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Die Gegenwart · 1868-06-11 · 14 (11.6.1868) · p. Seite 156

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
14 (11.6.1868)
Date
1868-06-11
Page
Seite 156 (sequence 6)
Language
German
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156 Achtung von bicfcn Halbwissern sprechen 1 Cbct glaubt bicser journalistische Komödiant, der sowol in Wien als außerhalb bcssrlbrn von jedem mit Ausnahme einiger wenigen Etmvürben, wie die (Welsen gcmicben wirb, über Alles erhaben zu sein, weil er in seiner Jugend einmahl „gckncllt" hat, so besnble er mit scincin Schmutze wenigstens die ehrbaren Männer Prag's nicht, bic großmüthig nub gutherzig genug sind, um irgend einen journalistischen moralisch fallit geworbcnent^assenbnbcn, fall» er rinttiahl in Wien bcn Bettelpfennig verschmäht, in Prag als Schonne hamcss ober Thiliniiagcv aufznnehmen. Daß ber Tandler »ne bezahlte S rthoboxie zum Borwurfe macht unb uns für eine ungeschlachte Drahtpuppe hält,schrcidcn wir seiner moralischen und geistigen Bcrtomuicnhcit zu, die ilin berartigc Berlogrnhcitrn gestattet. Ueber bic Genesis dieses erbärmlichen (Geschöpfes find wir ebenso im Klaren wie über dessen unflätiges. Blatt, dasich von einigen Rabbinxrchcn zu seiner Glorifieirung bedienen läßt, die wir nahezu aus unserem RedaktionSlokale hcrausgcworfen haben, wenn sic ihrc„„Sl»bicn" uns offerirtcn.-Man kennt.himcichcnd unscren unparrheiischrn Standpunkt, als daß unni von dem höheren Blöd' sinne eiins Scl'lriiiils Notiz uchmen sollte. Sollte sich aber »och einmal dieser ungezogene Bajazzo, der die Ncminisccilzcn seiner in Prag verlebten merkurialischen Zeit mit nach Wien gcnomnien, unterstehen, nnü in schmähender Weise nahe zu treten, so werden wir einen seine Person betreffenden wiener Brief, den wir in Händen haben, vcrösscntliclicn, der eitle getreue Hvtograsie dieses allerliebsten Bachnrs bietet. Karlsbad 7. Juni 1 x<;s (0.- K.) Die Siittfiiijcii hat bereits begonnen nnd die Glcichbc rrchlignng zeigt fiel» am ehesten unter de» kranken. Christ wie Jude, leich wie aim, all wie jung, Allee erwacht srüh zeitlich and seinem Schlninuicr »in den Kelch der bitter» beiden «nszugirßrn, und ans dem welche des Heiles;n sä,»ursen. Ter Könicz der Inden vocr wie Saphir ihn nannle, de» Ind der Könige Baron Rothschild ans Wien,, sodann Ritter von 5!ö»igswarter, und Bangnier Mendelssohn aus Berlin bilde» jetzt hier die Spitzen der haute linanev. Der eigentliche Zweck meines Heutigen ist nicht so sehr, Ihnen das bunte fwwogc der .Kurgäste zn schildern, sondern L>c vielmehr ans ein jüdisch nationales Denkmal anfmeiksam zn machen, das gänzlich verwittert, säst schon den: Brrfolle angehörl. (ds ist dies die in hebräischen Bersen bestehende Überschritt am Helenen Felsen,^) die ans dem Jahre lHtf» stammt und vom hochsrligrn präg. Dbtljurisleii Hrn. Samuel pandau um diese Zeit, während seines Ansenthgltes in Karlsbad, ans Dankbalteii fiiv die Herstellnng seiner (Gesundheit, die ihm die hiesigen T rmcn vcrschasfte», zum Andenten gewidmet wurde. Die Zeit, sowie die sonstigen Regengüsse haben bereits die Bnchstabrn bis ins Unleserliche verwischt, es wäre sonach Pflicht der prager.(d'ultns (Gemeinde- Repräsentanz ans Pietät für die Marten eines Mannes, dessen Andenleii noch iinmer im Munde eines jeden pragcr Juden lebt, für die ünstanrirliiig dieses hier einzig nnd allein dcstrhrnden Schriftdentmales in der heiligen Schriftsprache zu sorgen, um so mehr als die »tosten unbedenlend sein dürften. (ds lönnte eine Marmor oder Mekalltascl sein, in de ncn die Schrisl entweder cingemeißelt oder gegossen ist. Sollte die verehrliche Repräsentanz dieses edle Werk incht vollführen wollen, so erlaube ich mir, Sir zn bitten, nach Möglichkeit eine S ubscribtio» in Ich ein Blaue elilznlciten. "» *) Dieselbt wurde i.ii xVii>vc 1858 vom Herrn Benedikt FogrS, 1'ehlcr a» der Josephllädl« Haupt- und lliiteitealichnle ins Denllche metthlb «brrjepr (D. Di«i?) •*) Wir «lwar.en von de» löbliche» EulluSgemeinde Rrpräscntaii; daß sie dies»« edle Werk fördern wild, widrigenfalls, wir Ihrer Bitte «achkommen. ■£. R. 1 Locales. %* •*) Sitzung der Prager CultnS Gemeinde-Repräsentanz am 3. Juni 1867. Beginn %6 Abends. Anwesend die H>rre»:0r. Gitschin, Fischt, Luden, V. A. Oser-, v.Potthrim, vr. Ptibram, vr. Raudnitz, Singer. Schwab, Prof. vr. Wessely» vr. Wiener. Es waren sonach abwesend di« Herren: Georg Feial, Frankl, Ignatz Schütz, G. Schitz, vr. TrdeSco, M. A. Wahle, D. s Zappen. 'Aach Verlesung des SihungeprotokollS wird zur Tagesordnung geschritten, deeen erster Gegenstand di« Vorstellung des Borstandes der Be«dig»iigi-briidcr>chaft gegen den Repräsentanzbeschliiß tto. 22. Mai betreffend, die eiujabiige Ermäßigung der bisherigen Gebühren um 20 "/„ vom Jii li i. I. angefange». bndek. Derselbe von 8 Vorstandsmitgliedern mnerzeichinte Piekest wild verlesen, und lässt sich in folgenden Punkten znsammciifassc». „Durch unerklärbareS Berschen ist die Einschreibung eines Aktenstücke» vergesse» worden, in welchem der Namen „Giüstekafsa" mit der Reservckassa identificirt lind dargeihan wird, daß er iin Jahre 1857 dem Ankauf von Familieiigrüsteit zii verdanken hat. Daö Erträgnis der Grüfte bildete einen znm Ankauf eines zn benöthigende» Begräbnisfel» de» bestiminlkii Fond. Die Verrechnung dieser enistanbenen Beträge erbi.t.l sich der Borstand ziffermäßig 'nachzuweisen. Die Repräsentanz habe die Beantwortung der am 5. Juli lt:67 gestellten Vorfrage» nicht bei der Bcerdiglingübrüderschast ui'fliit, nnd als letztere in ihrer Eingabe vom 4 Mai 1668 sich über die vergebliche Zuwaetnng der Absolution für die Rechnnngen 1864 und 1865 anssprach, habe die Nepräs. dieser Znwartinig nicht »och einmal die Nichtbeaniwortung der Vorfrage» rntgegeiigeh,iltcn. Der linlitbsaine Vorgang, der mit dem Vorwurf«, de» die Repräsentanz dem Vorstande der BcerdlgnngSbrüderschaft macht verknüpft ist. w.irzlc darin, das; die Repräsentanz die BerrdignngSbrüderschase nicht auiinerkam gema.ht hat, daß man eine Prüfung der Bilanz pro 1866 nicht vornehmen kann, bevor nicht die Mängel von 1864 und 1S6.1 eiledigi sind. Der Vorstand der BccidiguugSbrüderschaft hä t in der Pstichk über die für daS Jahr 1867 vereinbarte» Statuten zn wache» und ist der Ansiche, das; nach § 46 der Repräsentanz über die llbcrschüsie der BeerdigniigSbrüderschaslö-Eiunahinen erst nach >. Jäner 1867 ein TiSposiiionSrechl rrwähst. Der Vorstand der BeerdigungS- Blüderschafl findet es nicht nöthig gegen de» Beichlnß der Repräsentaiiz für die Zeit vom I. Juni 1868 di» 31. Mai I8«i'.t eine Hcrabmindc. r>:»g von 2«d-r BeridignngStaxrn eintreten zn lasse», zn protestire», weil dieser Bechtuß ans die in Folge des von dem EemmissioiiSberichte anSgchenden, auf falschen Prämissen beruhenden Nrth.ile basiit und eine p<TC<‘iitiia!itt‘r Herabmindeinng der Gebühren nnr dann eintreten kann, wenn jilte auf Grundlage der Ib.bcrschüssc vom Jahre 1867 sich ergibt." Schwab nimmt keinen Anstand ii» Namen der Ccmmission den Einwenduilgcii von Seit« des Vorstandes der Beerdignngsbrüderschafk zu eutgegurn und betont den Zeiivertust, der sich über eure längere B>>Handlung «sv bcn möchte, indem er beantragt, 's möge über die E »gäbe in nu-rito verhandelt werde». In Bezug auf das Versehen, da» Eingangs der Eingabe vom Vorstand.' der Berrdignugsbrnderschasl als EnlsibilldigungSgiund angegeben wird, meine Redner, blerbt nichts AndernS übrig als cs siir KeniitniS zn u.bm.'i'. Was den 2. Punkt bezüglich der Grüstekassa betrifft, die ber Vo>stand mit dem Rescrvefonde identineirt, so ist immer noch nnhr der von der Eonimission gemachte Vorwurf beseitigt nnd bleibt er insoweit aufrecht, als der Vorstand_ wenigstens zum Schluß« des Jahres'1867 eine Ermäßigung der Taxen hätte eimreie» lassen sollen, nachdem er von dem Neberschnste Kenntnis ba'.te. Redner bcstäik ans die AiisrcchthalllNlg deS Beschlusses vom 22. Mai das; schon die Bilanz pro 1866 sich »ach den neuen Statuten zu richten habe, weil i'chvu da» Üoei «»kommen v. 31. März >85!» dieC. G. R. zn der Forderung berechtigt, das; der Vorstand der B. B. die Ermäj üigung t er Tr reu vom 1. Jiner 1867 a»gefa»geu kintreten lasse. I>r. Wiener glaubt, daß da» Überriiikommr», welches zwischen der B. B. uno der 6. G. ii» Jahre l8üt> stattgrsnnde» Hot, durch die bellüllizten Sl.nnle» ausgrhoben worden ist. DaS llebereinkomnien wurde wollt al» Grundlaszc angcnvm>»e», aber auch geändert, da die C. G. sich vcipstichtit bat einen (lwaigen Anefall oddr Deficit der B- B. zu erlebe». Die S.tatnten wuidc» am 21. Dezember 1866 bcstältigt, sie hatten welitgften» I Jahr und dir Taren bis lk67 zu gelte». Im Jahre t/6i» beftaiid eine andere Skala; die Statut,» beftinimrn, daß. wenn eiir' ilberichuß sieb ergibt,'die Taren fürnächste Jahr herabgesetzt werden. Gehl die L . B. mit aller 5ttcii.it und Schucktigkrie in der Rechnung vor, io kann man sich die Mootichkril eiklären vom 1.Jänner bis März dle Rechnung z» oidnen. Tie^Aelidkiiliigcn nachträglich zii rrgnliren, ' wäre .nicht nur zeitraubcud, souderu auch sehr jchwicrig. Es hantelt sich vor Allem de» tz. 46 klar zu st.lle». Riduer stellt sonach folg. Antrag: t« i> > eine Gominission bestehend anS 3 Mitgliedern der i Repräsentanz n nd 3 M i t g l. der B e e r d. - B r u d e r s ch a s t zu I wähle», dir sich 1. die Ruskläruttg de» § 46 und 2. die > Berath u ng deö Zeitpunkteo uud d ie Arl der Hc-rabset- >; u n g der Taxen zur Ausgabe machen. Er bedauert, baß^drr I Vorstand der BrerdizuiigSbrüdrrschast in einer nahezu unhöflichen Weise I ihren Protest adgefaßt habe und zieht ein gute» Einverständnis zwischen I rälentanz und Beerdigungsbrüderschast einer in^ungiimpflicherWeise I

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