Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- I (1868)
- Issue
- 24 (22.10.1868)
- Date
- 1868-10-22
- Page
- Seite 260 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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260 i Locales. %* Sitzung der Prager EultuS- Gemeinde * Repräsentanz oiu 2.;. Oktober 186«. Urgiiin 1 Uhr Vormittags. Snrorfrnb dir Hrrrr»: Groig ftrigl, S. k. Frankel, Fischet, Dr. Gitschin, Aoppfimjun Vitben, B. VI. Cfrvfl, v. Pouhrim, I)r. ^iibrain, Dr. Raubniv. S. Singer, Schwad, G. Schly, Dr. TedeSco, Dr. Wiener, M. V>. Wahle, D. Wappen. (Je waren foirit äkwesrnd die Herren: Ignatz Schlitz, Prof. Dr Wessely. Dr. Wiener führt de» Vorsitz, da Heir Dr. Tedesco ilm einen 4 wöcheullichen Urlaub ansucht, indem er durch Bernfogrschäste anderweitig gehindert ist, de» Voelitz wahrend dieser Zeit zu lenen, (dewilirgt) Ter erste Pui-kr trr T> geloidnnng delrifst die Verlosung der Petenten für die 3. Taußig' che Heiralestrstung. Der 2. Gegenstand betrifft die Rechnu»b d. Hvlzverihrilungeauslalt pro 1868. Referent Dr. Raudnih ipiicht sich für die Genehmigung der Rechnung und Bvtirung de« Danke« für dir Mühewaltung a» die Rechnungsführung au«, (angrnoinmrn.) E » weilcrer Punkt betrifft die Resignation der He». David Zappen, Dr. Pribiom, Narl Zupprit aus die Milgliedschaft de« Eomiiks zur Holzvrith ilungs-Alistalt. Jene des letzteren wird angenommen, da deriride nach Wien iibciftrbrlt. Die anderen Herren wer den ersucht im Romen der R,präirnla»z die Resignalioii auszuheben und ihre Wi>llomk>il foltzusetze». (Wird mit Dank angeiiominen.) Da« Gesuch der Dnitkivn de« Marienbader Spital« um Aussolaung de« präliminnrie» Ertrage« pr 10« fl. pro 68 wird bewilligt. Der letzte Gegenstand der Bei Handlung ist der Bericht, der au« Mi.gliedern der Rep, äst „tanz und der t! ecrdigungobrnder chasl bestehende» Commission behus« der Laxrnrrgiilieinng bei der BrrrdigungSb»>idrrschast und der Verwendung de» .riassaüberschnsse« vom Jahre 66. Referent Herr Gustav Schitz theill »ui, dost mch ringebender Äeratdung die «onnnissionSinajoliiät folgende Brichlüffe gefasst hat: 1) Bei fäinintlichen von der Brridigiingsdiüdirlchast einzuhebende» Gebühien hat für die Zelt vom l. Jänner bi« 31. Dezember >863 eine Eimäßigniig von 8/, einznlrelc». 2) Seilte in d>m nächste» 3ah>r von Jänner 61) angesanaen ein Desieit eintiete», so hat die Deckung keineswegs derart zu geschehe», dah eine Erhöhung der Gebühre», eirtriit, sonder» e« hat'dazu der mit Ende 1866 sich rrgeben habende Kassaübcrschuß im Beilage von 2863 fl. <•!! kr. s» lange al» er eben ausreichl, zu dienen. Dieier Antrag wild ohne weitere Diokusfio» zu in Beschlüsse e> Hoden und überniinini es der Poisitzrndr der ü eeidigniigsblüderschast zur Vornahme der rntlprrchendc» Modisikalione» der Gediihientarisü-Vlilstalken zu tressen. Schluß der Sitzung V«12 Uhr *** Sitzung der israelitischen Eultusgcnicinde Repräsentanz am 8. November 1868. Beginn der Sitzung ’/, 11 Uhr. Anwesend die Herren: Frankl, Feiges Dr. Gitfckin, Lieden, Oser«, Dr. Pribrai», Dr. Raudnitz, Singer, Dr. Tedesco, Dr. Wiener, Zappelt. E« waren sonach abivesend die Henri, : Fischet, o. Portheini, Schwab, G. Elbitz, I. Selaitz, Pros. Dr. Wessclv. Wahle. Raeb Vl.znodcirung der Pivtokvlle der Sitzungen vom 18. und 23. Oktober und nach einige» Minheilungen de« Vorsitzende» (Dr. Wiener) wird zur Tagesordnung geschritie». Der 1. Prograinmeplinkt betreffend die Anzeige der Atcmiuiffion d.S .Unabeuwaisenhai'st« von der Resignation de« 6>zi,hers Dr. Bleuer auf seine Stille wird ad acia gelegt. Der 2. Pioglaminepunkt wird insofern willfahrt, al« der pensionirle Rrchnuiigssnhier Lenmeiitz über Annag dr« Herrn Lieben eine außcrordeulllche Vlushilse pr fl. pro 6Ü eihält. Der 3. Punkt der Tagesordnung ist der Bericht dr« H>rin Feigrl über die von der k. k. Polizei Tirekiio» ve> langten Vingabe der Bciwendnng deS VeimögenS de« oufgeioften Peiein« Ncsiwath Ilacbnjiin. Herr Feige! al« Belicht erstatte, stellt den Vlmmg, daß da« Per mögen de« Vereine« (486 st.) dem Beienie Dir,«!» .lo^iliara ilbcrgeben iveide, welcher dafür zu svr gen hat, daß die in den Slaime» an «ge piochene» religiösen Funktionen pünkllich efleeln rl weiden. Dr. Gii'chi», al« Direk.or diese« Vereine« nnieistützt den Vl»:ra> und wird derselbe dnrch Abstimmung n»t Majo rität anglnoiiiin n. Ein weiterer Punkt hirifft den Vlnlrag de« He>rn Dr. Wiener a,i> Beri'iinng einer Reininierallon an den mit der Ordnung hr R gistratnr de ebäsligt gewesem» Stallhallcreibromtrn. Derselbe gebt ii, d.in Peainl.» noch fl. zu der bereiiS stüher erhaltenen 4o »I. als v.rdikiile Reinun,lat o» für irine Mühe zukommm zu laffeu. o-:g ouime» Das Ge:»ch der 2 Schää'ler um Bewilligung eine« Bibeiznngbeiila:es wiid zur >ut.s-tittf; geurnnne», gegen Bewilligung eines B.liagrs von >>> fl. Ta« Gnnch des M. B. wird erledigt mit Bewilligiiiig eines Betrage« va» 8 fl. '/.jährigen Zinebeitragcü. Die 4 Realschüieigesnche nni Viailisichl des Ret>gio»sunterrichl«geldk« wurde» zur Kennlinß genommen. Der l.^lmikt der TageSoidnung kann, da die staililrninäßige Anzahl von. eA^Miiglstderu nicht anwesend ist nicht nledigl weide». Schluss chcr Sitzung >2 Uhr. V Der ei ft vor Sliit jcm angestelltc Lehrer an dem hiesigen Knabenwaisenhause, Herr Dr. Breuer hat bei der isr. Euliusrrpräsentanz die Resignation cingcbracht. -*.* ‘TJc iühifAr Gemeindehidliotbek wurde vor drei Wochen der Benützung der T. T. Schule entzogen und geschlossen. Ursache hievon ist die Entwendung eines Buche-, der Verdacht soll aus einen der T. T. Schüler gefallen sein. — Schöne Gegend! V Wir werden von vielen Mitgliedern der Meiselsynagoge namentlich jenen, die sich durch Geschenke Verdienste um diese- Bethaus erworben haben, ersucht, auf daunpraktische Hinauf- und Hcrabrollen de- Vorhanges (nric) aufmerk-, sam zn machen, durch welches nicht nur der Seidenundh Sammctstoff leidet, sondern das Gold der Fäden förmlich zerbröckelt und die Ornamentenstickcrei mit der Zeit ganz unkenntlich gemacht wird. Trotzdem dieses muthwillige Zerstören kostbarer Spenden dem Prediger genannter Synagoge zur Kenntniß gebracht wurde, ist bisher für Abhilfe dieser gewaltsamen Ruinirung nicht gesorgt worden. Freiwillige mit großen Geldopscrn verbundene Geschenke, die den Zweck haben, das Gotteshaus zn verschönern und dem Geber gewissermaaßcn zu einem dauernden Zeichen seiner Op» ferwilligkeit zu dienen, verdienen in der That eine bessere Würdigung und der Einführung des frühern ZugsystemeS. Oder gehört das Ruiniren solcher Paramente zur Regelung des Gottesdienstes? *** Der f. k. RegimcntSarzt Dr. Sigmund Bernstein (Israelit) ein gcborncr Prager wurde zum Stabsarzt befördert. Denselben Rang bekleidet schon seit zwei Jahren Herr Dr. Weisel (Israelit) aus Prag. *** Herr Prediger [Di*. Adolf Hübsch früher in Prag gegenwärtig in New Jork hat, wie uns berichtet wird, seinen Beschluß den zweiten Feiertag zu annulliren, aus dem Grunde wieder aufgehoben, weil in Folge des BeschlnsfeS 60 Geincittdemitglieder ihren Austritt aus der Gemeinde Achawalh Chescd anmeldeten. Dieselben sollen zufällig der reichern Klasse angchörcn, was mit den Sporteln im Zusammenhangc steht. ■ U *'-*«. *** Es liegt uns der ^7. Jahresbericht des Vereines zur Unterstützung inittelloser Israel. Stndircndcr in Wien vor, demzufolge erhielten 16 Nabbinatskandidatcn 192 fl.65; vier Studirendc der Philosophie 41 fl; 142 Studirende der Medicin 2456 fl. 78; 18 Hörer der Rechte 284 fl. 72; 10 Techniker 142 fl. und 1 Schüler der Akademie der bildenden Künste ffc 85 zusammen 8129 fh- 50 die Einnah» men betrugen an Jahresbeiträge von 154 Mitgliedern 1988 fl, an VethauSspcndcn 536 fl. und besonderen Spenden 76 fl. zusanunen 2545 fl. der Stand deS FondvermögcnS ist in Baarem 6410 fl. *** Im Interesse der Herren Eantorcn und jener, die eS werden wollen, machen wir auf das vom Herrn D. Rubin Musikdirektor verfasste und bereiterschienene Werk anfmerksam, über daS in der nächsten Nummer dieser Blätter von einem anerkannten Fachmanne und Componisten rcfcrirt wird. *** Wer Musik liebt, den machen wir ganz besonders auf die Firma I. H. Heller in B c r n aufmerksam, welche Sviclwerke und Spieldosen, sowie die verschiedenartigsten Gegenstände mit Mnsik (letztere fast ausschließlich eigene Erfindung) in der größten Mannigfaltigkeit liefert. Wenn man die aufs reichhaltigste ausgestarteten Magazine besichtigt und eine Produktion der größeren Werke anhört, wie z. B. die g'oßcn Oi'diestrioüs und die elektrischen Klaviere, deren Spiel, sowie das Sprühen der electrischen Flammen, ans Unglaubliche grenzt, wird man unwillktthrllch von dem Wunsche beseelt, ebenfalls ein solches Merk zu besitzen. „Der Wein erfreut des M e n s ch r n Herz" aber die Spi'elwerkc von I. H. Heller nicht minder. Liebhabern der Mnsik können wir dieselbe um so mehr empfehlen, da der Ruf der Hcllcr'schen Spielwcrke sich nicht nur über ganz Europa, sondern bis in die fernsten Gegenden jenseits drr Meere erstreckt, ralhen aber zu direktem Bezug, da, wie wir vernommen haben, durch sogenannte Vermittler Fortsetzung in der Beilage.