Mannheim
Compact Memory

Die Gegenwart · 1868-07-16 · 16 (16.7.1868) · p. Seite 176

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
16 (16.7.1868)
Date
1868-07-16
Page
Seite 176 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4890378-5433912-5433927--067-4890435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

176 rn. Bratiano wandte, antwortete dieser, zu trauriger rößc gelangte Rumäne: „Es ist wahr, ich habe Euch weh' gclhun, Ihr habt mir aber vor den Augen Europas eine Ohrfeige gegeben, au die ich nie vergessen werde." 'Run' möge er und alle seine niedern (Gesinnungsgenossen der histori scheu Drohung eingedenk bleiben, daß die Wahrheit, dieses göttliche Grundprineip der m o s a i s che n Religion und des jüdischen Volkes nie und nimmer zerrüttet werden könne, möge Gemeinheit, Bosheit und Tyrannei mit diabolischer Kraft daran rütteln, um so glorreicher steigt Israel im Kampfe empor um so scsrer, weil ans innere Uibcrzeugnng beruhend, bleibt daS alte ehrbare Gebäude stehen.— Das Volk Gottes wird von einem Bratiano und Eonsorten, eS wird von öcn rnuisüchtig moderucn Pharaoucn, Rumäniens nicht vernichtet werden, diese sind eben nur traurige Schmarotzer Pflanzen, einer edlen Ration — a b'as le bas — vivent Ic Ruinaius! Bei diesen traurigen Anlässen kamen im weiten Europa die traurigen Eultnrznständc der rumänischen namentlich der in der Akoldan ansäsiigcn Israeliten oft zur Sprache und vorherrschend ist die Meinung, das; unsere dortigen Glau bensbriider ans der niedersten Bildungsstufe stehend, o u SnamSlvS jedem Fortschritte den Zutritt hcmincn. Run, wenn wir cS auch leider zugrstchrn müssen, daß namentlich die moldauischen Juden, ihrem Bildungsgrad ih^ ' reu Fortschrittsgesinnungcn nach, viel, sehr viel zu wünschen übrig lassen, so tönnen, so müssen wir vor Allem die Verhältnisse, die allgemeinen Zustände berücksichtigen... „Wie der Herr, so der Unecht" der herrschende Druck liegt in geschichtlichen Verhältnissen und es genügt, wenn wir in Kurzem darauf hindcntc», daß bis zum Krim Kriege der russische Einfluß, also keinesfalls der Fortschrittsgenins dort vorherrschend war. Trotz dieser kur; angedctlkctcn Hemmnisse, trotz des mit teuflischen Argus Augen wachenden Eh a si i d ism us, gehen-(tunst. Wissen und sociale WohlthätigkcitS? und Bildnngsvereine. mit langsamen Schritte wohl aber dennoch fortschreitend vor und in der Israeli ten Gemeinde Jassys blühen isr. Familien, die einer Großstadt des gebildeten Europa's zur Zierde gereichen würden, ich erwähne nur der, vorzüglichsten: Is'acl E hei in Daniel, Leon Daniel Jonas B »> k. Salomon Goldbyum die Ziiflnelns ftüiten des Wohlluns lind der gemnthlich gebildeten Znsain menkünstc — I a e o b Renscholz. in jüngster Zeit von Sr. Majestät mit dem Rittertrcnze des Franz Jos. Drdens ausgezeichnet. Von vielen Verdiensten is! sein hervorragendstes: Die Erbauung eines Tempels für geregelten Elottes dienst. Rnr dcr, dcr den alle Faniilienvcrhältnissc beherrschenden und gcsnrchlcleit Einfluß des E h a s i d i S m u s kennt, nnr dcr kann das Verdienst des Hrn. R. v.ol'kommcn würdigen - <^ott icgnc ihn! Wir trollen hassen, daß wir unter dem Schüße des hinunlischen Ve.i.rs late im Llande sein werden, angenehlne Berichte aus jenen Ländern zu elsle.tter. Voraiijtcl'eiiSe EeniS'vsi.dc»; kam >i»S von einem ter achtbarsten Manuel der Malta»;u, tie über tie Verbaltnisse in Rumänien ge niigrnde Auitl.nung gibtiL'. Red.) Paris Juli 1 stls. (0.-K.> . a>e.--en T ie, wenn i-.. sei! ^geraumer »il meine Millheilttlige:. über In -,ge .*1.iii-t.c Verhälliu>,>. il::'.erließ; eineslheils U’n.i'iu ul,;:c mit Ihrer eigenen 'Ren gcstaltnng beschäftig:, die das freudige Erstaunen meiner Glaubensbrüder hervorrief, lind wie anderseits find wir in einer nnsrnchtbare., Zeit in Bezug ans unsere jndi scheu Interessen, so daß ieli mir oft das Mauna der Wüste herbei.rünschc! Wie gesagt, die neuen estcrrcichi scheu emisessicilelten Geseye uehiuen j..,n uns gleich Ihnen in Anspruch, und cs ist eine Tt.atsaebc, daß die überlegene Majoriläl des sranzösischrn Volles laut oder wenigstens im Stillen den neuesten Maßnamen Ihrer Regierung zujauchzt. Mit Leidenschaftlichkeit wird die Frage erwogen: Worin sind wir jetzt vor? In puueto Freiheit gewiß nicht! Wir sind im Grgcntheil in vielen Beziehungen noch zurück gegen das bisher arg verspottete „Autriche!" So sind wir erst jetzt daran. zwei einer Weltstadt würdige Bethäuscr zu bauen, welche erst im Jahre 1870 vollendet sein dürften, während in Ihren Städten kein Mangel au geräumigen prachtvollen Tcmpclbautcn ist. Und selbst diese 2 fassen nur 3100 Sitze für Männer und Frauen, und zwar in dem der rue de la Victoria 1000 und in dem dcr rue Royale 1500 Sitze. Ich muß aber gleichzeitig constatircn, daß wir anderseits einige nachahmcnswcrthe Einrichtungen besitzen, aus deren Erfolg wir gewisser Maßen stolz sind. Dahin gehökcn der Hilfs- und PcnsionSfond der Gemeinde, welches Institut unter den übrigen Wohlthätigkeitsanstalten am Meisten Ihre Beachtung und Sympatien verdient. Er ist geschaffen, um den ungenügend besoldeten Funktionären unseres Ritus beiznstehcn, die Wittwcn und Waisen von Rabbinern, Schullehrern, Tempel und S chuldiencrn zu unterstützen, als Pension und Rente den um die Gemeinde verdient gewordenen Personen zu dienen, endlich um jüdische Schriftsteller zu unterstützen- und zu crmuthigen, welche ihre Feder dcr Vertheidigung des IudcnthumS weihen und cS durch ihre Schriften ehren. Die brüderlichen Gefühle, welche alle Glieder der großen jüdischen Gemeinde vereinigt, finden in den Worten der Gemeinden ihren Ausdruck, und wir werden vergebens in irgend einer jüdischen Gemeinde nach Abgängen von Manifestationen jüdischer Barmherzigkeit suchen. Wir genießen in Paris seit langen Jahren den Vorthcil, unsere Jünglinge in den adeligen Schulen erziehen zu lassen, was unter dcr Acgide eines Metternich, Bach schwerlich bei Ihnen der Fall sein könnte, selbst heute noch nicht ist. Die Vortheile dieses Zusammenlebens mit Söhnen, den höheren Kreisen angchörig, sind ins Auge springend! Den religiösen Unterricht in diesen ErzichungSinstitnlen in den Lycee Louis-le Grand, Napoldou Saint-I,onis in den Collegien Rollin, Saint-Barbe etc. leitete b.shcr der Rab. Austi ne, welcher zum Großrabbincr Bel- 1 gienS ernannt, vom Hrn. Rab. Rordmauu hier ersetzt wurde. ' In den genannten Instituten findet dcr NcllgionSnntcrricht .. wöchentlich 3mal statt. Einen höheren CursnS bildet: das wesentliche Besinne der jüdisch religiösen Geschichte, in wel- - chcm der Professor die Prinzipien der Religion fcststellt, die großen Fragen erörtert und die wichtigsten Docnmcntc dcr jüdischen Literatur geprüft und analysirt. Dcr Gedanke wel- 1 chcr diesem Unterrichte zu Grunde liegt— legt die Vcrpflich-; tnng ans, stets ein vergleichendes Augenmerk auf die anderen rcligiösen Doctrinen sowie Philosophie - Systeme zn haben. Das Programm dcr anderen Eonrsc begreift in sich: Dcr Eine, das nöthige Materiale zur Aufnahme, die"Explication des Katechismus, dcr Bibel und des Hebräischen: dcr Andere hat zum Zweck, den vorgerückten Schülern einen gründlichen Unterricht zu geben, welcher in dcr systematischen und erwiesenen Ansslrllnng der Religion Prinzipien besteht. Die Methode des Professors bei dem Geschichtsunterrichte er- Z laubt ihm gleichzeitig die wichtigsten Momente des Juj dentlinrns hervorznhcben. Einmal der Woche wird im Bycee 1 de i'iince Imzu'lial in Vonves jüngeren Kinderen der Ele- A menl.irnnterricht und zwar im Katechismus, der Bibel, und 'j Hebräischem crtheilt. Die jüdischen Zöglinge dcr College ' Clmptal sind s^sf ebenso in Eourse eingetheilt. Es ist kaum nölhig den unbestreitbaren 'Ruhen dieses Unterrichtes hervor- > zuheben, die hohe Wichtigkeit zn erweisen! Die Lycecn sind die Brutanstalten, wo die Elite der Gesellschaft sich formt. j Es ist daher von höchstem Interesse die ernsthafte Kenntniß der j rcligie'en Prinzipien zn verbreiten und die Jugend dcr I.yceen a von dcr schon Moral und Philosophie zu dnrchdringcn, welchen J den Dogmen dcr,Geschichte und Literatur des IndcnthnmS cntkci- > men. "Dicke Resultate >d cs, welche die in sh'cde stehenden Eonrsc I anstrcben. — IDian 'ncht den S-'eplieiSmus zu bekämpfen, I dcsiei' Verwüstungcr. yeilloS sind, wenn sie zu tief cingcdrunm ge: ...:d, uud ist diese Maßregel um so «öthiger, als s’ ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.