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Die Gegenwart · 1868-09-24 · 21 (24.9.1868) · p. Seite 226

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
21 (24.9.1868)
Date
1868-09-24
Page
Seite 226 (sequence 6)
Language
German
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durch die Wiedererlangung der intcllcctucllen Anschauung des allein Wahren und Ewigen, der Ideen die Seele vom Irr« Ihumc zu heilen. ״Hätte man, sogt Schclling, den Begriff des HcidenthumcS nicht immer von der öffentlichen Religion abstrahirt, so würde man längst cingesehen haben, daß Heidenthum und Ehristenthum von jeher beisammen waren, und dieses aus jenem nur dadurch entstand, daß eS die Misterien öffentlich machte. Gegen diese Definition der Religion als die Unruhe des SuchrnS nach dem Absoluten erhebt sich aber jede positive Religion; denn sic bietet doch gerade im Glauben die rolle Ruhe der Seele und Gott erhält sie nicht I bloß in vor übergehender Erscheinung, sonder,! in beständiger Gegenwart vor Augen. Ferner ist die Religion allen zu- , gattglich, nicht bloß einigen AnScrtorcncn, welche die hohe i Gabe der intellcctnrllcn Anschauung besitzen, und verzichtet ' auf die hohe Würde der absoluten Philosophie, um sich wie der in sic aufzulöscn. Hegel ergriff den Grundgedanken j Echcllings, verließ dabei den Weg der bloßen Anschauung der Absoluten und begann das Absolute in logischen Gcdan- , kcn zu dcduciren. Die Philosophie ist auch ihm absolute Er- ׳ kenntniß der Absoluten, nur ist ihr Srgan nicht die Schcl- | lingischc intelleetncllc Anschauung, sondern die Dialektik. Die! Philosophie ist das absolute Sichwisscn Gottes im absoluten Wissen des Menschen von Gott. Dieser Begriffsbestimmung j der Philosophie gemäß kann die Religion und der Glaube! keine andere Stellung haben, als die einer untergeordneten > EntwickelungSstufe, über welche der menschliche Geist in dem Prozesse hinwcgschrcitct zur höchsten Form des absoluten! Wissens zur Philosophie. Auch bei Hegel soll sich also die j Religion im Aethcr der abstrattcn Yoflif verflüchtigen. Und 1 diese Unterdrückung aller Momente des sittlichen Bewusstseins! des Gefühles und Glaubens war aber der Punkt, welchen Schlcicrrnachcr mit der ganzen Macht seines philosophischen j Genius bekämpfte, nm das Gebiet der Theologie von dem j der Yogil und Philosophie überhaupt scharf abzngränzcn. j (Fortsetzung folgt.) können trotz schlecht erfundener Hirtenbriefe' und anderem Firlefanz unmöglich dazu beitragen, dieses Institut;11 Ehren zu bringen.. Und nun zu meinem Thema. Wie männiglich bekannt, ist von der Regierung ein Entwurf über ein neues Gesetz, betreffend die Schulaufsicht, den Landtagen vor» gelegt worden? In den 42 Paragrafen dieses ganzen Ela« börateS wird der Kreisrabbiner mit keiner Silbe bedacht. Die ganze Schulaufsicht besteht aus drei verschiedenen Körperschaftcn, welche da sind: 1. Der DrtSschulrath, 2. Der Bczirksschulrath, 3. Der LandcSschulrath. Nach $. 3. wird zur Wahrung und Wahrnehmung der rcligidsen Interessen der israelitischen Jugend der von der KnltuSgemcindc bestimmte Vertreter in den Drisschulrath cintrctcn. Dieser Drtsschulrath ist demnach sowohl für den administrativen, wie religiös-moralischen und didaktischen Theil der Schule compctent zn wachen. Nach 8 1'-' ad b dieses Entwurfes soll der Vertreter der israelitischen Religion in den Bezirksschulrath von den Vorstehern der KuktuSgemcinden des BezirkeS gewählt werden. Endlich kommt^mch §. 34 ad 5 ein Bekenner israelitischen Glaubens in den Lanoesschulrath. Die Schlußbeftimmung dieses Elaborates erklärt, daß, sobald dieses Gesetz in Vollzug tritt, auch die Schulgeschäfte aus der Gewalt der kirchlichen Dberbehörden an die vcrschicdenen Sektionen des Landes - Bezirks- und OrtSschulrathcs übergehen. Es bedarf wohl kaum einer Erwähnung mehr, daß mit dem Vollzüge dieses Gesetzes auch die Auf» sicht über den Religionsunterricht dem Schnlrathe zukommt, und es verstellt sich von selbst, daß auch der Kreisrabbintr aushört, die-Schule zn inspicicren. Db nun aber aus dieser Absence des KrciSrabbiners aus der jüdischen Schule irgendwem ein moralischer und materieller Nutzen oder Schaden erwächst, das hoffe ich so Goit will, in einem nächsten Artikcl zu erörtern. PH. Lederer. Locales. Pardubitz 20. September. (0.- Kr.) : *** Sitzung der Prager EultuS Gemeinde-Repräsen- Das K rci Srabbin a t n n ddas n e ue-Schu li tanz am 23.Scptcmbcr 186*. gcsctz. Wenn vom KreiSrabbinate in Böhmen irgendwie oder irgendwo die Rede ist, so erwartet jeder von vornherein — eine,Schmähung. Doch ist dies? fern von mir, einem Institute nahe zu treten, das zn betriteln ich mich nicht bcrusen, auch nicht gewachsen fühle. Auch handelt cs sich dabei nicht immer, ja selten um die Person des KrciSrabbiners als vielmehr um den ganzen hinein Organismus dieses In» stituteS, und letzteres ist in der Thal nicht geeignet, sich Simpalhien zu erwerben. Wer wollte cs lüugnen, daß wir unter unseren Krcisrabbinern .Kapazitäten eisten Ranges finden? Und finden sich nicht auch vorzügliche Redner unter ihnen? Aber sie sind Krcisrabbiner, ernannt ans oberster Machtvollkommenheit unter Einfluß der Gesetze von anno dazumal, versehen mit einer Instruktion aus den Zeiten des gelben FleckelS und das allein reicht hin cm להבאיש את בעיני רעם. Urbcrdicß kommt cs nicht selten vor, daß einer oder der andere dieser Herren anders handelt als ihr hoch heiliger Berns es erwarten ließe. Da und dort hört man laute Klagen darüber, daß mit dem Ertheilcn der בלה,? für שזהטים gar zu leichtfertig vorgegangcn wird; denn während der KiciSrabbiiier S. einen שיחם als vollkommen fähig er klärt, will der Yolalrabbincr G. mit seinem Rabbinaiseollcginn! denselben durchaus nicht als solchen anerkennen, weil ihm die ersten Anfangsgrttnde von ה^כית שהשר (abgesehen von בדיקה) abgrhrn 1t. s. w. In die Gemeinde P. kommt der ehrwürdige Herr auf seiner InspectionSrcise, findet den Lehrer tüchtig, vorzüglich cte. etc. warnt aber den Herrn Vorsteher der Gcmcindr, dem Lehrer L. ja kein AnstcllungS dckrct zu geben, denn sonst könnte dieser in oder aus der Kutte springen, man müsse solche Leute nur immer hübsch : Beginn ',12־ llhr Vormittags. Anwcscnd die Herren: Dr. Gitschin, K. Lieben, B. A. Osers, v. Port- 1 heim, Dr. Pribram, Schwab, Dr. TedeSco. Es waren somit abwesend: Georg Feigl, Fischet, S. ü. Frankel, Dr. Raudnitz, Ignatz Schütz, G. - Schitz, L. Singer, Dr. Wiener. Pros. Dr Wesselh, M. A. Wahle, T. Zappen. Nachdem das Protokoll vom i). August 1808 verlesen und geneh- , inigt wird, erbittet sich der Vorsitzende die Ermächtigniig für das Bureau , die cisordcrlichen Schritte cinz1!le!tc» bchuss der von der sel. Frau Elise . Herz legirtcn Sumnie von 1-.00» fl., bereu Zinsen laut deö Testanienwsilu ilatv 5. $unil.Mj8 zur Verthcilung au arme Verwandte der Stistcrin, in deren Ermanglung einem andern von der Präger Eultnsgcnieinde zu bestimmenden Wohllhäligkcits-Zwcckc zuzuweiide». Eö wird znni ü. Pnntre der Tageooidnung geschritten. Herr Oscrö als Berichterstaticr der Armeneonnn ssion beitet, da die im Budget präliminirie Snmmc zur Verköstigung der Loldaien Sträflinge und Eorrigenden, an dem Nc»jah>o »nd Versöhunugstage nichl anöreicht, nm einen Zuschuf; von 1-'0 fl. Boi sitzender. Die Siräslinge und Eorrigenden sind schon in den Vorjahren an beiden Tagen verköstigt worden. Es handelt sich somit nur darnin, ob die Soldaten im heurigen Jahre an dem Neujahrs- und Versöhnungst. verköstigt werden solle».(Am den Abenden desVcrsöhnvngStage» findet es stait.) Im v.J. hatte sich dieVersaniml. und zwar eme zahlreiche dahin ausgesprochen, die verlangte Summe anözufolgen, um es der Aliucneouiiliissivii zu übe,:affe», wie mit dem Geldc zu.handhaben, ob die Soldaten an den Neujahrstagen zu speisen sind oder nicht. Schwab findet den Vorgang für nicht eorrekl, einen Posten der ins Präliminar eingestellt, ohne Bewilligung zu erheben, ״nd meint, erst über die Verabsolgnng von den im Budget vorhandenen 150 fl. zu debaitiren. Vorsitzender. Prinzipiell ist die Verköstigung der Eorrigenden und Sträftingc sowie die der Soldaten an dem Neujahrs- und Verföh »ungStagk von der EultuSgemeindc bereits genehmigt worden, eö Handelt sich bloß darum ob die Soldaten an dem Neuj. ».Abenden de-Versohnungötagc gespeist werden sollen, darauf bezieht sich der Antrag. Aus die Frage de- Vorsitz״ warum im heurigen Jahre eine größere Summe

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