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Die Gegenwart · 1868-05-28 · 13 (28.5.1868) · p. Seite 149

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
13 (28.5.1868)
Date
1868-05-28
Page
Seite 149 (sequence 11)
Language
German
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149 eines öffentlichen^ Amtes gegen 6 oder 7 Jahre sich au-» schließlich mit seinen Studien befassend. Zebi war nie, wie manche glauben, Rabbiner in Ofen, tonnte es auch nicht werden vermöge eines dort eingeführten Status, daß Niemand, der nur irgend eine Verwandschaft im Orte hat, da als Rabbiner imfgeüommen werden darf, (vgl. שער אפרים Nr. 62 u. 68.) Es ist daher unrichtig, wie Zipser, Fränkl, u. n. a. glauben, daß Zebi gegen 20 Jahre in Ofen verlebt habe; er dürfte da höchstens 13 oder 14 Jahre verweilt haben, nämlich 7 oder 8 Jahre während seineS Knabenalters und die übrigen 6 Jahre von seiner Rück kehr auv der Türkei bis zur Eroberung Ofens. Kaum einige Zeit zu Hause anwesend, wurde dem überauS schönen und geistreichen Jüngling auch mehrere splendide HeiratSauträge aus den achtbarsten Häusern Ofens gemacht, das Loos fiel auf eine der geistreichsten und tugendhaftesten Mädchen, die nebst den irdischen, auch mit geistigen Gütern gesegnet war. Hirsch erreichte hierdurch die höchste Höhe des Glückes; bewundert und verehrt von der Welt, gesegnet mit großen Glücksgütern, und was noch alles dieses überwog, war, — eine biedere, fromme und tugendhafte Gattin zu besitzen. Aber nicht lange sollte ihm dies glückliche Loos währen! das scit-^145 Jahren von den Türken beherrschte Ofen wurde im Jahre 1686 wieder von den Oesterreichern genommen. Bei dieser Einnahme verlor unser H. nicht nur seinen Bücherschätz und dessen ganzes Vermögen, sondern, was der herbste Schlag für ihn war, auch seine theuere und liebenswürdige Lebensgefährtin. Eine Kanonenkugel traf unglücklicherweise seine Wohnung und raffte sie mit dem ihr neugebornen Mägdlein weg, während er in diesem Momente glücklicherweise in dem nächst anstoßenden Hause sich befand. (Vgl. .npo םגלח) Unter Grausen und Schreck kaum mit dem nackten Leben davonkommend, ergriff er die Flucht, und begab sich nach Bosnaj — Serai (Serajewo) in Bosnien, wo er dort mit offenen Armen empfangen, und zu ihrem Rabbiner ausgenommen wurde, und daselbst bis 1680 verblieb. In diesem Jahre erhielt er eine Anfrage (R. G. A 17.) von Jakob b. Josef Backofen auch Reischer') genannt, worin ') Dieser ein Schwiegersohn de« Wolf Spira und Schwager von Elia Spira und David OMnheim war 1709 Präses de« Rabbinercollegiums in Prag, nachher Rabbiner in רישא in Polen, dann Landrabbiner in Anspach, Worm», endlich zuletzt in Metz und verfaßte die R. G. A. שמח יעקב und viele andere, sowohl die Halacha als Agada behandelnden Werke. Daß er aber wie Manche glaube» den Beinamen er ihm von dem großen Brande in Prag berichtet, der brkantlich am 21. Juni in der Altstadt auSbrach und sogleich die Judenstadt ergriff, welche in einer Zeit von 2 Stunden bis auf einige Häuser in einen Schutthaufen verwandelt wurde, wobei eine enorme Zahl von Büchern, Thorarollen, Paramente x. verbrannt wurden und dabei sehr viele Juden ihr Leben einbüßten, und an ihn die Frage stellt: ob er wegeu dieses gräßlichen Unglückes verpflichtet sei die übliche Trauerze» remonie des Kleiderzerreißens vorzunchinen. welche Anftage ihm H. noch von Ösen oder vielleicht schon von Serajewo aus beantwortete?) (Fortsetzung folgt.) Reischer geführt, weil er da« Raddinal zu Reische in Polen bekleidete tst unrichtig; da er in seinem י'.' יעקבp. 99 b ״inen gelehrte» und in Frankfurt verstorbenen Großväter schon unter diesem Beinamen erwähnt שכזעתי מאכ׳״ו היה סהור״ר יוסר* נריו בשם אביו הגאון מהור״ר יעקב רישר זצ״ל" י) Zum Andenken an diese« traurige Ereigniß wurden auch in der Liturgie Bußgebete eingesührt, welche immer am 4. lainu« al« dessen Jahrestag in ^rag reznirt werden. Pelzet metdrr in seiner Gekchichte von Böhmen S. 54b auf Johann BeccholvSky sj>h b.-rufcnb, daß bei diesem Brande 11 Synagogen und viele hundert Jude» verbrannt werdm wären und giebt an beregter Stelle nur die Zahl von 961 in der Alt- und 146 Häuser in der Neustadt an; bei diesem Brande ging davon dem Oberrabbiner R. Löw b. Brzalel gegrn idete Beth-Ham,drasch Berichtigung. Auf der erste» Seite von Nro. 19 soll r« in der 7. Zeile rechtstatt Erinnerung, Erringung, in Feuilleton 9. Seite von mttrn die b. Zeile statt unistären, Umstürzen, Seite ll2 Zeile 96 statt und. um, in der Beilage Seite 137 in der Anmerkung statt Kesnngcnen, Gelungenen. Jur Jarnachachlurig- Anonyme Briefe, von denen wir in letzter Zeit förmlich überhäuft werden, finden keine Bkllicksichtiglmg. Bezüglich de« Schreibens pcto der Meistlsynagoge bitten wir da« Bistr zu lüften. (kir Red.) Briefkasten der Redaktion. Hm. vr M. in Br. Ihre Eorresponden; können wir nicht erwtnden. Hrn. D. K. in Sk. der Name Ihrer Gemciudr befindet sich nicht dort, folglich kann von einer Remiltirung der Dokumente nicht die Rede sein. Hr». W. in Ez. Ihre Arbeit da« nächste Mal. Inserate: (Eingesendet.) Herr Kreisrabbiner Haller möchte sich gerne als Freund der RabbinatS-Kandidaten und Förderer ihrer wissenschaftlichen Bestrebungen geriren, wo es aber"dazu kommt, sich als Solchen zu bethätigen, und sein mündliches Versprechen auch mit einigen unschuldigen Zeilen zu bekräftigen — da gukt der Nagel aus dem Sack heraus, und bekundet er eine noch größere Beschränktheit als der armselige Vorsteher einer kleinm Gemeinde bei Prag, der rS auf eigene Faust nicht wagt, einm in seinem Fache tüchtigen RabbinatS-Kandidaten in seiner Synagoge eine Gastprrdigt halten zu lassen. StN Frem-d der pffrnheit. (Elttgtsendet.) Der Wahrheit die Ehre! Wer bei Bezug der Frankfurter Stadt-Lose auf rede ׳unb pülrktlichir Behandlung rechnen will, der beliebe stch an die seit 30 Jahren bestehende und hochgeachtete Finna: Z. W. jbaas in Irankjurt a- W zu wenden. Mir wurde da- Glück zu Theil mit einem Frankfurter Los im Verlaufe zweier Ziehungen!mal 115,000 Gulden und 1 mal 110,000 zu gewinnen und von obiger Firma baar ausbezähst zu bekommen. Amtliche Beweise stehen Jedermann von genanntem Hause zu Diensten. - > 0. SR. frihrr H«f!»tltzitch1er, jetzt Nextiee.

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