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Die Gegenwart · 1868-05-28 · 13 (28.5.1868) · p. Seite 147

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
13 (28.5.1868)
Date
1868-05-28
Page
Seite 147 (sequence 9)
Language
German
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147, Beilage zur „Gegenwart" dir. 13. TUm Orte Böhmen« ein Mensch elnkM^Znftitute der gerügten Kategorie vorstehe, der vor Kurzem noch MarqueurSdienste geleistet. Dem entgegen wurde geltend gemacht, wir »iwnche Borsteher, e« wurden zwei namentlich aufgeführt, dem Entstehen und Bestehe» von Schulen ihre volle Thätigkeit liebreich widmen, wie dir Winkelschule oft der Embrio sei, au« welchem die öffentliche Schule sich gestaltet, und wie der Umstand, daß jemand eine Zeit lang gezwungen war. Marqueur zu sein, noch nicht sein« Befähigung zu Höherem auSschließe, da der König Ioachjm Murat ehemals Marquenr gewesen. Der Behauptung, wenn der Lehrer kein gesicherte« Brod habe, könne sein Sttebrn für die Schule kein srendigeS energische« sein, wurde entgegengesetzt, wenn die Eemeinden nicht, sehen, daß man für Emporbringnng und Hebung der jüdisch. Schulen wirksam sein »volle, werde» sie dem Lehrer zur Sicherung seiner Stellung um so weniger behilflich sein. Der prov. Präses reassumirte dir Debatte kur; dahin, daß beide Zwecke gleichzeitig und mit und neben einander angestredt sein sollen, und ersucht die Versammlung «inen Präses zu wählen, und nachdem da« älteste Mitglied der Lersammlung Herr Utip, der würdige Direktor der Zosefstädter Hauptschule, die Wahl entschieden abgelehnt hatte, wurde Herr Klein mit diesem Ehrenamte durch Acclamation betraut. Herr Klein berichtete nun ferner, da« prov. Comite habe bereit» ein Elaborat fertig, das bei Feststellung der Bereinsstatulen als Vorarbeit benützt werden können. Herr David Mend l beantragte, e« möge Herr Rabbiner I)r. Stein um gefällige AuSsolgung jener Statuten criucht werden, die bei einer vor 4 Jahren statigehabten Lehrerversammlung entworfen wurde, welcher Antrag auch angenommen wurde. Hieraus wurde zur Wahl eine« neungliedrigen Ausschußes zur Entwersung resp. Revision der vom prov. Eomite vorgelegtcn Statuten geschritten, und dem zu wählend«» Ausschüße die Aufgabe gestellt, vom nächsten Morgen um 8 Uhr der Versammlung Bericht zu erstatten. Nach vorgenommener Wahl und der Mitthcilung deS folgenden Telegramme« Prag von Bisenz. Lehrerversammlt'ng Hotel Katz Prag. Glück ans zu Euerem Beginnen, mit Einkakeit wird alle« gelingen Herzlichsten Brudergruß! Stein« Ulld IretM«, Hauptschullehrer. ging die Versammlung in gehobener Stimmung auseinander, und viele» die durch Berufsgeschafte gezwungen schon am Abende vor der nächsten Versammlung Prag verlassen mußten, gingen mit der freudigen Hoffnung daß ihre zurück bleibenden Kollegen das Beste aller ernstlich anstrebe», werden. V Lehrerversammlung 17. Mai 1868 Begini» der Sitzung 9 Uhr morgen« Nachdem der Prüfe« die Sitzung eröffnet, nimmt der Berichterstat. ter de« zur Entwersung der VereinSstatule» gewählte» Eomite» Herr Mendl da« Wort. Berichterstatter. Löbliche Versammlung! da ich z»m Bericht, erstatter der heutigen Sitzung gewählt wurde, so danke ich für die Ehre mit der ich betraut wurde. Der Entwurf, der un» vorlirgt, ist ans 5 verschiedenen Entwürfen zusammengestrllt, und zwar: 1. au« dem Entwurs de« löblichen prov. Eomite«, 2. au« dem, der vom Hrn. Rabb. vr. Stein entlehnt wurde. 3. au« dem Entwurf de« Lshrerverrin« in Mähren. 4. aus dem Entwurf de» Lrhrerveretn« in Ungarn. 5. Au« eitlem vom Herrn Lehrer Stein aus Newrklau übergebenem Entwurf. Wir haben uns bemüht dasjenige zu wählen, wa« uns für die Verhältnisse Böhmens a»n schicklichsten und geeignetesten erscheint, und haben einiges zugefügt, einiges weggelaffen, wie wir glaubten, daß es die Verhältnisse erlaubten. Wir hoffen un« die Zufriedenheit der Versammlung zu erwerben, jedoch werden wir uns jeder bester» Überweisung gern anschließen. Vor allem muß bemerkt werden, daß wir den Titel der Statuten kurz gefaßt haben, nähmlich; Israelitischer Lehrer-Verein in Böhmen. C« ist also in dem Titel kein Zweck ausgesprochen, damit er alle Zwecke die der Schule und den Lehrern ersprießlich, acceptiren könne. Im ß 1 ist der jetzige Ziveck de« Vereine« ausdrücklich beirannt. (st t wird vor^rkrfrn.) §. 1. Seme dienstunfähig gewordenen Mitglieder, sowie die hinterlastenen Wittwen und unmündigen Waisen nach Kräften zu unterstützcn. Wir habe»» nach dem Wunsche vieler Herren dasjenige vorangestellt wa« die Lehrer persönlich interessirt. (bravo) (§ 2. wird verlesen.) §. 2. Die Förderung der allseitigen Juteresten der isr. Volksschule. Hahn. Gegen den ersten Punkt de» § 2 kann ich Nicht« einweirden; was den 2. Punkt betrifft, so ist unter „allseitige Interessen" wohl viel, aber wmig Bestimmte« gesagt. Ich stelle daher den Antrag, der 8 laute Hebung de« isr. LolkSschulwesen« und Verbesserung der Lage isr. Lehrer. B e richter statt er. Dieselbe Idee hat sich auch gestern geltend gemacht» aber jede« derartige Präzisiren ist auch rl»»e Beschränkung der Wirksamkeit de« Vereine« und die Motive, die un« bei der Kaffnnq de« I Titel« geführt haben,,haben uu« auch hier geleitet. Wir wollten keinen s präzifirtm Ausdruck nehmen, um nn« nicht zu beschränken, und ich glaube diese Fassung aufrecht halten zu müssen, weil sie un» gestattet, alle«, Mögliche, >va« überhaupt die Schule, de» Lehrer und die Interessen der i Gemeinde bezüglich der Schule betrifft, in den Rayon, unserer Thätigkeit zu ziehen, (bravo) Antrag de« Herrn, Hahn kommt zur Abstimmung und bleibt in Minorität. Prise«. Mein« Herren, wir «ollen demnach darüber abstiuunen, I ob der Zweck de« vereine« der kein soll, der in dm Etatutm mtworfm ^rdk, oder geändert werden soll; wir mllffm aber die Abstimuuwg auf beide Zwecke beziehen. (Prise« liest dm 1. Punkt noch einmal vor.) Punkt 1 wird angenommen. Punkt 2 .die Förderung allseitiaer Jateresskn der isr. Volksschule" angenommen. (§ 3 »vird vorgelesen.) § 3. Zur Erreichung de« Zwecke« sud 1 sind; ») die jährlichen Beiträge der, Mitglieder, b) die freiwilligen Spendm, Schenkungen, und Vermächtnisse, c) der Reinertrag literarischer Unternehmungen. Fleisch«er. Ich würde mir erlauben zu bemerken, daß vor diesem tz vielleicht ein anderer stehen sollte, wann der Verein seine Wirksamkeit beginnen kann. I^räs e«^Jch muß bemerken, daß nach u,»seren VerrinSgrsetzeu jeder Verein der behördlich angemeldet wird, nach Verlaus von 4 Wochen sofort in« Lebm.treren kann. Fleischer verlangt 30 Mitglieder. Präses bemerk», daß dies später noch vorkomine. § :» wird angenommen« (§ 4 wird vom Präses vorgelesen.) tz 4. Zur Erreichung de» Zwecke« sub 8 2 bilden sich i» den einzelnen Bezirken des Kroiilandr« Zweigverrine. Die einem solchen Bezirke angehörigen Mitglieder halte» von Zcit zu Zeit Versammlungen ab, an welchen pädagogisch didaktische Fragen behandelt, und auch Vorträge einzelner Mitglieder über besondere Lehrfächer der isr. Volksschule abgehalten sowie auch Lchulfraaen be,proche» werden, die von Mitgliedern de« Vereine» angeregt wurden. Jeder Zweigvcrein wähle au« seiner Mitte rin aus 3 Mitgliedern bestehendes Brzirkscomitc, »vrlche« au« seiner Erfahrung der Gesammtverwaltuiig die betressenden Vorschläge zu machen hat. Jedes »eugrbildetc Eomite bat sofort nach erfolgter Eonsti tuierung die Verwaltung davon in Kenntnis zu setzen. Hahn. In dirsem 8 wird gesagt, daß in einzelnen Bezirkt» sich BezirkSvereine bilden sollen. Ich glaube, daß »vir isr. Lehrer nicht so zahlreich sind um in jedem Bezirke Ziveigvereine zu bilde». Es wäre vielleicht dann bester, wenn lieber in einem Kreise sich ei» Ziveigverri» bilden würde. Allenfalls würde die Anzahl der Lehrer eine Summe-repräsentiren, die einen Verein bilde» könnte, Ich stelle daher den Antrag, daß statt deS Wortes Bezirk-Verein es KreiSverei» heiße. Berichterstatter, llnter dem Worte Bezirk verstanden wir keineSwkgS die gegenwärtigen politischen Bezirke, sondern eine» näher zu bestimmenden Ravon. Der Ausschuß schließt sich dein Anträge des Herrn Hahn an. Fre»'. Bitte meint Herren, wir werden nicht znin Ziele kommen, wir »vollen sobald als möglich fertig »verden. Ich »vill, eS sollen ErziehungSvereine statlfinden, und den Zweck haben, daß die Lehrer die El tern über die Erziehung der Kinder unterrichten solle». Sie können zusammen kommet» und sich von Zcit zu Zeit besprechen. Fleischer. Ich »vill noch btmerkei», daß der Airtrag des Eoini te» hiemit zu empfehlen ist, ans den Antrag de« Hr». Fre», erlaube ich mir zu bemerken, daß unter dem Ausdruck „Bezirks-Verein* Thätigkeit im Sinne seines Anträge« durchaus nicht ausgeschlossen ist. Hahn. Tie enlrvorsene» Statuten sind der Behörde vorzulegen. Ich bitte in Betracht zu ziehe»», daß wir am Vorabende einer »lenen po> litischen Eintheilung stehen und bitte die« zu erwägen. Mein Antrag geht dahin, daß da« ständige Eomite in Prag selbst mehrere Städte ei genmächlia zur Vereinigung gnippire und daß in der Umgebung sich Vereine bilden. (Bravo) (Ruse: Schluß der Debatte, Abstimmung.) B erichter st. Wird eine neue Eintheilung gen,acht, so können wir auch eine Aenderung treffen. Präs. Ich ersuche den Herrn Schriftführer den l. Antrag vor;»» lesen. Der Antrag deS Hrn. Hahn wird verlesen und angenomnir». (Forts,tzniig folgt.) *** Wir sind in dcr Lage, die von unsercin Bericht erstattet irrthümlich gebrachte Meldung, daß den prager jü bischen Gemcindcwählern das direkte Wahlrecht entzogen werde, dahin zu berichtigen, daß dieselben wie früher 18 Mitglieder tun Sie Repräsentanz und übcrdieß 66 wählen sollen, die den weiteren Ausschuß zn bilden haben. Sonntag den 61. Mai 6 Uhr Vormittags findet die Neuwahl eines Vorstandes in die Bcerdigungobrüderschaft statt. Am 25. d. M. wurde dem Eantor dcr hiesigen Klaussynagoge Herrn Flamm als Zeichen der Anerkennung für seine nach jeder Richtung überaus befriedigenden Leistungen auf dem kantoralen Gebiete von den Frauen der vorgenannten Synagoge ein prachtvoller seidener Talith mit goldener Borte und ein silberner Pokal gespendet. Diese Geschenke, die ihm von einer Damendeputation in Begleitung einer ihn ehrenden Ansprache überreicht wurden, liefern den Beweis von den ungetheilten Sympathien, die sich Herr Flamm während des kurzen Zeitraumes, in dem er in Prag fungirt, erworben hat. An dem Feftzuge, bet am 16. d. M. zur Feier der Grundsteinlegung deböhmischen Nationaltheaters in imposanter Weise und bewunderungswürdiger Ordnung vor sich gegangen, betheiligten sich auch unsere Glaubensgenossen, denen e» zum Verdienste angerechnet werden kann, daß sie ein friedliche» Verhältnis mit ihren nichtjüdischen Brüdern an-

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