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Die Gegenwart · 1868-05-28 · 13 (28.5.1868) · p. Seite 142

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
13 (28.5.1868)
Date
1868-05-28
Page
Seite 142 (sequence 4)
Language
German
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142 Crfltlpfcifc citifr andern Synagoge den Grundton zur verloren gegangener Harmonie im Jndenthnme finden kannst. Im vollsten Ernst gesprochen aber wollen wir daran erinnern, daß Männer, die ilirnjcit hier zu Vaiibe wegen ihrer zum Bessern vorgeschrittenen Jdtcu nnd Handlungen vielfach angrfeindet und alö Reformer verschrieen waren wie der hochselige I>f. Sach- und der zum Heile de- JudenthumS wirkende Dr. Frankel nicht allein inNorddeutschland vielfach zur Orthodoxie gezählt werde. Sind aber die Begriffe so schwankend nnd unbestimmt, so iann co gewiß nicht heilbringend sein, daß derselben die schöne Einheit nnd Einigkeit im Jndenthnme, welche da-selbe durch Jahrtausende allen Stürmen und Drangsalen znm Trotz erhalten hat, zum Cpfcr gebracht werde und jene thun sehr Unrecht daran, welche die Namen dieser Begriffe, sei co au- Leichtsinn, .aus Eitelkeit oder aus Egoi-mumi-brauchen, und b(ic Worte: „Ibri anochi!“ nicht »lehr alvollgiltige Parole Vkö innigsten Bruderbündegelten zu lassen zu einer Zeit, wo politische Freiheit nnd bürgerliche Gleichbereclstigung der Juden nur in den wenigsten Staaten gegeli jeden Sturm festgewurzelt stehen, in einer Zeit, wo nach de» jüngsten Er sahrnngrn in Rumänien Ehre, Eigcnthum und Leben dcö Jsraeliten von Fanati-mn- und Raubsucht vielfach angctastet, laut mahnen, wie Einheit und Einigkeit, herzinnige- Zusammenleben und Friedlichlrit unter den Inden nicht Kleinig leiten undKleinlichkciten pflichtbsirgerlicher Beschränktheit und Phraseninacherei — zum Dpser fallen dürfen. . und veröffentlicht, ohne die Strafe zu fürchten, die auf Uedertretung eine- Staat-gesetzewelches nicht erworbene und nicht Ehrenhalber erhaltene Titel anzunchmen verbietet, erfolgt, der die Unverschämtheit besitzt, sich für Rabbiner in Prag au-zugedcn, erkühnt sich einen Mann anzugreifen, > bei dem ein Kohn noch die Schule besuchen könnte, um doch | wenigstenselbstständiger arbeiten zu können. Dieser Kohn,! den man in allen Gassen hernmschlendern sieht, nimmt sich ' zur Zielscheibe seine- Angriffeden von Herrn Hilde-heimer,! gebrauchten Ausdruck „Degradiren" und erinnert sich nicht ' bei diesem Auodrucke, daß er zu jener Stufe dcgradirt zu werden verdient, wohin solche Subjekte gehören, welche sich wie Schuljungen Ehrenmännern gegenüber benehmen. Dieser Kohn, dem so Manchenachgewiesen werden kann, wasich mit der Stellung eineans „Rabbiner" Anspruch machenden Mannenicht vereinbart, wirft einem Gelehrten Respcttverlctzung der Thora, Mangel an Auffassungskraft vor, wirft einem Manne wie Hildesheimer Streitsucht und Streben nach Zwietracht vor, mit den Worten: „Um jene kleinlichen Menschen, die nicht viel und dao Wenige nicht gründlich gelernt haben, vor dem unwissenden Volke aber gerne den großen M a n u spielen möchten, überall sich aufwerfen, überall sich an die. Spitze stellen und ungerufen und unberufen Recht sprechen und Gutachten abgcben in Israel diese! Menschen mehren Streit und Zwietracht, diese j stören die Crbmutg der Welt, diese löschen audaS Licht j der Thora, diese verwüsten den Weinberg de- Herrn der . Heerschaaren." Gleich darauf nimmt der scheinheilige Tar- Eine. Foilsltzmig zur Fortsetzung. Wir haben in unserem Artictrl der vorigen Nummer „Wie iiuui Lll>->eil macht" Herrn I. Kohu da- Vcrsprcchcn gegeben, daß wir noch seiner gedcnkcu melden, wir kom men.demselben nun heute nach, um den Fortsetzungen, die er in der Neuzeit, jcdc-mal mit einem laugen lügenhaften Titel versieht, und solchen Leuten a la Kohn al- Leckerbissen vorsetzt, eine kleine Fortsetzung folgen zu lasse». Wie schon einmal bcmcrll, wolle» wir uns um dr» auf die Wissenschaft im Allgemeinen ironischen Thril dieser seiner erbärm lichrn Arbeit nicht lüinmern und überlassen co anderen Blüt lern nnd denen die cnicht scheuen, ihre Hand zu beflecke», um einem vorgeschobene» Ehraltentütcr zu rcplicircn. An uno ist cnur dem Herrn Kohn noch einmal wie Shakespeare-, der Richard III. dtssen Schandthateu in Traumgebilden vorführcn lässt, da- Bild seiner edlen Eharaktcrzügc! auszurollen, damit et. oor sich selbst zurüekschrcckend den Schrei de- Entsrtzeiio auostoße, ob der Versündigung, die er sich einem Manne gegenüber zw Schulden kommen ließ, best- ' jrn Namen er nicht einmal würdig ist auoziisprechen. Wir habe» co hier n.it drin Protvthp einco rabbinischcn Franz Moor zu thun, der mit der Tugend kokcttirt, um i’ mit dem Laster einen desto festeren Bund zu schließen, der schmeichelt und kost um zu tobten, der zu den höllischsten .Kunststücken greift, die er mit dem Scheine von Edelmuth zu überzuckern sucht! -Hr. Kohn, dieser moderne Franz sucht Herrn Dr. Hilde-heimer durch Hinzuziehung Effrckt verursa chcnder Persönlichkeiten, durch Titrlchen, moralische Dolchstiche beizubringcn, um diesem wactcrn Manne den Garau- und sich, wie Franz Moor sagt, zu einem großen, großen Manne zu machen. Die Eutrustuug, die beim Lesen jencdcn Talmud und de» Leser nothzüchtigcndcn Artickel-, einen jeden'erfüllt, der de- 26 jährigen Jnnglinggroße Vergangenheit vou Mi-kolc au-, dessen große Gegenwart und dessen unsägliche- Wirken von-Prag aukennt, ist eine im« niensc zu nennen, die um so mehr gerechtfertigt erscheint, alrin ähnlicher Fall nicht uachgcuüesen werden kann. Ein Mensch, der sich Doetor nennen lässt nnd Kieken Titel (ihreiht taffe eine Schwenkung und sucht diesen Satz nicht auf ihn anwendcn zu wollen, doch nicht lange behagt ihm die Reue, und er spricht ihm talmudisch halachisches Wissen und Berständniß für die heilige Thora ab, er stellt die Solidität, Humanität, Sittlichkeit, Würdigkeit eines Mannes in Zweifel, der sich für da- Judenthum opfert, derTm Jahre so viel Zedaka gibt, daß solche rabbinische Backfische a la Kohn von den Zinsen derselben leben könnten, um nicht in da- Fleisch hochstehender Männer ihren kecken Rüssel cinzubohren. Ein Mann der einer Gemeinde al- 1. Rabbiner, einer Talmuds Thora Schule, die 160 Schüler zählt, alö Leiter und Lehrer vorsteht, in dein Schatz der jüdischen und klassischen Wissenschaft unermüdlich gräbt, verdient ein bessere- Looo, alo von einem loholaistischcn Rabbinat-kandidatcn, in den Koth gezerrt zu werden. Die „Geonim" und „Ge dolim" Prag'- können stolz darauf sein, daß sie ein solcher rabbinischcr Athlete in den Schutz nimmt, der sich durch da- Jntrigucnspicl in einer gewissen Affairc vom „Elender" zur Kanzel hinaufgcschwungcn hat. Damit ist aber der Heißhunger diesehhänenartigcn Verfolgers noch nicht gestillt und er sucht als Moralist eine Menschenehre biö auf den letzten Rest zu verzehren, indem er nochmals einen Satz auf die bereitbenagte Beute macht nnd einen „M an» von c ur o p ä i s ch e m R n f c" an diesem Götte,mnhke Tf)rif „eh^ men lässt. Nun streckt er die Glieder und legt sich nieder und nennt diesen Mann „eine.n Mann, dessen Namen die ganze gebildte Welt mit Ehrfltrcht nennt." Erwägen wir nun, daß Herr Kohn, der wahrscheinlich durch Nennung dieses Manneauch der ganzen gebildeten Welt angchören will, von eben diesem Manne ungegenüber nicht in schmeichelhaftester Weise gesprochen, daß er sich ungegenüber erklärte, er besuche ihn nicht wie die anderen, da er sich von ihm zu einem Werkzeuge nicht gebrauchen lässt, mit einem Male diese europäische Berühmtheit in sein Evnversationolcxilon stellt und in grimmiger Weise die Tatze der Impertinenz auf den Nacken de- Cisenstädter „Eut steller-, Verdreher-, Verstümmlet- und Berkürzlerde- Tal mud" — wie Kohn ihn nennt, — stellt. Sie mein jutester Herr Kohn! Sic wollten für ein Linsengericht, davielleicht in der Erlangung eine- Trauung-rechte- oder anderer für die Zukunft gutkommender Empfehlungen Triumpfe feiern und haben zu den unerhörteste» Mitteln Ihre Zuflucht genommen; Sie haben die Wissenschaft« («A« m«k

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