Mannheim
Compact Memory

Die Gegenwart · 1868-06-11 · 14 (11.6.1868) · p. Seite 158

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
14 (11.6.1868)
Date
1868-06-11
Page
Seite 158 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4890378-5433912-5433923--047-4890417
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

158 Höhung btt Jahresbeitrag«» der Mitglieder 3 Kategorien, die doch auf Tmterlfi Unterstützung von Leite de» Lereines zu rechnen haben» auf Sst. an; doch wird »ach Ablehnung fämmtlicher divcrgirenden Anträge die ursprüngliche Fassung angenommen, ebenlo dir, Hrflimmnug, daß jene die im Lrltaus« der erstin 8 Jahre nach Gründung de» BereineS denselben al« aktive Mitglieder beilreten, dir Gebühr; für die verflossene Zeit nachzutragen haben, für später« Eintritt aber eine künftige Generalversammlung die Ausnahmsgebühr sesizusetzen Hab«. Herr Schulhof will nun. daß jene, welche a» jüdischen Schulen bloß Religion«unter> richt ertheilen ohne für die Prosanlehrgegenstände autorisiert zu sein, dem Lerer»« al» aktive Mitglieder nicht beitreten sollen, wogegen der Berichterstatter und Herr Hahn e» höchst sonderbar finden, wenn grade die Lehrer der heiligst gehaltenen Doktrinen, deren Lortrag doch da» Wesen einer israelitischen Schule bestimme», in einem Bereine israelitischer Schulmänner minder berechtigt werden. Nun soll Abschnitt b .Leistungen de« Berrineü" zur Beralhung gelange», (Fortsetzung folgt.) V Auszeichnung. Se. Majestät hat dem Lehrer der höhere» Kalligraphie in Prag Eduard Bunzel aus Anlaßder Ucbcrrcichuug einer von ihm verfertigten Federzeichnung bei Gelegenheit der glücklichen Entbindung Ihrer Majestät der Kaiserin in Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen und seiner vieljährigen belobten Lchrthätigkeit das goldene Berdicnstkrruj verliehen. ' *.* Ltadtrathssi-uug. Der Stadtrath hat beschlossen, daß die Schnlscktiou in Berathnng zu ziehen habe, welche Verfügungen mit der Josefstädicr Haupt» und Unterrealschnle mit Rücksicht aus das neue Schulgesetz getroffen werden sollten. *** Bei der am AI. Mai stattgcfundenen Reuwahl des Borstandes der Brcrdigungsbrüdkl schaff, wurde der frühere Vorstand wieder gewählt, was nach dem Wahlmodus nicht anders zu erwarten war. *** Herr Koppelmann Lieben gefüllt sich als Matrickcnführcr Institutionen zu machen die lebhaft an die Zeit des „gelben Flcckelö" erinnern. Unter Anderem hat ,er den Generalbefchl erlassen die Gcburtsmcldzcttcl müssen auch von der Hebamme unterschrieben sein, eine Einrichtung die sich in keiner andern Eonfession vorfindct. •** Das wiener LazzcnHofer Blatt bringt eine Corrcsponrenz'ans Prag, in welcher die EinwciynngSfcicr des neuerbanlen Tempels geschildert und dem Vorstände, der sich um die Vollendung desselben verdient gemach! in ausfallend . fter Weise nahe getreten wird, indem ihn der Eorrespondent zu jener Partei zählt, welche gegen den Umbau war. Höchst beleidigend ist es für den Vorstand, daß Herr vr. M. Teller als Besieger der Opposition dargcstellt wird; da doch Jeder überzeugt ist, daß dieser Herr noch nicht'der Mann ist, von dem eine Opposition bezwungen werden kann. Alle Welt weiß, welche Opfer die Herren S. K. Frankl, Georg Fcigl, M. I. Schwab für die Herstellung des neuen Tempels gebracht, wie sie ihre Zeit, ihre materiellen Kräfte diesem Werke ge» widmet haben, so wie sic es auch weiß, daß Herr Teller keinen Einfluß in der Tempelgemeinde hat, und sich überhaupt in Angelegenheiten mischt, die nicht in das Bereich rrncs ordentlichen Mediziners gehören. Was die EinweihnngSprcdigl selbst betrifft, gibt der geistreiche Korrespondent eine ebenso abgeschmackte als triviale Anekdote znm Besten, von der wir bezweisrln, daß sic wie der „Schmock" meint, dem zarten Munde einer glaubenStreucn Zuhörerin entflossen. Sie lautet: „Eine. Dame macht die Bemerkung, daß der Prediger trotz der Hitze bei der stundenlangen Predigt in dem neuen weiten Tempel weniger Veranlassung gefunden, den Schweiß von der Stirne zu wischen, als im früher» engen. Darauf antwortete eine andere, wie wir zu hören (hat der Eorrrsp. auch das Schwitzen gcbvrt? Anm. d. Red) Gelegenheit gehabt, „woher soll er d n Sä»: riß jetzt nehmen, da doch sein Schweiß an jedem Steine dev Reubau's klebt, den er damit zusammen gekittet." — Run wir glauben, cS stehen Einem beim Lesen eines solchen Blattes, das solche Eorrespondenzen aufnimmt, die Schweißtropfen auf der Stirne und es stellt sich die Gediegenheit jene« Blatte-, dazu viel Dummheit au-schwitzt, immer mehr heran-. Iv — r Auswärtiges. Pilsen, vr. Vogelstein wurde zum hiesigen Rabbiner und Prediger ernannt. Derselbe geht aus dem Breslauer Seminar hervor. Brody. Den 80. Mai wurde in der hiesigen Synagoge unter zahlreicher Betheiligung ein solenner Gottesdienst für den unlängst verstorbenen Reich-rath-abgeordneten Herrn vr. Mühlfcld abgehaltcn. Breslau. Der als Numismatiker, wie als Orientalist rtthmlichst bekannte Prof. vr. M. A. Lewy feierte sein 25 jähriges Jubiläum als Lehrer an der ersten Religionöschule der hiesigen Synagogengemeindc. Iserlohe. Hier feierte vor Kurzem ein israelitische- Ehe» paar Herr Philipp und Frau Jeanette Wertheim dagoldene HochzcitSfest unter der lebhaftesten Beiheiligung der christlichen wie der jüdischen Bevölkerung. Abends kam eine Gratnla- UonSdepesche auS Berlin von Sr. Majestät dem König. (Isr.) Paris. Der Großrabbiner Isidor, in seiner Eigenschaft als Mitglied des Comites der Gesellschaft deS kaiserlichen Prinzen, ward zu einem Diner und zu ' einer Soiree, geladen, die Samstag den 16. Mai in den Tuilerien abgehalten wurden. Die kais. Familie bewies sich sehr zuvorkommend gegenüber dem ersten Seelenhirten der französischen Judenhcit (envers le Premier pasteur äu juckaisme fran- <;ais). L’univers israelite. London. Bei einem Balle, der zu Gunsten der hiesigen jüdischen SchulljNicranstaltet wurde, ging die Summe von 250 L. (8000 ff.) ein. Rom. Der Papst hat vor einigen Wochen diejenigen Aerzte, die sich bei der letzten Cholera sehr verdient gemacht haben, mit Orden ausgezeichnet. Unter diesen fanden sich auch einige jüdische Aerzte. Bukarest 31. Ata!. Eine Deputation der hiesigen „alliance israelite“ drückte dem österreichischen Konsul Baron Eder, den besonderen Dank der Gemeinde auö für die unermüdliche Verwendung in Angelegenheit der Israeliten. Constantlnopel. Unter den 57 Mitgliedern des neuen türkischen StaatöratheS befinden sich 3 Juden. Larissa (Thessalien.) Einweihung e i n e r S ch u l e. Schon lange vor der bestimmten Stunde hatte sich vor der Schule eine solche zahlreiche Menge eingefunden, daß man den Weg für die Honoratioren frei halten musste. Der Gouverneur der Provinz Jawer-Pascha schickte, als Beweis seiner außerordentlichen Synipath e um die Feier noch mehr zu erhöhen, in der Schule die Fahne Sangiak cher i f, einen Gegenstand der höchsten Verehrung bei den Türken, die zum Heere geschickt wird, wenn das Vaterland in Gefahr ist. Von Soldaten bewacht, war sic von den Herrn Robert, dem französischen Konsul; B o r e l l, dem italienischen Konsul; A li - Pascha, dem Stadtgouverneur, einem Oberst, einem Oberstlieutcnante und einem Bataillon- Chef umgeben. Der griechische Konsul wurde durch seinen Dollmctscher vertreten; der englische entschuldigte sich in einem Briefe, daß er bei der Zeremonie nicht anwesend sein könne. Die Zeremonie wurde mit einer militärischen Musikbande eröffnet, welche mehrere Nationallieder spielte. Herr- Bloch Direktor dieser Anstalt,.hielt nun eine Rede, welche allgemeincit Beifall hatte. Der Pascha, die Konsulen versprachen ihm, nachdem sic ihn beglückwünscht hatten, die kräftigste Unterstützung. Herr Frag ge, Präsident deS lokalen Comitc der Alliance israelite, hob in seiner türkischen Rede besonders die Wichtigkeit des Unterrichtes und die dem Herrn Bloch anvertraute Mlffiou hervor. Hierauf stimmten die Zöglinge eine türkische Kantate zu Ehren deS Sultans, und eine im hebräischen zur Ehre der „Alliance israelite universelle“ an. Voller Zufriedenheit und voller Hoffnung auf den Erfolg dieseneuen Instituteschied man und man kann mit Recht erwarten, daß egroße Dienste der Gemeinde Lariffa'S, welche sowohl in Hinsicht ihrer Population al»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.