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Die Gegenwart · 1868-12-01 · 25 (1.12.1868) · p. Seite 266

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
25 (1.12.1868)
Date
1868-12-01
Page
Seite 266 (sequence 4)
Language
German
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266 Gemeindegelder geschlagen, die Mitglieder - der Commission solidarisch verantwortlich gemacht hätte; denn wer es für gut findet, statt in seine eigene Tasche, in den Beutel eines Andern zu greifen, um WohlthateN zu erzeigen, der ist auch wero jure verpflichtet, den Schaden, der aus diesem Irrthumc entstanden, zu ersetzen. Geschieht dieß nicht, so ist die so oft zur Geltung gebrachte, barocke Ansicht wohlhabende Männer in die Repräsentanz oder Commissionen zu wählen, nicht gerechtfertigt, denn cs ist oft zu deutlich bewiesen, daß diese Männer nur das Geld für sich und für keinen An dcrn haben. ._ .. , Cs wurde, so cntniinmt man der Debatte der letzten Sitzung, auf die wir aufmerksam machen, das dreifache für Freitische verausgabt, als präliminirt wurde, und das dreifache ]»Ins mit der doppelten Anzahl der Spciscgaste entschuldigt; nun da bei manchem Unglücke zuweilen auch Glück vorhanden ist, muß der Forschung und der ergiebigen Borjahrs-Ernte in Ungarn gedankt werden, daß nicht anstatt der 22 hnngcrigcn Schüler ein ganzes Contingent solcher | von Gastrimargic Gequälter sich relrutircn ließ. Cingcdenk jener kommunal historischen Sitzung vom l. März 1808, in weicher die Commission der T. T. Schule grade zur selben Stunde als ein Lehrer an diesem Institute wegen Bcrbrcitnng atheistischer Grundsätze hätte verdient in . Untersuchung gezogen nnd entlassen zu werden 200 Gulden ' Gehaltserhöhung angctragen hat, die trotz Abschluß des Budgct bewilligt wurden, kann und darf es nicht Wunder nehmcu, wenn die Commission in ihrer Licbäugclci mit der Repräsentanz schon friiher dieselbe nicht um die Erlaubnis j angegangen, ob sic f>oo ft. mehr ausgcbcn darf, oder nicht. 1 Wir wurden zu jener Zelt für unfern guten Willen, die 1 Commission auf ein Krebsttbcl aufmerksam gemacht zu haden, in der öffentlichen Sitzung nahezu mit Jnvcktiven überhäuft und hclitc erhebt sich in derselben Bcrsammlung eine Stimme, d,c mit kitzelndem Humor wohl rügt und beweist, aber nicht Hilst und verbessert. Die Witze des Referenten sind gelungen, und die bloße Moral aus ihnen gezogen, kautet: Ein Wolf thnt dem andern RichtS. Mit den Witzen und der Moral allein werden freilich die Zustände, nicht -besser nnd die Cultnsstcuern nicht geringer, aber die Begriffe werden klarer, die man von einem Institute erhält, dessen Commission den Muth besitzt, ein Deficit ins Scene »u setzen und divcrsi und Inventar von Requisiten mit 07 zu besifferü nachdem für dieselben 40~fl. präli׳ minirt wurden. Zu den mannigfachen Erklärungen, die wir! schon abgegeben haben, müssen wir noch die hinznfügcn, daß, wenn wir einen derartigen Diätfehlcr begangen hätten, wie die Talmud Thora - Commission, wir uns für unmöglich drklarirt und den Abschluß unserer Thütigkeit durch ein grabcsflilles Abtretcn inaugurirt Hütten. Da jedoch in Manchem das Cigeninteressc arbeitet nnd der Chrgcitz im Ge- Hirn wirbelt, so muß es, wenn auch Alles aus Rand und Band gerathen sollte, beim Alten bleiben nnd jede noch so gerechte Stimme unberücksichtigt bleiben. Wir haben das unserigc gelhan, die Commission t h u c das ihrige. lieber Selbstmord. Bon Dr. A. Naber. Rabbiner und Prediger. Jeder Mensch muß sich selbst-mls Zweck betrachten und behandeln, wenn er auch audere als Zwecke betrachten und behandeln, und einen moralischen Urheber und Regierer der Welt anerkennen, und dieser Erkenntniß zufolge, den Bcrhälmsscn zu demsclbcu gemäß, gesinnt sein und handeln soll. “אם א־ן אני לי מי לי" Bin ich nicht für mich, wer denn? Ohne Voraussetzung der Sclbstpftichtcn, würde es auch keine Religiouspflichten geben, der letzte Grund aller Verpflichtung : muß in jedem selbst sein, Pflichten gegen sich sind Gesiünun- I gen und Handlungen, welche die Bestandtheile und Gründe ’ der Selbstvollkommenheit und Zufriedenheit ausmachen, und darum als Zweck der Bernunft notwendig sind. Um diesen Zweck vollkommen zu erreiche», muß der feste Wille vor- , Händen sein, d. h. die Einwirkung der psychischen auf die motorischen Ganglien muß eine ungetrübte reine sein. Der Grundsatz, der das Kennzeichen dieser Pflichten bestimmt, und den Umfang derselben vollständig airgibt, ist in folgen» der Formel enthalten: ״Beweise durch deine Denk- und Handlungsart, daß du kein blos sinnliches ünk> irdisches, sondern hauptsächlich ein vernünftig freies und perfcktibles Wesen hist. ״ קדושים תהי* בי קדוש .אני!7' אלהיכםStrebet nach Heiligkeit, denn heilig bin ich Gott euer Herr." Das Streben nach Vollkommenheit ist die Aufgabe des Mensche» Es glaube Ricmand, sagt Mäimonidcs, ililcbath Ketub^ö» 5. Die Vollkomukenhcit des Menschen hänge ab von oer Einwirkung Gottes, jeder Mensch kann fromm wie Jkoses und schlecht wie Ierobeam werden. הכל נירי שמים חוץ מיראת ״ .שמיםAlles liegt in der Vorherbestimmung'Gottes, m<° Frömmigkcit nicht. (Nida 16.6) הכל צפוי ודרש*ת נתעה Die^orschung wacht über Alles, und dem Menschen ist die freie Wahl zu handeln, überlassen. (Aboth 3. 15.). Do um, daß die Vorsehung über Alles wacht, triumphire der.reche Bösewicht nicht, und spucke seinen Geifer dem Himml nicht ins Antlitz. Er wähne nicht seine ruchlose Thatcn habe die gütige Vorsehung, welche sic geschehen ließ, da>um schon gebilligt, habe darum die Sonnenstrahlen in j<״eS Gemach dringen lassen, um bequemer seinen Mord verrichten zu können, nein, freie Wahl zu handeln ist dr überlassen, dein ist der Trieb, und dein die That. הבא לטהר מסעיין לו דכא לטמא פיתחין לו. Der sich zu reinigen au-geht. wird unterstützt, aber auch dem nach Laster Haschend׳" werden die Wege geöffnet. Zwischen uns und Got liegt zwar ein unendlicher Abstand in der Bollkomm-'hcit, der wir ewig gleichzn-; kommen streben, aber nickL ein unendlicher Abstand in der; Ratur. Wir stehen miß'lst unserer Seele Gott näher, als; ־ nuferem eigenen Körper. Regnum Dei intra vos est sind ן ihm ähnlicher als -eklen Geschöpfen. Darum heißt eS 1 in der Schöpfungs/schichtc: נעשה אדם בצלמינו בהמותינו Lasset uns einen Menschen mache», nach unserem Bilde und Gleichnisse; d. h. mit Erkcnntniß begabt wie wir, die Wahrheit liebend und fähig sie zu besitzen wie wir. darum crbuuet nur derjenige A8ott^ der-sich selbstkennt, seines Ur-- sprungs sich gleichsam erinnert und bewusst wird. Zu dieser Erkcnntniß aber kann der Mensch nur dann gelangen, wenn er sein Gemüth darnach eingerichtet hat. da selbes den Sammclvlatz aller psychischen Gefühle und Stimmungen ist. Der Talmud erkennet den Menschen als eine kleine Welt (Kopmosi Wer nur einen Menschen zu Grunde richtet, ist so viel, als hätte er eine ganze Welt zu Grunde gerichtet (Laubuckriu 37 a ß. Batra 11 a) Der Mensch ist demnach der Selbstzweck. Dieser Grundsatz in eine unverbrüchliche Maxime verwandelt, macht die Selbstachtung und die moralische Liebe gegen sich selbst aus. Durch diese werden die Ansprüche ja Sinnlichkeit den Forderungen der mora« lischcn Vcrinuft entweder untergeordnet oder aufgeopfert. Die Trirbfcd/ alles tugendhaften Verhaltens gegen sich muß also die. Ach»»g und Liebe seiner scldst sein. Durch sie soll der Mensch ffebeu ein vollkommener Me isch im Ganzen zu sein, also volllonmcn an Leib und Seele, weise und klug beim Erwerbe und Gebrauche der äußern Dinge רבי אמר איזו דיא דרך ישרה שיכור לו האדם כל שהיא תפארת לע־שה ו/פארת לו מן דאדם. Rawi sagte: Welches ist der rechte Weg den sich der Mensch.^wählen soll? derjenige, der ihn in seinen eigenen Augen cchcbt, und ihn bei de» Leuten in Hochachtung setzt (Aboth£1. 1.) Die menschliche Seele kann ohne Körper und ohne gttc Beschaffenheit desselben, weder die theoretische noch die wrcktischc Wirksamkeit ihrer Bernunft hienieden hinlänglich /)l'Gnimen äußern. In der Kindheit ist der Körper schiv eh. da- Gehirn, die Rcrvrn, die Knochen sind weich, all/Theile sind noch nnausgcbildet und roh; die Seele ist i : .

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