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Die Gegenwart · 1868-11-28 · 1 (28.11.1868) · p. Seite 8

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
1 (28.11.1868)
Date
1868-11-28
Page
Seite 8 (sequence 16)
Language
German
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sein Wirken im beschcidmcm nicht gar zu überschwenglichen Maaße darzustcllen weiß, indem er richtig bemerkt: „R war der Wächter deS großen Schatzes, er konnte nur Goldstücke und große Noten ausgeben, das Volk aber braucht Scheidemünze, es hat nicht Zeit zur Befriedigung seines religiös» Bedürfnisses erst gelehrte Schriften zu ftudiren u. s. w." Ebenso tacktvoll hat der Redner den verstorbenen gelehrten Prager isr. Gemeindevorsteher M. Landau erwähnt, dem die Gemeinde diese Koryphäe zu verdanken hatte. -WaS die Gedächtnißrede des Prediger vr. Sonneschein betrifft, so lässt er weniger die Mitwelt sprechen, vielmehr weist er darauf hin, was die Nachwelt sagen wird. Die Rede reich an Metaphern athmet Poesie, ein Eharakteristikon der Homilien SonnescheinS. Wir sehen an den duftenden Blumen schöne funkelnde Ringe, aber im Ganzen keine Kette. Nun zur dritten und zwar der des Predigers vr. Kohn. Diese Trauerrede entspricht in soferne der Tendenz als in ihr der elegische Ton varwiegend ist; doch wäre eS angezeigt gewesen, wenn der Redner mehr Maaß im Ci- - tiren hebräischer Midraschstellen gebraucht und überschwenglichen Bombast vermieden hätte, welcher störend aus die sonst so geistreichen Pointen der Predigt wirken musste. — ß Würdigung deS im Namen der 120 altgläubigen Gemeinden dem CultuS und Unterrichtsminister eingereichten Memorandums. Pest 1867 Nyoma tott Leitner M. L.— n6 Unter diesem Tiiel liegt unS eine trilinguistische Brochüre (in ungarischer — deutscher — und hebräischer Sprache) vor, die nichts anders als eine Replik ist auf das von 120 altgläubigen Gemeinden dem Cultus- und Unterrichtsminister eingereichten Memorandums. Wir bedauern, dasselbe nicht zu Gesichte bekommen zu haben und beschränken uns nur auf die Beurtheilung vorliegender Broschüre ohne über Recht oder Unrecht zweier gegenüber stehenden Parteien zu entscheiden. Die Sprache des Schriftstückes ist sehr mäßig. gehalten und der Verfasser schildert im Anfänge sogar den' Eindruck, den die Denkschrift auf ihn gemacht als einen gerade nicht unangenehmen; es mußte ihn vielmehr angenehm überraschen, seinen „altgläubigen" Glaubensbrüdnn auf dem Wege des entschiedenen Fortschritts zu begegnen. Erkennen sie doch, sagt er: Lie großen geistigen Errungenschaften der Cultur und deS Fortschrittes an, indem sie begcisterungSvoll ausrufen: „Wir wollen Ungarn werden, beseelt sein von den Interessen deö Vaterlandes, die wohlklingende Sprache desVaterlandeS imMunde führen (!) und in Gemeinschaft^!!) mit den Söhnen des Vaterl a n d e S leben und st e r b e n." Ja, sie besitzen sogar dm Muth, ein GlaubenSbekenutniß öffentlich abzulegen, daS durch den Freisinn, der sich darin kund gibt zur Bewunderung hinreißt. Nun macht der Verfaffer den Trägern deS Memorandums den Vorwurf derJnconsequenz und ihrer UeberzeugungSänderung, indem er darauf hinweist, daß sie vor nicht langer Zeit, der hohm Regierung feierlichst erklärten, ein Seminär in welchem Bibel und Talmud neben klaffische Sprachen, Realien und anderen wiffenschaftlichen Lehrgegenständen bestehen sollten, müffe den Ruin der jüd. Religion unvermeidlich nach sich ziehen. Diese Betrachtung des scharfen Gegensatzes, so wie die radikale Aenderung ihrer Prinizipien, im Mein. sind es,die auf den Verfaffer der uns vorliegenden Broschüre einen angenehmen Eindruck machten. Der Eindruck jedoch dauert nicht lange und schon klagt der Verfaffer die „altgläubigen Glaubensbrüder „der Secktenwuth" an, indem er sich auf ihre eigenen Worte beruft; „Nichts als eitle Selbsttäuschung ist eS, wenn wir uns glauben machen wollten, daß wir noch immer treue Anhänger der jüd. Religion, noch immer gleichberechtigte Mitglieder des HauseS Jacob seien, so wir nicht alle, aber auch alle überkommenen Bräuche und Formen, — gleichviel welchen Zeit- und Locatverhältniffen diese ihren Ursprung verdanken — gleichmäßig respectiren und heilig halten. Nun geht der Verfasset der Broschüre auf die Betrachtung dieser Anschauung der „Altgläubigen" über. * (Fortsetzung folgt.) 0^T" Das Feuilleton der zweiten Nummer bringt eine Novelle unter dem Titel: „Der Jude wird Bürgermeister." Briefkasten der Redaktion. Herrn T. in Lcitmeritz. DaS Verlangte bereitversorgt. — Hrn. ©. in Amschelberg. Ueber Anfrage in Bezug auf die Glocke werden wirJhneu nächstendarüber berichten. — Hrn. R. in H.g Ihr Manuskript könnm wir nicht verwenden. Interessante» wird unS immer willkommen fein. — Hrn. vr. E. in Horic. Ihr Manuskript ist spät gekommenj für die 2. Nummer eignet eS stch nicht; überhaupt sind unS Gedichte nicht erwünscht, selbst wenn sie so gediegen find, wie die Ihrigen, weil sie sich am besten für eine ausschließlich belletrist. Zeit, eignen. Briefkasten der Administration. Na. S. in Wien. Für Ihre Verwendung um Verbreitung unsere» Blattes danken wir im Vorhinein. Inserate: —s, CJ» u C: nS- *"■* * jj—* «"S.’o’i» 3- 3-Ö " a Cf 3 e 3 Sj '~z>-e —> 17 ST' «3'; — (Ja. O « 2 £3 r» S3 Ä ° I ' ° " iT a D 2 Tr P ~ n pS jy e 2-3 3-r, 2 3 ia >-t 3 ai tv S.äo2".='3'0' 2 s 3 ” 2. a ^>ch» S O or 2 DJi •3» r» O ■» 3 CO "‘«'o _ 3 —> ”■ H w 3 CO 2. c Ö ->• « 3* 5 ™ S>3 a -rf.-S- •->■2 3 0 ’S 3 3 r» 3 -fto 11 -a ' 3 aT 3^^ O o* " 3-'®' or M O r» a »j? 0 2 m» o u CO r> ■» «'S ST 3. ög3~ i 3 2 - 'ff 3* 3- 3 3 >-t -n I £3* o -ts o o i-t 2. _ o r* §• Z 3 2 S' 3 ~ er 3 3» 1§3 3.3 aö <3 3 § S 3 s*#*3 gs-S S’r» O ö =.3 3 W s*2 2T 2 n> Vft „ 3 r» er Qjn «-“r 3 er ^3, S 77 3 3-3 •äs n cr -3^ o. —*• or r. «O» n 3 ©E? ST r» 7*3 3 S«3 «-I sO'CO? fU> CO *-1 ortfehung tu der In unserem Verlage ist erschienen: GedSchtniß-Rede Sei btt 'tzraueran-acht für ft» verewigt» Aapoport am 6. November 1867 in der Neuspnagoge . gehalten von vr. S. £>. Tonneschein, Rabbiner nnd Prediger. Ztenograstsch aufgeuomweu »»» S. P. Preis nur 20 kr. Senders^ & Lrandeis. Ritlergasse Nr». 408—l. yy Dasesbst sind noch' vorräihlg „die zwei Gaflpredigten devr. Sonnrschein: 1) Da» freir Iudenthum im freien Staat. 2)Wisieoschast vrrsohut. Beide zusammen kosten nur 38 kr. bst. Währ.

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