Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 2 (1868)
- Issue
- 9 (28.2.1868)
- Date
- 1868-02-28
- Page
- Seite 36 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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36 Die feganMn. Ende דחי, S. 77*. b., wobei noch besonder« der Unterschied i» der Angabe der Dauer von Joseph'« kandeSverwaltuug Beachtung verdient. — H Jolowicj. Jirbn» und Aekenntniß der Asseneth, der Sachter Potiphar', au« Hriiopeiie. «rsihluvK, «ie der alfchtue Joseph sie ptm Weibe «ahm. Kapitel I. E« geschah im ersten Jahre der Fruchtbarkeit, im zweiten Monat, am fünften desselben, daß Pharao au«sandte den Joseph, zu durchreisen da« ganze Land Egypten. Im vierten Monat deersten Jahre«, am achtzehuten desselben kam Joseph in die Gren> zen (die Berge «« op!j e« soll wol mit «-»»r heißen) von Helio» polt«, und brachte Getreide jener Gegend zusammen wie Sand am Meere. E« war aber ein Mann in jener Stadt, Namen« Potiphar, ein Priester von Heltopoli« und Statthalter de« Pharao; und e« war dieser Mann sehr reich und äußerst klug und Menschen« freundlich. Auch war er der Rathgeber de« Pharao, wenn er mit ihm zusammenkam. Er hatte aber eine Tochter, Namen« Assencth, ganz und gar nicht ähnlich den jungfräulichen Töchtern der Aegypter, sondern sie glich in Allen den Töchtern der Hebräer, war groß wie Sara, blühend wie Rrbecka und schön wie Rachel. Und e« ging der Ruf von ihrer Schönheit durch da» ganze Land und bi« an die Grenzen der Erde, so daß daher sie begehrten zu heirathen alle Söhne der Großen und Statthalter, noch mehr, auch die Söhne der Könige, alle jung und mächtig, und e« war ihretwegen ein großer Wettstreit unter denselben, und sie begannen Kriege wider einander. E« hörte von ihr auch de- Pharao erst« geborener Sohn. Und er bat seinen Vater dringend, sie ihm zum Weibe zu geben. Und e« sprach sein Vater Pharao: Warum suchst du zum Weibe dir eine, die tief unter deinem Stande, da du doch Herr bist über dieseganze Land? nein! Aber siehe, die Tochter de« König« von Moab, Ioakim, bewirbt sich um dich, und sie ist eine Königin und sehr schön von Gestalt; diese nun nimm zum Weibe. E» verachtete und verabscheuet« aber Asseneth jeden Mann, denn sie war stolz und hoffärtig. und niemal« sah sie «in Mann. E« stand aber ein Thurm neben dem Hause de- Potiphar, sehr groß und hoch, und über dem Thurme war ein Oberstockwerk mit zehn Gemächern. E« war aber da« erste Ge« mach sehr groß und prachtvoll und getäfelt mit bunten Steinen, und die Steine desselben waren von hohem Werthe und buntfarbig plattirt. Auch die obere Decke diese» Gemach« war von Purpur, an welcher angebracht waren ägyptische Götter in zahlloser Menge von Gold und Silber; alle diese verehrte Asseneth und fürchtete sie und brachte ihnen alltäglich Opfer dar. Kapitel 8. Da« zweite Gemach enthielt den ganzen Schmuck und die gesammten (Geschmeide׳) Kästchen der Asseneth. Und e« waren in denselben viel Gold und Silber und zahllose goldgewirkte Ge« ׳ »Lader und au«erlesene, kostbare Steine und herrliche feine, weiße Leinwand; und der ganze Schmuck der Jungfrau war allda. Und da« dritte Gemach — e« war die Borrath-kammer der Asseneth — enthielt alle Güter der Erde de« Lande«. Die übrigen sieben Gemächer bewohnten sieben Jungfrauen, die Dienerinueu der Asseneth, eine jede ihr besondere« Gemach; denn sie waren gleichen Alter« mit Asseneth und mit ihr in einer Nacht geboren, und sie liebte sie sehr. Sie waren aber sehr schön, wie die Sterne de« Himmel«, und nie kam ein Manu zu ihnen oder ein Knabe. E« waren aber drei Fenster in de« Bemache der Assenech, wo sie zur Sungfra» heranreif». Und da« eine Fenster, da« erste, war sehr -roß und sah auf de« Hof gegen Morgen. Da« zweite sah gegen Mittag, und da« dritte gegen Mitternacht auf die Straße. Und ein goldene« Bett stand in dem Gemache, in der Richtung gegen Morgen, und e« war da« Bett bespreitet mit golddurch« wirke« Purpur, gewebt au« Hyacinthu«, (HyaciMhrnseide, d. h. hyacinthenfarbig), Purpur und Bysso«. Ja diesem Bette nun schlief Asseneth allein, und nie hatte ein Mann oder ein andere« f Weib darauf gesessen, außer Asseneth allein. E« war auch ein großer Hof gelegen ring« um da« Hau« und eine sehr hohe Mauer ring» um den Hof, erbaut au« großen viereckigen Steinen. Und vier eiserne Thore waren an selbigem Hofe, und diese bewachten je achtzehn Männer stark, jung und wohlbewaffnet. Reben der Mauer de« Hofe« waren verschiedentliche Bäume gepflanzt, alle üppig und fruchttragend, und reif waren die Früchte, denn e« war Sommerzeit. Auch war eine reiche Wasserquelle zur Rechten de- Hofe» und unterhalb der L^elle war ein große« Gehälter zur Aufnahme de« Wasser« dieser^Äluelle, wo e« lief. Kapitel S. ES geschah im ersten Jahre der Fruchtbarkett der sieben Jahre, im vierten Monat, am acht und zwanzigsten de« Monat«, daß Joseph kam in die Gegend (wie oben m L-,) von Heliopoli« und brachte da« Getteide jener Gegend zusammen. Und al« Jo« seph dieser Gegend nahete, sandte er fünfzehn seiner Leute zu Potiphar, dem Priester von Heliopoli« und ließ ihm sagen! ״Heute werde ich bei dir einkehrcn, weil e« Mittag»« und Essenszeit und die Sonnenhitze groß ist, und damit ich mich abkühle in der Enge deine« Hause«." Al« Potiphar diesehörte, freuete er sich sehr und sprach: ״Gelobt sei der Herr, der Gott Israel«, daß Joseph, mein Herr mich für würdig befunden." Und e« rief Potiphar den Haushofmeister und sprach: ״Eile und bring' in Ordnung »nein Hau« und bereite ein große« Mahl; denn Joseph, der Starke Gotte«, kommt heute zu un«." — Al« aber Asseneth hörte, daß ge« kommen seien vom Landgute ihre« Erbtheil« ihr Vater und ihre Mutter, freuete sie sich sehr und sprach: ״Ich will gehen und sehen meine Mutter und meinen Baker, weil sie gekommen sind von dem Landgute unsere« Erbtheil«"; denn e« war Sommerszeit. Und e« eilte Asseneth in ihr Gemach, wo ihre Kleider lagen. Und sie zog an ein ByssuS-Kleid von Hyacinthu« mit Gold gestickt, und legte Armbänder um die Hände, und die Beine umkleidete sie mit Gold gestickten Beinkleidern und legte um den Hal« einen sehr werthvollen Schmuck und sehr kostbare Steine, welche von allen Seiten einen herrliche» Anblick gewährten und auch die Namen der egyptischen Götter enthielten, die ring« auf den Arm« bändern und Steinen eingegraben waren. Auf den Kopf setzte sie einen Turban und ein Diadem befestigte sie nm die Schläfe, und verhüllte ihr Haupt mit dem Schleier. Und nachdem sie also sich beeilt, stieg sie hinab au» ihrem Obergemach, und kam zu ihrem Vater und ihrer Mutter und begrüßte sie. E« freuete» sich Potiphar und seine Gattin sehr über ihre Tochter Asseneth, dieweil sie sie geschmückt sahen und geziert, herrlich anzuschaum wie eine Braut Gotte«. Und sie brachten alle Güter, welche sie gebracht au« dem Landgute ihre« Erbtheil«, und gaben, sie'ihrer Tochter. Asseneth freuete sich über alle diese Güter (Gaben) und über die Weintrauben; denn alle« war reif und schön von Ge« schmack. Und e« sprach Potiphar zu seiner Tochter Asseneth: ״Kind!" sie aber sprach: ״Sieh' hier bin ich." Und er sprach zu ihr: ״Setze dich in die Mitte zwischen un« und ich will zu! dir sprechen meine Worte." Sie aber setzte sich in die Mitte zwischen' ihren Vater und ihre Mutter. Potiphar ergriff ihre