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Die Gegenwart · 1868-08-13 · 18 (13.8.1868) · p. Seite 196

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
18 (13.8.1868)
Date
1868-08-13
Page
Seite 196 (sequence 6)
Language
German
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196 ■% sie vertreten sollen, etwamehr, den auch hier anwendbaren Spruch »darum prüfe u. s. w. ins Auge fassen, dann würden w».. Xwcnigcr Enttäuschungen, aber auch weniger Lügner und henchlckische B . . . Profiten zur (Geltung kommen! Besagte Notitz machte daher trotz des Ernsts und des Traurigen derselben auf uns und Biele Andern nur eine komische Wirkung — denn wir wiederholen e-, so lange eS Chamälconcgibt, müssen wir auch auf Ehamäleonnaturen zählen. N. L. Locales. **•* Sitzung der Prager Eultns Gemeinde-Reprüfintan; am v. August. Beginn 7,11 Uhr Pormitwgs. Anwesend die Hlnen: Georg S^eigl, I)r. Gilichi», Vitbcn, V. A. Oser«, v. Portheii», Vr. Pridroin, Vr. Rantniitz, G. Schitz, Singer, vr. Teddeeo, M. A. Wahle, Vr. Wiener. Es waren sonach abwesend die Herren:S. &. Frankl, G. Fischl,, Ignatz Schütz, A. Schwab, P-of. vr. Wessely, Zapperl. Nachdem da« Protokoll vom 14. Juni verlese» nnd genehmiget wird, macht der Borsitzendc einige Miltheilungen. Borerst wird des Unterstütziingsgesuches Erwähnung gelha», welches die Trebitschrr Gemeinde, die du:ch eine» 57 Häulcr verheerenden Brand viel gelitten, an die pragcr Repräsenlanz gerichtet nach längerer Debatte und gegn'in deter Widerlegung all acta gelegt wurde; hieraus wird der Direktion des ifr. Hospitals zu Teplitz die alljährliche Subvention von 100 fl. bewilligt, mit dem Zusätze, das; auf eine Erhöhung derselben nicht eingegangrn werde» kan». Der sich aus dem Berichte des Hrn. Feigrl über den Brrkauf de» Theilhause« Nr. SH—5 ergebene Anboth demzufolge Hr. Sonuk 35«» fl. antrug, ,wi>d auf Antrag H. Wahles verwarft». Ferner wird das Gesuch der Talmud-Thora-Eommisswn um einen Vorschuß pr 3<>0 fl. da koo. fl. für die T. T. Schule peälim-.nn sind, bewillig«, das Gesuch deü Pcster Franenvcreins jedoch uni Abnahme von 5» t .rf Vooffii dir MädchenwaisenhanS - t'oltcrie dahin erledigt, dirstlben ei,is,weile» zurüitzubehalle», vielleicht ist die Aussicht vorhanden, sie adznsrtzen. Liebe n verliest nun rin Gesuch, in welchein Herr Rabbi»al»e.tlilar B. Bnnzl die Repr. um Berleitzung einer Bonifikation bittet, indem er sich daraus stützt, daß er die Geburt»- und Trauung«- malriken von den Jahren 1700 — 1820 und zum Thcil, letztere ganz in Ordnung gebracht hat. Lieden spricht sür den Petenten sehr warm, nnd beantragt für da« Ordnen der be»dew Matriken und für den -noch zu vollendenden Theil der GeburtSuialriken 15« fl. nnd zwar in Borhinein z» erthcilcn. Vr.Gitschin ist für die Ausfolgungde«Betrage« von l«n> fl. für die bereit« fertige Arbeit. Vr. Ltzicner ist der Ansicht, die Entscheidung sür da« künftige Budget zu lassen, da kein Beschluß vorliegt, ivrlcher dahin lautet, daß dieses Elaborat gemacht werde und da für diese Arbeit im Präliminare lein Betrag anogciepl lei. Oser« betont, daß e« Hr. Lieben dem H. Bunzel zur Pflicht gemacht, diese Arbeit auch ohne Entlohnung ausznsührrn, in Folge drsjrn cr beantragt, der Bittsteller wolle dem Gesuche um eine Remuneration eine andere Form geben. Vr. G its chin Gnade darf mit Belohnung nicht verwechselt werden und modisicirt seinen Antrag dahin, daß Bunzel anstatt IG» fl. nur 5,» fl. erhalte. Schitz findet die Arbeit nicht ganz »> Oidnnng; die Registerscir» »ichtslreng alsabrtisch geordnet. vr.Wiener stellt einen Bcrtag»»gea»liag. Lieben beartragl eine Gnadengabe vo» l>»> fl. l»r. Gitschin in nur sür 50 fl. sein Antrag wird angenommen. Weiter erstattet H. Liebe» Bericht über die Badeanstalt nnd tragt an, die Repr. wolle dem Badehälter H. Friedländer eine Subvr» tio» von 2«>0 fl. ntheilen, welcher Antrag angenommen wird. E« folgt nun der Bericht de« Vr. Wiener über dieAeußening der Stiftungenduchhaltung. Bei den i» der letzten Sitzung vorgeleglen Elaboraten der Stisiungenbuchhaltung wurde rin Posten von 300 fl. bcmängelt, den sich der Aktuar M. . S. . . selbst erhob. Er schreitet nun um die Liquidation diese« Postens rin. Redner verliest da« Gesuch. M. . S. . . bittet auch um eine Remuneration pro 1868 Redner findet r« unrechtmäßig daß S. . selbst diesen Posten behob, er spricht sich ferner «ntfchirdkn dagegen an», daß man dem S . . 300 fl. Rem. gebe da ein untergeoldiirler mit dem hoher gestellten Beamten reine gleiche Reinuneration bekommen dürfe. Er stellt daher 2 Anträge Erste»« man solle H. S. nur 27b fl. Remuneration geben, und die 2ü fl., die er sich mehr erhob im Buche al» Schuld schreiben, welche ihm im nächsten Jahre abgerechnet werden sollen. Zweiten« da« Gesuch um Remun. pro 1868 werde abgewiesen. Beide Anträge werden angen. L« wird sodann zur Kenntniß gebracht, daß da« Rechnunglelaborat de« neuen Stiftung« Regulativ fertig ist und zur Einsicht vorlieg«, ferner daß dir Lande«repr. der Prager Repr. 2 Forderungen an Zuoensteuerrestrn zur Erledigung üderaeben habe. Die Lande«repr. trägt aus Löschung an. Wird angen. Vorsitz, macht eine Mittheilung dir nicht zur! Tagesordnung gehört. E« hat sich bet mir rin Hr. Juliu« Wechslet I ' iu Bukarest vorarvellt. 1 Juden angenommen. Der Redakteur macht eine Reis« und bemüht (sich hiebei eine Unterstützung für sein Blatt zu gewinnen. Er hat bereit« an andern Orten eine freundliche Aufnahme gefunden, so z. B. Wien, di« Stadt Nikol«burg hat ihm SO fl. jährlich durch Abonnement auf sein Blatt zugrsichrn. Ein Jahresabonnement auf diese« Blatt kostet 20 fl. E« ist nun hervorzuhrben, daß da« Blatt für un« kein Jnterrffe hat, andersrit« ist r» wichtig sür da« Judenthum, daß die unmittelbar an der österreichischen Grenze wohnenden Inden in dem schütz- und rechtSlofen, Rumänien ihr Organ haben. Ich bitte mir daher ihre Ansicht mitzutheilrn, ob e« für un« nicht angezeigt wäre, auf diese« Blatt zu abonniren. v. Portheim ist dagegen. Da« Bestehen de« Blatte« ist mehr da« Interesse de« Eigrnthümer« al« de« Redakteur«. Wahle glaubt daß da» ganze auf eine Bettelei (heftiger Widerspruch) abgesehen sei, man solle es daher der Armenkommiflion zuweisen. Borsitzender: Die« ist eine Beleidigung für de» Redakteur, wir unterstützen nicht den Redakteur sondern mittelbar da« Judenthum. v. Po rth. stellt den Antrag, daß man in dieser Beziehung nicht« thun soll. (Wird angenom.> Hierauf wird der Bericht der Kommission de« Waisenhauses über den Ankauf de« dem bisherigen Waisenhause sich anschließenden (Korrtzschen) Hause« Nr. 233—5, verlesen und die Debatte darüber eröffnet, vr. Wiener: Die Majorität hat sich dahin ausgesprochen, daß mit Rücksicht auf die Finanzverhältnisse, weil da« Hau« 17000 fl. kostet und daß. wenn wenigstens 25 Kinder untergebracht werden sollen, die gegenwärttgen Kosten auch erhöhet werden, und somit sich ein Ausfall von 2546 fl. ergibt, welcher auch daun noch nicht gedeckt wird, wenn man die Zinsen de« Kapitals zu Hilfe nimmt, mit dem Ankauf noch gewartet werden soll; durch da« Warten vermehren sich die Zinsen, wahrend gegenwärtig eine Reduktion de« Stammkapital« vorgenommen werden müßte, sieben wäre mit dem Kostenpunkte schon einverstanden, erklärt sich aber nicht sür die Lage des Hauses, auch da« alte Institut sollte an einem andern Orte stehen. E« wird dort auf die moralische*) Bildung übel eingewirkt. Oser». ist entweder für den baldigen Kauf des Hause« oder für Ausnahme noch mehrerer Knaben da doch Platz genug im alten Gebäude sei, indem man ja ein Zimmer an die T. T. Schule, vermietet hat. Bei der Abstimmung wird Tr. Wiener« Antrag angen Schluß der Sitzung um 12 Uhr. *** Der Vorstand der isr. Becrdigungs. Brüderschaft hat am 1. d. M. dem Herrn Landesadvokatcn J. U. vr. Friedrich Wiener in Anbetracht vielfacher Verdienste, die er sich im Interesse der Bccrdignngöbrttdcrschaft um dieselbe erworben, gelcgenheitlich der Vermahlung der Tochter desselben, eine Adresse überreicht. Dieselbe repräsentirt auf der ersten Seite den vollen Titel von juridischen Emblemen geziert in meisterhafter Federzeichnung ausgcführt, auf der 3. Seite ein Gedicht im Steindrucke. Das Ganze-befindet sich in einer braunsammten Enveloppe mit einer entsprechenden Aufschrift aus echt vergoldeten Buchstaben. Die kalligrafische und litografische Arbeit ist aus dem Kunstatelier der'Herren B i t c k und Stary, der Prachtband aus der Buchbinderei des Herrn StiaSny hervorgcgangen. *** (f ‘ ' . Im Verlaufe von 2 Jahren liefert die hiesige Reusynagoge den zweiten Prediger nach Amerika, denn wie wir vernehmen, verläßt Herr Rabbiner S. H. Sonneschein am 27. d. SW. Prag, um in New-Aork in der 8eiirmre-8eliainafilu Congregation in gleicher Eigenschaft angestellt zu werden. Derselbe hat vor seinem Entschlüße noch einmal den Vorstand der Synagoge, in der er bisher fungirt, um die Erhöhung feines Gehaltes angesucht. Dieselbe wurde ihm trotz dein ihn ein dreijähriger Vertrag verpflichtet bei einem Gehalte von 1200 fl. der Synagoge anzugehörcn, thcilwclsc bewilligt, wobei sich der Vorstand die Bedingung stellte. Herr Sonneschein möge täglich, eventuell zweimal in der Woche das Gotteshaus beim MorgcngotteSdienst besuchen. Hierauf wollte der Herr Rabbiner vorschttt« zcnd, von anderweitigen Beschäftigungen in Anspruch genommen zu sein, nicht cingchcn, während der Vorstand energisch genug war, diese Weigerung zu mißbilligen und Hrn. Sonneschein in seinem transatlantischen GlückeSlaufc nicht aufzuhalten. V Wir haben schon einmal deS das Auge fast beleidigenden OrgelbändcrziehcnS in der Meifil Synagoge Erwähnung gcthan, ohne daß zur Abhilfe dieses komischen und zugleich quälenden Eindruckes eine Vorkehrung getroffen wurde. Wir empfehlen dem Vorsteher dahin zu wirken, daß durch eine paffende Holzverkleidung da« unanständige Zappeln eines Knaben, der förmlich zur Galeercnarbeit verurtheilt scheint, dem Auge de« Synagogenbesuchrrs entrückt werde. _•) Ganz richtig, nur wissen wir nicht ob in oder außer de« Ha«ü^!"!!"!

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