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Die Gegenwart · 1868-05-28 · 13 (28.5.1868) · p. Seite 148

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
13 (28.5.1868)
Date
1868-05-28
Page
Seite 148 (sequence 10)
Language
German
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148 zustrrben bemüht sind. Möge dasselbe nicht durch unberufene Elemente getrübt werden! Auswärtiges. Klsrrnz. Der Commendator Artom, der Vertretcr Italienam dänischen Hofe, erhielt, vom Könige vmr Dänemark den DancbrogS-Orden. Paris. Die Kaiserin von Frankreich hat ftrau Louise Cohen zum VorstandSmitgliede der WohlthätigkeitSgesellschaft zu Gunsten armer Mütter in Paris ernannt. Nizza. Bei Gelegenheit der Anwesenheit des ruffischen Thronfolgers zur Einweihung einer Kapelle zu Ehren seines verstorbenen Bruders wurde der Sccretär der isr. Gemeinde, Herr David LatteS. Lieutenant der PompierS, mit dem russischen Stanislaus Orden decorirt. Ale^audrieu. Man schreibt von dort, daß. der israelitische Rath einen seiner wichtigen Beschlüsse bekannt gegeben, wodurch das von ihrem Präsidenten Hnn D onato Otto len hi öffentlich angezeigte Programm ganz genehmigt wurde. Zu diesem Zwecke wurden drei Commissionen ernannt, welche sich mit der Herstellung dcS Tempels, mit dem Religionsunterrichte und mit den Anordnungen dcS Kultus sich beschäftigen werden. Ferner hat man den lobenswerten Bemühungen des neuen Präsidenten deS israelitischen GemeinderalhcS, Hrn. Donato Ottolenghi einen neuen moralischen und religiösen Sieg zu verdanken. Cs handelte sich nämlich um ein fünfzehnjähriges Mädchen,das bei einer katolischen Familie unter dem Versprechen verborgen war, ihren Glauben abzuschwören. Der Präsident, von den Kollegen, vomGroß- Rabbincr, und andern MagistratSpersoncn unterstützt, erhielt eine schriftliche Verordnung in welcher die augenblickliche Auslieferung des Mädchens an die von dem Präsidenten bezcichnete israelitische Familie anbcsohlen wurde. — San Franrisko. I» der gesetzgebenden Versammlung unseres Staate» wurde ein neues Sonntags-Gesetz eingebracht. Rach demselben sott derjenige, der den Samstag als Feiertag hält, zu keinerlei militärischer und gerichtlicher Verpflichtung an demselben angehalten werden. (Oeeideut) Kunst und Literatur. — Der Ritter Professor Josef Levi in Vercclli wurde zum Ehrenmitglied de» italienischen Rational-PolitechnikumS ernannt, und erhielt als Beweis der hohen Achtung die goldene Medaille. und von der Universität zu Neapel zum Dok'ir der Rechten promovirt, wurde in Folge eines Konkurses am innig Jndnstrial-Museum in Turin, zum Professor der Baukunst am gleichnamigen Institut in Venedig ernannt. — Der Kronprinz überschickte dem Ritter Rafael Ponhemoli für die ihm überreichte Kopie seines Gemäldes eine goldene Dose geziert mit seinen Wappen und Anfangsbuchstaben und begleitet von einem sehr artigen Schreiben; gleichzeitig erhielt der Ritter den neuen ^rden der Krone Italiens. Leben und Wirken des Kabbi I. Hirsch Aschtenasi, auch «nttr dem Nausen Ehacham Zebi bekannt von David Holub, Rabbiner. (Fortsetzung) Unter der Leitung des dort fungirenden R Eliah Kovo, satter de» Werke- ..tSm nrm hatte H der junge Aschkr« nasi, allgemein da- Wunderkind genannt, in der That auch in einer kurzen Zeit eine solche Staunen erregende Belesenheit und Fertigkeit in der rabbinischen Literatur gebracht, daß er nicht nur als der vorzüglichste der Talmudjünger anerkannt wurde, sondern sogar die Aufmerksamkeit und die Bewunderung der dortigen Rabbinnen auf sich zog. DP3 dp iVi .D'jpa Tina iS' mya D’Smi (ibid) Selbst sein Großvater Efraim, der öfter an ihn schrieb -und ihn in jedesmaligen Schreiben anspornte, daß er ja fleißig die Schriften der sephärdischen Chachamim studieren und ihre Vorträge immerwährend frequentiren möge, schrieb ihm immer in demselben mit solchen schmeichelhaften Ehrentiteln, wie man nur an große Autoritäten zu schreiben pflegt (ibiä). Auch Asulai erzählt im Namen des I. Secbi, als dieser wegen einer religiösen Angelegenheit im Jahre 1685 in Konstantinopel war, und der junge reiselustige Zebi eben auch dahin kam, wurde er nicht wenig seiner ausgebreiteten talmudischen Kenntnisse, aber noch mehr seines Scharfsinnes wegen von den dortigen Rabbinen bewundert (vcrgl. Waad la Chachamim II) Daß Emden diese, sowie die in den lieap. ’ax oart erwähnte Reise nach Adrianopel ignorirt, ist uns sehr auffallend. Einige Jahre in Saloniki weilend, kehrte er ausgerüstet mit allen rabbinischen Kenntnissen, die nicht unbedeutend sein durften, welche ein Rabbiner damaliger Zeit wissen muffte, nach seiner Heimat zurück. Spätestens war es im Jahre 1678, weil die Resp. 'Nr. 141, welche auch die erste ist, die er geschrieben, schon ans Ofen vom 25. TamuS des genannten Jahres sich datirt. Bei seiner Heimreise besuchte er in eben benannten Jahre Adrianopel, woselbst er mit dem frommen Rabbi Jakob Strimer, wahrscheinlich Bruder des Bibliographen Sabb atai Baß (vgl. die Einleitung zu dessen v'vrn tidp) über eine Kriegsgefangene, die einen Kohcn heiraten sollte, verhandelte (R. G. A. 141,) sowie eine dunkle Stelle in niPö YJö zum Maimuni, die nach StrimerS Angabe selbst von graugewordenen Talinudisten nicht erörtert werden konnte, unser kaum 17 jähriger Zebi aber mittels seines Scharfsinnes mit Blitzesschnelle die beregte Stelle anSeinandcrsctzte (Nr. 7.) Im folgenden Jahre (1679) unternahm er eine Reise nach Belgrad, in welcher Stadt er die Anfrage des dortigen Rabbiners Josef Almosnino') in einer Scheidungssache gegen dessen aufgestellte Meinung entschied (R. G. A. 41) und zugleich mit einem durchreisenden Nasir aus Hebron zusammcntraf und zusammcnspeiste. bei welcher Gelegenheit, als man den letzter» mit dem Wcinkelch zum Tischgebcbete beehrte, solchen aber nicht annahm, sondern dem Ueberreicher in der Hand lassend ohne' denselben das Tischgebet begann, und nach beendigtem Gebete den Uibcrreicher selbst davon trinken ließ; rügte unser junge Aschkenasi angesichts aller Gäste dieses Verfahren; und überwies es den sümmtlich anwesenden Rabbinen mit triftigen Gründen, daß derselbe gesetzwidrig gehandelt habe, welche Meinung auch dann alle mit ihln theilten 'in*? vnm D'oann ena mm (R. G.A. 168). Von Belgrad reiste er vielleicht noch in demselben Jahre wiederum nach seiner Heimat zurück,') da die Rcsp. Nr. 95, die er 1680 geschrieben, wieder aus Ofen sich datirt. Nach Hause kommend verlebte er da ohne Uibernahme ') Dieser der auch mir Efraim Kohcn einen Briefivechsel unterhielt, und welcher letzterer al« mau den ersterrn wegen der falschen Deutung einer Bibelstelle der Ketzerei auzeklagt zwei Sulachten (in seinem Y1V8 ivv Nr. 64 u. 65). zu feiner Verrheidigung herausgab, war der Bers. der^üima miVN'W. Kneg«unruhen halber floh er von Belgrad und starb während seiner Flucht, in seinem 46. Lebensjahre in Nikolöb. anno 1689 (Asulai in Waad la Chachamim). *) Möglich, daß unser Zebi erst 1679 oder gar 1680 zum erstenmal nach seiner Heimat anlanzte, und den Besuch Belgrad« wäbrrud seiner Heimreise gemacht haben mochte. Und wenn wir auch blc_ Rest». 141 schon 1678 au« Ofen datirt finden, ist noch keiu Beleg dafür, daß er 1778 schon daselbst war. Bielleicht bürste er selbe erst nach seiner Ankunst 1679 oder 1680 geschrieben haben; und da sein« Entscheidung 1678 während seiner Aawesenheil in Adriaaopel stattsand, er auch da< Datum auf tzarsilbe Fahr setzte.

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