Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- I (1868)
- Issue
- 25 (1.12.1868)
- Date
- 1868-12-01
- Page
- Seite 264 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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264 r geeignet die erhobcne Gottheit obzuspeiken, und die Traditionen der H.Lrhrr über das Bt cd zuwei sen, verakbtet. James Rothschild hat es, trotzdem er von dem Kelche irdischer Genüsse nie bis zur Rcigr schlürfen getonnt, verstanden, sein Her; bedrängten Wittwen und verlassenen Waisen, den leidenden wie den Gesunkene», dem schwachen Alter, wie der lern bedürftigen Jugend zu weihe», und seine Gott erfüllte Brust dem Vatcr, der über uns wacht, zu erschließen. So wie dir vielen v. R. gegründeten WohlthätigkeitSanstalten, Synagogenbauten, Spitaler, die in der Welt wie hohe federn des Libanon hcrrorragr», wahre Denkmäler gegründet im Herzen der Mensche» sind, so bleibt das Andenken an sein thatrnreichc- Leben, das er immer Gott geweiht, ein unvergängliches M'onnmcnt im großen Iudenthui.':-'. Der Verewigte hat bewiesen, daß der Baron den Ilidcn nicht zu verdrängen im Stande ist, und daß er das wahre Adclsdiploni in seinem Herzen trug. Aber gleich seinem Leben, das wie Gold durchwirkt war von Lentsecligkeit gegen Niedrige, von Mitleid gegen Unglückliche. von Anerkennung gegen große Geister in der Kunst und Wissenschaft, gleich seinen Grundsätze», von eiserner Konsequenz getragen, die stets nur ans das Gute und E le gerichtet waren, zeichneten sich die letzten Anordnungen des Verklärten ans, unter denen die einfache nach echt jüdischem Ritus arrangirte Bestattung der Reiche jedenfalls rin charakteristisches Merkmal seiner Anschauungrn über die irdischen Anstände war. In der simplcstcn Weise ohne alles Gepränge, schritt das einfache Traucrgc spann, nicht geziert mit Wazpenbildern, nngeschmüekt mit den glänzenden OideuSzeichrn, deren Zahl keine andere jüdische Brust je grschrnückl, voran, unter dem Geleite einer wogenden Menschenmenge; baar aller extravagirendcr Eercnionie wni de die in bescheidener Brcttcrwano cingesargtc Reiche, in die stille Gruft hinabgescnkt, so daß es schien, als wollte die lautlose Stille bedeuten: Die Verschiedenen sind nicht verschieden. Wirklich »nd iuinier. Ihr fragt, >00? *'mi der dichtende» Mimft. — (Sine solche .Ouekle der Berjungung rieselt ans einem berüch. tigtcn Institute immer „Heller nud cs taucht aus ihr eine Sirene hervor, die in deutsch lautmännischer Weise durch deklamatorische Klänge zu verlocken sucht, oin Strahlenglanze der^LeMIichter „schillerte" der poetische emann, der seine Geißel über rhalia's Jü». ger und Fnngerinnen schivingt, auf dem Henw.rgsplatze, wo er deS Ortes wegen den Pegasus zum Stehen brachte. Gleich stieg er herab vom geflügelten Dichterpferd, betrat d>'s Podium im einfachen Cockns, stemmte als .'.eichen der Berachtnng, den rechte» ftii* an einen!ali»ud.Folianten, ergriff das rauschende, planschende Papier und sesiprologisirle den Abend, der de» Manen des groben Dich. terS geiveilit, ohne des DeneiiS an der Thalmud-r Hora-Schule zu gedenken, daü von der (5oiiiiuiffioti zu Grabe getragen wurde. So setzte er sich mit ausp ologilirter Kehle an de» festlich und eßlich geschmmklenDii'ch »nd nachdem er den Toast auf die Allianz zwischen Apol-'o nnd Merkili' ansgebracht und im leiste mit der erfreuenden Euterpe, mit der lieblichen Erato und der himmlischen Urania alnvechselnd tokeltirte, ergriff er einen reformirten Saftbrate», der hellenistisch zubereitet ivar. Kanin hatte er die Götterspeise genossen, so ffaud er da in voller Kraft mit wallenden Locken und sprach l om Orokel will ich ihnen verkünden, wie köstlich es mir genniudet. Der gaoze Borgang wird zur Reelaine benutzt, um den wandernden Abasverus wieder in's berede zu bringen. glaube nicht zu fehlen, wenn ich denselben, so er uns verloren gebt, nicht re-, klamire. ebenso wenig als ich bei Erhöhung der Enltussteucr dieß thlin wnrde l denn Er zahlt und zahlt, bis er schier schwitzt, Und >vi» nicht rektainire» Weil's Reklamiren ihm nichts nützt, Witt er sich nicht blainirr». U. Ein interessantes Streiflicht. Wir haben-in Nr. 24 dieser Blätter in einem „eine moderne Ilzdenstcucr" betitelten Artickel an die löbliche Repräsentanz der prager isr. CultuS - Gemeinde die Interpellation gerichtet, sich selbst über ihre Leistungen zur Rechenschaft zu ziehen und haben in gerechter Würdigung derselben leider nur eine einzige bezeichnen können, die sich merkwürdiger Weise in der Errichtung der Talmud Thora- Schule konccntrirt. Obschon wir derselben so oft das Wort gesprochen und in Anbetracht ihrer Verwahrlosung ans deren Tendenz und Wcrthlosigkcit hingcwiest» haben, ohne uns um die Krämpfe zu kümmern, von denen die nach Unsterblichkeit ringenden „ehrcnwcrthcn Männer" befallen wurden, welche in feuerspeienden Eorrespondenzen . in anderen Blättern ihre Zuflucht suchten, um so durch die schmählichsten Wortcssenzen unsere Offensive in gewissem Grade abzuschwächen, sind wir dennoch mit gutem Gewissen und im Vollgefühle der Wahrheit desto muthigcr ins Feuer gegangen. trotzend den Pfeilen, die von juridischer und philosophischer Seite um unser Haupt geflogen. Nicht ohne Grund wurde zu oft darauf der Ton gelegt, daß die Talmud-Thora- Schulc nicht nur der Tendenz nicht entspreche, sondern eher als ein Lchrcrversorgungöhauü nnd Alumnat für ungarische Bachnrim aufgefasst werden müsse. Haben wir doch diese Auffassung dadurch begründet, indem wir mehr als zu viel erklärten, daß die Schüler dieses Institutes keine Talmud- Thora - Schüler, vielmehr gut versorgte Gymnasiasten sind, deren unsystematisches, ungeregeltes Studium der CultuS - Gemeinte ein enormes Geld kostet, trotzdem der Staat in dieser Richtung durch große Lehranstalten und weit intensivere Lehrkräfte als sie das T. T. Institut besitzt, für die Jugend gesorgt hat! lieber den mcritorischcn oder vielmehr nicht mcritorischcn Theil dieser Anstalt ist man schon im Klaren, so wie man sich der großen Leistungen bald bewusst wird, die die Commission dieses vortrefflichen Iusti- Aus dem Harem. (Fortsetzung.) Betäubt von dem was er gehört, war Arßcl der Ohnmacht nahe. Er kehrte in "seinen Kaufladen "zurück und warf sich auf den Fußboden nieder, um sein armes Gehirn mit allen den Möglich, feiten aiizustrengen, die sich zur Rettung seiner beliebten bereit sinden könnten. Das Unglück, das ihn treffen sollte, war zu groß, als daß er hätte daran glauben mögen I „Unmöglich, unmöglich I rief er sich zu, Aziza sollte sterben muffen I Wo ist denn Jehova, der über uns wacht, daß er nicht dcil Frevler zermalmet, der Hand anzulege» wagt an dieses heilige Wesen I Gewiß will mir dieser treulose Eunuch blos eine Falle legen." Aber er erinnerte sich seines vergeblichen Wartens am vorj. gen Abend und räumte die grause Wirklichkeit immer mehr ein- Aziza muß sterbe» und bittet ihn um Hilfe l Die Liebe für ihn führte sie zum Lode und er sollte nicht Alles zu ihrer Rettung auf luvten? Das hieße zweimal ihren Tod verschulden! Schwarze Bilder um'lort.m seinen Geist imd warfen ihn endlich in einen Halbschlunnner. Schlaf »ährt den Körper, Schlaf stärkt dh^-Seele. Schlaf gießt neue Kraft in de» Leib, der sich der Ruhe crgiebt in friedlicher Trennung vom Geist. Wenn aber die Ruhe mit der Berzweistnng streitet um die Herrschaft der Rächt, dann ist Schlaf Folter und die Rächt eine endlose Pein. Arsiel hörte in seinen Träume» den Hilfeschrei Aziza's, die die Hände nach ihm ausstreckend, in den Wellen verschwand. Erschreckt schnellte er in die Höhe, wie um sie zu rette», nnd sank erschöpft in die Kissen zurück, um dem entsetzliche» Traumbild von Rcuem zu verfallen. Des andern Morgens raffte er sich auf, hier galt nicht Wehklagen »nd Jainmcrn, hier galt es Mannesmuth »nd List. AllcS Geld was er vorfand, steckte er zu sich. Bei einem Trödler kaufte er einen Schifferanzug und versah sich reichlich mit Mundvorrath und Wein, um bei der Ausführung seines Abentheuers nöthigen-. -a. . - --_:-j-.- -------