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Die Gegenwart · 1868-08-13 · 18 (13.8.1868) · p. Seite 195

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
18 (13.8.1868)
Date
1868-08-13
Page
Seite 195 (sequence 5)
Language
German
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— 195 — in der hebr. Abteilung unserer Zeitschrift .Irschurun' (S. 65—91.) — "Kawkerg, am 17. TamuS 5628. vr. Kodak. . Das Verhaltnisi der positiven Religion zur Philosophie nach SchleiermacherS und KerbatS Prinzipien, im Gegensätze zu den absolut-rationalistischen Systemen. ~ Eine philosophische Untersuchung von .Albert Räber, Rabbiner und Prediger. Motto: Causa et radlx fere omniura malorum in scientiis ea unaesti?[uod dum mcntis humanae vires also miramur et extollimus vira ejus auxilia non quacramus. Bacon de Verulamis Nov. Orig. lib. I. Aph. IX. Welche Stellung der positiven Religion der Philosophie gegenüber znkömmt, das hängt von dem- Begriffe der Philosophie in den verschiedenen Systemen ab. Jedenfalls wird aber, sobald von irgend einem Verhältnisse zwischen Religion und Philosophie geredet wird, eo ip8o erstere als eine von der letzter» unterschiedene Sphäre des Geistes anerkannt. Mag auch das Resultat der philosophischen Untersuchungen sich ergeben, daß der Inhalt der positiven Religion ans lauter -Illusionen beruhe, so muß dies eben erst streng wissenschaftlich bewiesen werden; ad iuitio aber hat die Philosophie zunächst die Religion als ei» historisches Gegebenes zu untersuchen, und erst auf Grund dieser Untersuchung ihr die Berechtigung auf objektive Geltung zu- oder abzusprechen. Nichts desto weniger kann die Philosophie nicht die Resultate der Geschichte allein ihrer Untersuchung zu Basis geben, da sie nicht bloß den objektiven Bestand der historischen Religion festzustellen, sondern auch den subjektiven Grund und den Ursprung aller Religion zu ermitteln hat. Sie muß daher die Grundfragen aller Religion in Betrachtung ziehen, ob nämlich der Glaube die einzige Form aller historischen Religionen vor der Wissenschaft Berechtigung habe; ob das Wesen Gottes oder das Absolute der Inhalt aller Religionen, als Realität entweder immanent oder transeenlient gedacht werden könne; ob das religiöse Bewußtsein im Menschen, durch einen motu8 in intelleetu oder durch motus in voluntatv erwache; ob zwischen Glauben und Wissen ein Gegensatz stattfinde, der wie Thomas von Aquino behauptet: Xemo credit con- [tra rationem, quia veritas veritati contradicerc nou potest: Alle diese Grundproblcmc muß sie sich vorlegen und elbftständig zu lösen suchen, um sowohl die subjektive als bjcktive Begründung der Religion zu erörtern. Daraus ergibt sich, daß die Eruirung des subjektiven rundes der Religion größtcnthcils von den BegriffsbestiM' ungcn der Philosophie in den verschiedenen Systemen abängt. Lin System, das nach seiner Definition der Philo ophie die Vernunft als das einzige Organ der Wahrheit etrachtet, dem Glauben aber jede Berechtigung versagt, muß ic historische Religion von vornherein negiren. Betrachtet man von diesem Gesichtspunkte aus das erhältniß der Religion zur Philosophie in den Systemen on Kant bis Schleicrmacher, so zeigt sich, daß bei der Alinherrschaft der Vernunft, bei den absoluten RatioaliSmu« in den Systemen von Kant bis Schleir m a ch e r eine Religionsphilosophie überhaupt unmöglich r. Wir werden in dem ersten Theile da» Verhältnis von Religion und Philosoph in den Systemen von Kant bi» Schleiermacher darlegen, und dann im zweiten Theile da» große Verdienst Schleiermacher» hervorheben, dcr zuerst den großen Gedanken aussprach, daß Religion nichL.im Denken im Erkenn ntnißvermögen, sondern im Gefühle im centrum des.Gemüt he S ihren subjektiven Ursprung habe, und so eine Dogmatik oder RcligionSphilosoph ie cvnsliluirte. 1. Indem wir zur Lösung dcr Frage un? wenden, ob nach den Begriffsbestimmungen der Philosophie in den neuern rationalistischen Systemen bi- Schleicrmacher eine Religionsphilosophie möglich war, beginnen wir mit jenem großen Manne, der der deutschen Philosophie eine ganz neue Richtung gegeben mit Immanuel Kant. Kant begann seine philosophische Speculation mit der Destruktion des Dogmatismus, der in Wolf und seiner Schule, wie in der Schottischen 6ouünou-8eu8v Philosophen zur Herrschaft gelangt war. Wolf behauptete nämlich von der Philosophie, daß sie auch alles Demonstrircn das heißt ans gewissen und unwandelbaren Prinzipien ableiteu könne. (Wolfii Phil. ration. Logica Discip. praclim §. 30, 33.) Mit dieser Begriffsbestimmung dcr Philosophie vom Stand punkte des rationalen Dogmatismus, ist sogleich unsere Frage entschieden; denn, wenn Philosophie nur logisch dcmonstirbare Wissenschaft ist, und die historische Religion nicht demonstrirt sondern geg laubt werden kann, so folgt, daß der Bestand der Religion philosohisch ncgirt werden muß, zwischen Religion und Philosophie keine Gemeinschaft stattfindct, und ReligionSphilosophic unmöglich ist. Die Philosophie muß vielmehr den Inhalt der positiven Religion entweder kritisch auflöscn, ohne etwas anderes an dessen Stelle zu setzen, wie dicß von Voltaire und den französischen Encyclopedisten geschah, oder sie muß anstatt des Glaubens an Gott eine Wissenschaft von Gott constituiren, alö eine DiSciplin dcr Philosophie wie dies Wolfs Thoologia naturalis versucht. Dieser theologische Rationalismus wollte scheinbar ein Verhältnis zwischen Religion und Philosophie Herstellen, im Grunde aber kritisirtc er bloß den specisischen Inhalt der positiven Religion hinweg und reduziert ihn auf einige Bernunftwahrheiten. Diese aber waren nicht Produkt der Offenbarung, sondern eines oberflächlichen auf den gesunden Menschenverstand sich stützende RaisonnementS. Kant erschütterte nun diesen Dogmatismus durch Verwerfung je ner Voraussetzung Wolfs von der Dcmonstrirbarkcit aller Dinge und schuf eine ErkcnntniStcoric in seiner Kritik der reinen Vernunft. (Fortsetzung folgt.) Aus Ungarn von dcr Donau (O.-K.) In der jüngste» Rro. Ihres geschätzten Blattes las ich mit Verwunderung Ihr Erstaunen über die plötzliche Deinas kirung des in Prag so unschuldig als sromm verschrienen vr. Hübsch — Wir, in Ungarn die wir, ob mit Recht oder Unrecht, als Fanatiker gelten, haben in dieser Beziehung viel feinere Rasen und so wüssten wir denn auch, daß besagter Herr, dessen Wissen und Redncrtalcnt wir übrigens zu würdigen verstehen, schon längst, noch ehe er über dein c'3 war, nicht nur die zweiten, sondern selbst die einzelnen und einig einzigen Festtage, wieviele andern Eardinal - Gebothe und Vcrbothe nur en bagatelle behandelte. UcbrigcnS hat derselbe seiner Gemeinde selbst in Prag schon hinter ihrem Rücken rin X für ein U vorgcmacht, vide Ben Ehananja Corrcspondenzen unter X. ES ist durchaus unsere Absicht nicht Sic und Ihren werthcn Veser auf..Kosten irgend Jemands mit einer Cbronique scandaleuse zu amüsiren, aber wie wahr e» immer sein mag, daß der Mensch nur nach den Augen Gott allein aber nur in'» Herz sieht, so sollten doch Gemeinden, welche

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