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Die Gegenwart · 1868-11-28 · 1 (28.11.1868) · p. Seite 7

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
1 (28.11.1868)
Date
1868-11-28
Page
Seite 7 (sequence 15)
Language
German
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vermiethtt, doch' walteten dabei die konfessionellen Bedenklichkeiten keineswegs ob, man war in geschäftlicher Beziehung durchaus nicht so peinlich, wie in confeffioneller, Die Moralitäten deS Cafe Restaurant wurden immer weniger ausreichend befunden und dieser Mangel führte endlich zumLu- >sammentritt christlicher und jüdischer Kaufleute behufs der -Verständigung einen BSrfrn-Aktienvcrein zu bilden und ein Kapital von 150.000 Thaler zu beschaffen, um ein neues Börsengebäude zu entwerfen, daS heute als imposantes Gebäude eine der größten Zierden der Stadt Breslau wurde. Algier. Hier wurde eine jüdische Gewerbschule gegründet, um das Heranwachsende Geschlecht an Arbeit und Ordnung zu gewöhnen. Herrn S. Horcl ist das Verdienst der Gründung zuzuschreiben. China. (Der Untergang einer jüdischen Co^ tonte) Die alterthümliche jüdische Colonie von Kajfung-fce in China hat sich aufgelöst und die Synagoge daselbst ist zerstört worden. Ein Missionär, der diese Gegend bereiste, fand daselbst bloS einen Stein, der auf seiner linken Seite die Errichtung dieser Synagoge im Jahre 1162 und die Ankunft der Juden nach China unter der Dynastie Han 3 Jahre nach Chr. anzcigte. Die rechte Seite deS Steines meldet eine Restauration der Synagoge unter der Dynastie Ming, also vor beinahe 300 Jahren. Der Missionär entdeckte einige Abkömmlinge dieser Colonie, deren Gesammtzahl sich auf 300 Seelen beläuft. Nach ihren Aussagen mußten sie die Baumaterialien der Synagoge verkaufen, um sich das Leben zu fristen. Dieselben beschäftigen sich jetzt mit Tauschgeschäften, mit dem Verkaufe von Obst und Bäckereien. Sie besitzen einige Abschriften alter hebräischer Schriften und eine unleserliche Thorarolle. Hebräisch verstehen sie gar nichts. Der Missionär sah noch den Sohn des letzten Rabbiners, mit dessen Tode die Kenntniß deS Hebräischen unter ihnen erlosch. Die Leute, die zu den Uebcrrcsten dieser Colonie gehören, versammeln sich nicht mehr und sehen sich auch nicht mehr als Gemeinde an, verloren überhaupt bereits jede Spur ihres Glaubens und ihres Stammes, sic erwähnen bloS nur noch das Laubhüttenfest und das Fest des ungesäuerten BrodcS. (D. Presse) RapoportS nach Prag Bezug haben. Der Inhalt derselben, -der intereffanke Schlaglichter sowohl auf die Freunde als auf die Gegner R. wirft, so wie die Sprache in der sie geschrieben, verleihen dem Briefwechsel ein seltenes Interesse Die genannte Vcrlagshandlung beabsichtigt derselben durch den Druck zu veröffentlichen, sobald sich eine lebhafte Theilnahmt zeigt, die sich in Zuschriften kund zu geben hat. — Bei I. Schneider in Mannheim ist erschienen r „Die Sittcnlehrc des Jüdenthums anderen Bekenntniffen gegenüber, von I)r. E. Grüncbaum Bezirks-Rabbiner zu Landau. - . — In Jena ist bei Ratz erschienen „Maleachi" eine exegetische Stndic über die Eigenthümlichkeit seiner Redeweise von Mar Sänger Bezirksrabbincr in Mergentheim. — Bei Oskar Lciner Leipzig ist erschienen „Achava“ BercinSbuch für 18(58 (5628) HcrauSgcgcbeN vom Vereine pir Unterstützung hilfsbedürftiger isr. Lehrer, Lehrer Witwen und Waisen in Deutschland. — Im hiesigen Schachklubb soll demnächst ein Schach, turnicr eröffnet werden,bei dem der berühmte' Schachkttnstlcr Herr Steinitz aus Prag feine Mitwirkung zngcsagt hat. — Theater. Der Schul; von Altenbüren, so nennt sich ein vieraktigeS Schauspiel von Mosenthal dem Verfasser Dcborah's, das im Wiener Hofburgtheatcr de» 22. d. M. mit großem äußern Erfolge gegeben wurde. Eine der Hauptrollen dieses Stückes nämlich Heinrich Weigand war in den Händen unseres Glaubensgenossen Sonnenthal, der sic mit. meisterhafter Emphase durchführte. Wohlthätigkcitöakte und Ltiftungt». \ Wie cS verlautet, beabsichtigt der Prager Obercantor Herr Moritz PcrclcS zur Erinnerung an seine 25» jährige AmtSjubclfeicr einen Verein für EantorSwitwen mit einer KapitalSanlagc von ö. W. fl, f>tmx> zn gründen. Wenn diese einstweilen mit aller Vorsicht zu behandelnde Verlanlbarung zum definitiven Abschlüsse gebracht werden sollte, so' ist eS gewiß ein cdlcS Werk, das-eiiic Jubelfeier zu krönen 'verdient. <3 . Kunst und Literatur. — .GötheS „Reinecke Fuchs" wird demnächst von Rabbiner Ignaz W. Back inS Hebräische metrisch übersetzt, erscheinen. — Die G cdächtnißrcden, die anlässlich der zum Andenken an "den verewigten Rapoport angeordncten Traucrandachten von den Herren Doktoren Stein, Sonnenschein, Kohn in der Meisel- Neu- und Klaussynagoge gesprochen wurden, sind durch den Druck bereits veröffentlicht worden. Dabei ist zu bemerken^ daß der Reinertrag der Gedächtnißrcde des vr Stein, der Thalmud Thora zugewcndct ist. Die Trauerrede des vr. Sonnenschein ist nach stenografischen Aufzeichnungen veröffentlicht. Die letztere so wie die deS vr. Kohn sind im Berlage von Senders & Brandeis in Präg erschienen. — Eine Brochüre das 25jährige Amtsjubiläum des pragcr ObercantorS Hrn. Moritz PereleS betreffend befindet sich unter der Presse. Dieselbe sowohl die Festlichkeit schildernd als auch die an dm Jubilar eingclaufenen Telegramme, Briefe cte. ihrem Wortlaute nach berichtend, wird von dem Fcstcomite herauSgegeben und dem Jubilar gewidmet. Der Reinertrag fällt dem zu gründenden Cantorvereiue zu. — Die Buchdrucker« und Vcrlagshandlung von-Senders & Brandeis in Prag ist im Besitze der Manuskripte der in hebräischer Qriginalsprache geschriebenen Briefe, die zwischen den stetigen Herrn Mose- Landau und Salomon Löb Rapovort gewechselt wurden, so wie aller jenen von andern Personen herrührenden Briefe, die auf die Berufung Rklrologit. Ilr. Israel Eduard Kley (gcb. zu Breslau 10. Juni 1780) gcst. 6. Oktober d. 3- (5r war einer der Begründer der jüdischen Predigt in Deutschland; ncbstdem hat er sich um das Schulwesen verdient gemacht. Vom Lüchertische. Gcdüchtnißrcden'für den verewigten pragcr Oberrabbiner Rapoport von Vr. A. Stein Prediger (der Meisel - vr. S. Sonnenschein (der Reu-) und Vr. Kohn (— der KlauSsynagogc.) -- Bei dem llmstande, daß cs Uns erstlich der Raum nicht gestattet, über jede der uns vorliegenden Gedüchtnißrcdcn ein ausführliches Referat zu liefern, so dann die Tendenz dieser Trilogie dieselbe ist, wollen wir uns kur; fassend die drei in einer und derselben Gemeinde nur in verschiedenen Synagogen gehaltenen Gcdüchtnißreven Einer Besprechung un tcrziehcn. Es ist über allen Zweifel erhaben, daß die Trauerrede des Predigers Vr. Stein als die beste zu verzeichnen ist, weil er in einer gefälligen Form, in geistreicher Weise die Leitungen deverewigten Gelehrten auf dem Gebiete der Wissenschaft im gehörigen dem großen Denker gebuhrtnden

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