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Die Gegenwart · 1868-01-24 · 4 (24.1.1868) · p. Seite 16

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Journal
Die Gegenwart
Volume
2 (1868)
Issue
4 (24.1.1868)
Date
1868-01-24
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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16 V Die Segen«« n. ■■■■ yy fcrj[fj|1 zu« ^ssen^ undd^ ekichr ^il^N^ ♦' =* ‘ ״ it'Y..- f gslattg, di» Nutze hersustellen.^J, sein belehrender, geistig anregend gänzlich gemacht werde. ״ Alleasteiu, 17. Januar. Schon seit einem Jahre sind unsere Stadtverordneten bemüht, der Stadt einen Beigeordneten zu beschasfev. Da dieaUS den .christlichen HonsessioueuErwahlte« nach der Geiwhmijung der v^gierung abgelehnt hatten, wurde, wie der Magistrat in seinem Berichte an die Regierung sagt, der jüdische Kaufmann S. gewählt, welcher auch die Wahl, was bei den hiesigen Verhältnissen viel sagen will, anzunehmen versprach. Nachdem beinahe ein., halbes Lahr »ach der Wahl verstrichen war, erfolgte die Bestätigung ohne Angabe von Grün« den nicht. Hätte nicht der Nothstand die Regierung milder stimmen können? da wirklich eine übergroße Noch an selchen Männern vorhanden ist, welche diesem ^neinträglichen Amte vor zustehen im Stande sind. K. N. Z. Bukarest, l. Januar. Die Verfolgungen haben, trotz aller gemachten Zusagen, nicht aufgehört. Ueber die in Calarosch stattgehabte Scene schreibt man der ״Neuzeit": Während die von den Rumänen als Barbaren verschrieenen Magyaren die Gleichstellung unserer Glaubensgenossen nunmehr gesetzlich begründet haben, sehen wir uns hier continuell unmenschlichen Verfolgungen preisgegeben. Man wird'versucht an dem fortschreitenden Geist der Menschheit irre zu werden, so man all die Grausamkeiten wahrnimmt, die sich erneuern. Man .scheut kein Mittel um die leicht bewegliche Masse gegen uns zu fanalisiren. Die Verwendungen bei unserm edlen Fürsten bleiben erfolglos, pa er mit durch die Eonstitution gebundenen Händen dem Treiben seiner Unterthanen Zusehen muß und gute Miene zum bösen Spiele machen. — Selbst jene überall als Anachronismuü und lügenhafte Märchen verlachte Beschuldigung von christlichem Blut, von unfern statt in Talar und Capute mit Pariserfrack und GlacäS aufgeputzten Judenfressern dem rohen FanatiSinuS als Nahrung aufgetischt, bringt die gewünschte Wirkung hervor. Lin solches ins Mittelalter gehörendes AufreizuugSmittel wurde vorgestern in Calarosch in Scene gesetzt und uahm dieselbe wie dazumal einen blutigen Verlauf. — Bei einen( vortigen Juden nämlich diente eine christliche Magd mit ihrem Kinde. Am 10. Dezember wurde sie entlassen, weil letztere« blatternkrank war, wo man gewöhnlich vor Contagien fürchtete. 5 Tage nach ihrer Entlassung erlag ihr Kind der Krankheit. Der dortige Stadtarzt gab sofott nach der abgehaltenen Tobten, schau die DegräbnißbewiUigung, ein anderer Arzt aber gab an, daß das Kind nicht in Folge der Krankheit, sondern in Folge deS demselben von den Juden genommenen Blute« gestorben sei. Diese so hingeworfene Aeußerung fand beim Judi. de Instructione sogleich Anklang, worauf hin er die Hausfrau, wo die Magd gedient hat arretirte, obzwar die Frau eine Wöchnerin ist. — Am Tage darauf wnrde auch der Hausherr und ihr Kind eingezogen, obwohl die Magd mit ihrem Kinde schon 5 Tage entfernt au« ihrem Hause war. Wir wurden davon auf telegraphischem Wege benachrichtigt, worauf hin Referent im Geleite der Herren Antoin Levy und B. Schönfeld sich zum Minister de Jaatice begaben. Dieser verständigte uns, daß er den Gang der Justiz nicht aufzuhalten vermag, versicherte un« aber, die Arretirten menschlich zu behandeln, anzubefehlen, und daß er sich der Sache warm annrhmen werde, er händigte un« auch eine derartig» lautende Ordre ein, die wir an den dortigen Procuror telegra» phirten. Am 2. Tage erfuhren wir,.daß da« Volk in Calarosch sich erhoben hat, die Juden überfallen, mehrere verwundet, ihre Synagoge geschändet und geplündert, die heilige ספרי חוחח zer« renden Militärabtheilung kaum ustellen.^Jedoch sind noch jetzt alle jüdi» 'scheu Handlungen geschlossen und"wagen dieselben nicht aus ihren Verstecken heraus zu kommen. De» Revacteur »«:..Ndtiouei'. 1strofofsq»i1i!j L.PaSvtl wurde die-Sache'hmtetöramt. bevor Aoch sein'Eüale »r«kckfertig war, vertheilte er gratis Affiche mit rother Dinte gedruckt, in welcher er die Blutgier der Judani« schilderte, die neuerding»-in Hskarosch einem Christenkind Blut entnommen haben, er bemerkte ferner, da- Volk soll auf.Mcr Hut. sein, chaß die RcMuM die Sache nicht zu Gunsten der Juden vertuschen solle. — Muntere und trübe Gedanken am Mchertischr. I. r' (Lchluß zu S. IS.) Professor Hillel de la Torre bekämpft schon in der Zeitschrift כרם חסד Bd. IV. S. 128 diesen Wahl^, als könnte der Name auf das Lebensgeschick oder gar aus den sittlichen Wandel eines Menschen irgend eine Wunder-Wirkung Hervorbringen, wie dieser Jrrthum von einzelnen späteren Rabbinen, besonders auch R. Je huda Hachasid gelehrt und verbreitet wurde. De la Torre geht von der richtigen Ucberzeugung aus, daß dieser Mißbrauch des Namenwechsel« bei Kranken, um sie damit aus der Gefahr zu retten, später» Ursprungs sei und im Talmud selbst keine.» festen Anhaltspunkt habe: ja daß selbst dann, wenn auch ein einzelner Lehrer im Talmud an die wunderbare Heilkraft der NamenSveränderung irrig geglaubt hätte, wir einen solchen unsere Gotteslehre entstellenden und entweihenden Jrrthum mit allen vernünftigen und sittlichen Waffen bekämpfen müssen.*) Unser Verfasser aber will sich zum Vertheidiger de» R. Jehuda Hachasid aufwerfen, und versucht eine schwache Abwehr gegen die gerechten und kräftigen Angriffe des H. de la Torre. Denn der talmudische Ausdruck שמא גרם (nomen sit omen) ist durchaus nicht in dem später» abergläubischen Sinne aufzufaffen. Den Hauptstützpunkt für die bestehende Sitte sucht Hr. L. in'der talmudische» Stelle Rosch Haschana 16, 2. Es werden hier im Namen de« R. Jizchak vier Mittel genannt, welche die drohende harte Strafe abweudcn können, nämlich: 1) Wohlthätigfeit,. 2) Gebet, 8) Namensänderung uud 4) Aenderung des Wan» delS. Wenn wir darauf kein Gewicht legen wollen, daß in der jerusalemischen Äemora und den Midraschim andere beffere Lesearten sich finden, was auch dem Verfasser bekannt ist: so erklären doch mit Recht schon ältere Interpreten, diese vier Mittel stehen im Zusammenhänge, eines ist durch das andere bedingt. Ja, es scheint zweifellos, wenn man die abweichenden Variationen in der jerusalemischen Gemara und den Medraschim mit unserer Stelle zusammeuhält, daß unter Namensänderung שימי ר,שם die Deränderung des Rufe« zu verstehen sei, d. h. daß man durch Bekehrung de- Leben« einen anderen, befferen Namen oder Ruf sich erworben. — Von einer willkührlichen und zufälligen Abänderung des Namens, wie daS sich später eingeschlicheu hat, daß die Thora aufgerollt und der erste beste Name, der sich dem Blicke darbietet, für den Kranken gewählt wirb, woran dann die. Bitte sich knüpft: wenn Gott auch z. B. über dem Nathan den Tod per» hängt habe, so heiße dieser jetzt nicht mehr Nathan, sondern Isaak *) Merkwürdig ist e» für die BatwictUwg der rAigiösen Anschauung»- «che, daß man bei der RamenSverLaderung von -kraule» auch «cht-YltÜlische Naöle» in früherer Zeit gewählt zu haben scheint. (Eben Hasser 0.18«, 18.)

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