Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 2 (1868)
- Issue
- 4 (24.1.1868)
- Date
- 1868-01-24
- Page
- Seite 17 (sequence 3)
- Language
- German
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Berliner Wochenschrift ftr Jftdtsche Angelegenheiten. 17 mb ihn'möge demnach diese- Verhäugniß nicht treffen — von einem solchen Spiele mit Gotte« Vorsehung und Religion wußlen die Alten nicht», hätten auch ihm nie da» Wert geredet. Bon dieser Art der Namensänderung, wie von der Ablösung de» Leben» und gar dem -Ver« nnd>Ankauf kranker Kinder, »ovo* der Berfaffer S. XV und XVI spricht, müflen wir dehaupten: Iota re» o«t iuvoota faliciis aat ad quaestnm aut •d superatitionem. Um E einem weniger ins Leben eingreifenden Gebrauch unsere Krittk zu schließen, bemerken wir dem gelehrten Lerfaffer, daß der Grunds weshalb »ach Beendigung eine» talmudischen Tractatk'die 10 Söhne de» R. Papa — er soll deren II gehabt haben — betend gesprochen werden, noch Juchesin darin liegen soll, um gegen die Vergeßlichkeit zu schützen. Es wäre demnach als mnemonischeS UebungSmittel gewählt. Aub. Der dubysonische Jesaja. (Fortsetzung zu L. 14.) Nun kommt K. 45 die ausführlichste Stelle über EyruS, den Hirten und Gesalbten Gottes, der ohne Lösegeld die Gefangenen entlassen und hie Völker unterwerfen wird Doch nur der allein wahre Gott rettet,יzu ihm möge man sich bekehren! ״Durch den Herrn werden gesegnet werden und jeiuer sich rühmen alle Nachkommen Israels." — Die Götter Babels dagegen werden sinken und gefangen fortgeführt werden. Das mögen die Abtrünnigen und Verstockten Israels zu Herzen nehmen! K.46. — Wie seine Götter, so wird Babel selbst fallen und sein Volk ln die Gefangenschaft wander», trotz seiner Weisen und Zauberer, K. 47. — Israel aber, das seinem Gott nicht treu und redlich anhängt, möge auf diese Vorgänge achten! Wegen seines Abfalls wurde es gestraft, wie Gott es gedroht hatte, und nur aus Gnade nicht ganz vernichtet, und wie gern möchte er e» jetzt wieder beglücken! ״O wenn du hörtest auf meine Gebote, dann wäre wie ein Strom dein Heil und dein Gedeihen gleich den Wogen deS MeerS." Die« ser Theil schließt mit der Aufforderung, Babel zu verlassen, indem die Erlösung beginnt. Doch für die Frevler giedt e» kein Heil. A. 48. 2) Kap. 49—60. *— Der Gegensatz deö geistigen GotteS und der Naturgötter oder Iahve's und der Götzen, der im 1. Thrile vielfach erörtert wär und im letzten Theile in Beziehung P»s Israel noch einmal vorkommt, wird hier fast ganz aufgegeben, ftnd der Prophet wendet sich ausschließlich zur Betrachtung IS- SaelS und seiner ewigen Bestimmung. Der Diener Gottes, der irr redend elngesührt wird, soll nicht blh» die Israeliten nach Palästina, sondern vor allem zu Gott zurüitführen, sie erleuchten, inigen ׳mW beglücken. Alle» soll jubeln, denn Gott hat sein . Volk nicht vergeffen, gedenkt vielmehr es glänzend herzustellen, i Der göttliche Diener erklärt sodann weiter K. 60, 4 ff. seine Sendung. Gott befähigte ihn zur Offenbarung des Gesetzes, d. i. «es. StttengejetzeS^ imd bei.diesem prcphetffchen Berufe ertrug er unter göttlichem Beistände alle Schmach und alle Verfolgungen. Doch Gvtk-'Ärd׳ ihtd Recht »schaffen und seioe Gegner werden mttergehen. Sine , glänzende Befreiung und Rückkehr des Volke» »ird verheißen; deshalb möge man sich vor Menschen und vor ihrea Schmähungen nicht mehr fürchten. De« göttlichen Zorn« becher, den Israel getrunken, sollen nun seine Feinde trinken. K. bl. In derselben Weise, wie der göttliche Dieuer bisher er« »iodrigt uud verachtet worden, soll er nun erhöht und geehrt werden, K. 52. Die» fein Leiden wie sein» endliche Berherr« lichung wird dann K. 53 ausführlich dargestellt. Datdn schließt sich K. 54, die Aufforderung pi lautem Jubel; brtrtf* da» Volk wird, mit seinem Gotte vollkommen versöhnt, aufherrlichste her« gestellt werden. Gott schließe einen neuen, ewigen Guisd, dem auch Fremde, dje den Sabbat halten und nicht» Böse» thun, sich anschließen dürfen, K. 55—56. Doch klagt der Prophet, daß die Hüter de« Volke» sorglos und stumm sind, und die Frommen hingerafft werden; überhaupt hat er über Frevler und Götzen, diener in der Gemeinde Israel« zu klagen,- K. 57, über bloß äußerlichen Gottesdienst ohne wahrhaft sittliche« Handeln. Man hält Fasttage, aber treibt sein Gewerbe fort und lebt in Streit und Hader, anstatt Werke der Wohlthätigkeit auSzuüben, in Folge deren das verheißene Heil bald eintreffen würde, L. 58. — Gott kann und will zwar Israel erretten; aber wegen der Sünden de- Volks zögert die Erlösung; denn ihre Hände sind mit uaschuldigem Blut befleckt und ihre Gedanken auf Lug und Trug und Frevel gerichtet. ״Den Weg de» Frieden« kennen sie nicht, und kein Recht ist auf chren Bahnen; sie krümmen sich ihre Pfade: keiner, der sie betritt, kennt den Frieden. Darum bleibt fern von uns da- Gericht und nicht erreichet uns das Heil. Wir harren auf Licht — doch siehe da: Finsterniß I auf TageShelle — und wir wandeln im Dunkeln." Dann legt der Prophet im Namen der ganzen Gemeinde ein Sündenbekenntuiß ab. Die Gekehrten sollen erlöst werden und ewig wird der Geist Gottes und das GotteSwort in seinem Volke bleiben, K. 59. Daher folgt K. 60 in kühnen Bildern eine glänzende Schilderung des Glückes im neuen Jerusalem: Die Söhne der Fremde bauen deine Mauern Und ihre Könige werden dir dienen, Demi in meinem Grimm Hab ich dich geschlagen, Doch »ach meiner Gnade erbarm' ich mich deiner. Dann stehen ofsen deine Thore beständig, Werden bei Tag und bei Nach! nicht geschlossen, ' Daß man zu dir bringe die Schätze der Böller, Indem ihre Könige mitgeschleppt werden. Denn da« Volk und da« Königreich, Die dir nicht dienen wollen, gehn unter, Indem die Böller weggetilgt werden. §S kommen gebückt zu dir die Söhne deiner Quäler Und t9 beugen sich bis zu deinen Fußsohlen all deine Verächter Und sie nennen dich: ״die Stadt de« Herrn, Da« Zion de« Heiligen Israels." Anstatt daß du verlaffen, verhaßt und unbetteten wärest, Mache ich dich zu einer ewigen Pracht, Zur Wonne für alle Geschlechter. Und saugen wirst du die Milch der Böller, Und an der Brust von König« wirst du triykeu, Und wirst erkennen, daß Ich, der Herr, dein Retter bin Und dein Erlöser der Starke Jakob«. Anstatt de« Erze« bringe ich Gold Und statt de« Eisen» bringe ich Siltier, Und statt de« Holze« — Erz, Und statt der Steine — Eisen; Zu Heiner Obrigkeit mach' ich den Frieden Und zu deiner Herrschaft da« Recht, Nicht hört man noch ferner Gewaltthat in deinem Lande, Noch Berheernng und Zerstörung in dein« Grenz«; Du n«nfi deine Mauern ״$eil", Und deine Thore ״Lobgesang." ( Nicht dient dir die Sonne noch ferner zum Tagwlichte, Roch wird zur Erhellung der Mond dir leuchten, Vielmehr ist dir der Herr ein ewig Licht Und dein Gott ist deine Herrlichkeit. Nicht ferner wird unlergehen deine Sonne, Roch wird abnehmm dein Mond, Sondern der Herr wird dir sein ein ewig Licht,