfallen? warum das Verbot, den Tauben;11 fluchen V Weshalb Hütte Gott Vater Abraham versichert: ich werde segnen, die dich segnen, und die dich fluchen werde ich fluchen, wenn der von Menscheu gesprochene Segen oder Fluch ganz bedeutungslos wäre'? lind in der That haben sich auch die Segnungen der Patriarchen, die sic ihren Söhnen crthcilten, bewahrheitet: .ebenso finden wir r.nch, daß die Flüche, in Erfüllung gcgangen sind: Iosnas Fluch übrrTdeiisciiigen^ der" Jericho unsbauen wird, hat sich buchstäblich erfüllt; Jothams Fluch über Sichen! ist in Erfüllung gegangen. Davids Fluch hat sich an Ioab belhätigt und Elisas Fluch sowohl über die ihn verspottenden Knaben als über seinen Diener Gechasi hat sich ebenfalls bewahrheitet. Wenn aber Gott anserwählte» Männern die Machtvollkommenheit für Segen und Fluch eitheilt hat; wenn die Bibel in ihrem geschichtlichen Thcilc uns erzählt, daß Segen n»d Fluch hervorragender Männer sich bewährt haben: so ist cs durchaus nicht im Widerspruche mit der Vernniist a» die wirkende Kraft desselben zu glauben. Zur Behauptung meiner Ansicht richte ich noch Ihre Ausmerlsamkeit ans eine» bekannte» wichtigen Beweis vom Dasein Gottes, den wir ganz logisch auch hier anwendcn können. Dieser lautet in der Kürze: Die Geschichte lehrt, daß alle Menschen an einen Gott glauben; ein Glaube aber, der allgemein verbreitet ist, kann nicht irrig sei», wcldin Irrihnm ans subjeeliven Verhältnissen entsteht, die ja nicht allgemein sind; ist aber der allgemeine Glaube au Gott nicht irrig, so ist Gott. Machen wir nun die Anwcndüng ans uiisern Gegenstand, so wird sich ebenfalls ein solches Resultat ergeben. Von den ältesten Zeiten an bis auf die unscrige. unter allen Menschenklassen, in allen Religionsbekenntnissen, hat der Glaube an die wirkende Kraft des von hervorragenden Männern ausgesprochenen Segens oder Fluches platzgegriffen; Esau hat seinen Bruder tödtlich gehasst wegen des Vaters Segen; Balak, ein König, hatte Bileam weither komme» lassen, um Israel zu fluchen; kein Familienvater würde heute noch mit vollem Verstände sein Haupt zum Sterben niederlegen ohne segnend von seinen Kindern Abschied zu nehmen; des Vaters Fluch würde heute noch jedes Kindes Herz nicdersch n.ttern; Jeder ist erfreut, wemerr einen Segen, Jeder' empört, wen» er einen Fluch über sich aussprechen hört. Dieser Glaube muß demnach ein allgemeiner sein; ist-er aber allgemein, so ist er nicht irrig. Wenn demnach von heroorragendcn s^iä'inern über Juden, die Ichweinzucht halten, ein Fluch ausgesprochen ist, so ist dieser wohl zu beherzigen und nicht als Chimäre zu halten. So viel nach Ihrer Meinung, daß Schweinzucht nur verpönt sei wegen des darauf lastenden Flaches; diese Meinung ist jedoch eine irrige. Ei» Geschäft daraus zu machen ist .אסור רן הודח־ der Fluch bezieht sich selbst auf solches Gebühren, das bei andern דבריס מראים erlaubt wäre, wie למשיח בהן עודדת s. 2*2 תו׳ כ״ק siche מ׳ ייד ק״יו 0. Lengbfelder. Ralibiner. ♦ Journalistik. (Noch eiinal Herr I)r. S ch u s e l k a.) Abermals bringt die ״Reform" zwei Blattscitcn voll der Vertheidigung gegen unsere Beschwerden und zwar hat diese Vertheidigung die Form eines Briefes an Hrn. vr. K—;(?) in Prag. Den abermals gegen uns erhobenen Vorwurf -der Verläumdung haben wir bereits in unserer letzten Nummer wicdcrlegt und als Verläumdung zurückgcwicscn, ebenso den der persvnlichen Gehässigkeit. Es ist nicht unsere Schuld, wiedcrho- ־" len wir, daß Hrn. SchusclkaS Worte jetzt so oft eines Commentars bedürfen, und daß dieser Comm.'ntar so ziemlich ganz anders sagt als die commentirten Worte. So gibt Hr. vr. Schuselka seinem oft wiederholten Rathe die jüd. Journalisten mögen sich von der Besprechung kirchlicher Angelegenheit fern halten, jetzt die Bedeutung, sic mögen zuerst nach dem Sprüchworte: ״Ein jeder kehre vor seiner Thüre!" auf Abschaffung des Veralteten, Abgelebten im Jndcnthume hinwirken. Nun wohl I dieses Hinwirken ist Sache der spezifisch jüd. Blätter, welche auch jahraus jahrein sich damit bcschäftigen. Mit christlicher Kirchcnreform hat sich aber kaum ein jüd. Wtcrat beschäftigt; und wir würden die Ersten sein eigen Brauch der christlichen Kirche in mißachtender Weise besprechen würde. Allein gegen die Ncbcrmacht der Klerikalen, die doch Hr. vr. Schuselka nicht mit der Kirche identifiziren wird, und deren unberechtigten Eingriffe in staatliche Angelegcnhciten anzukümpfen, ist das Recht, sogar die Pflicht jedes Patrioten ohne Unterschied der Abstammung und der Confession, und liegt auch speziell im Interesse der Juden, die unter klerikalen Regierungen nicht wenig gelitten haben.^Lie!) Die wiener freien p ä d a g o g i s ch e n B l ä t t c r Nr. 34. S. 567 machen Reklame für da? lächerliche Projekt eines Moses-Denkmals. — Hiezu macht der Pädagog Herr B. Foges aus Prag folgende Randglosse: ES unterliegt keinein Zweifel, daß viele seichte Kopfe, aus Verehrung für den unübertroffenen und unübertrefflichen GottcSmann, auf eine glorifizircnde Herabwürdigung desselben eingehen werden, uncingedcnk dessen: daß Präses sein eigenes Denkmal ist und ei» MoseS, der eines Denkmals bedarf, eben — kein Moses ist. Czkin in Böhmen am 9. KiSlew 5628.(0.- K.) In Ihrem geschützten Blatte vom 15. dieses Monats Nr. 24 habe tch eine vom H. Rabbiner Lengsfelder cröff« nete Polemik, gelesen, — welche die vom Oberrabbiner Fassel' eigenmächtig aufgehobene talmudischc Verordnung, bezüglich der jüdischen Ehe mit einem Safek Mamser zum Gegenstände hat. Ich überlasse die Kritik über davon H. Raob. Fasse! gefällte Urtheil vielmehr W in Kritik geübten a

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