Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 2 (1868)
- Issue
- 2 (10.1.1868)
- Date
- 1868-01-10
- Page
- Seite 8 (sequence 2)
- Language
- German
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8 Die •cganoait f ■) ׳■• .. - י . , - dergleicheu. Wie werden wir anglficht« derartiger Denjenigen eatgegentreten, welche un« »M Neüem de beschuldigen werden? Was werden vir Denjenigen antworten, welche uo< befragen: ״Wo ist die durch die Landesgesetze pro« clawirte Vstrßfihast der. individuellen Freiheit?".«-^ Wplleu Hie, Herr Präfekt, ich" brsthwölie Sie bn Namen Rmüärüe»«^ fvslche« Ihnen so theuer, allen Ihnen unterstehenden Administrativorgaueu begreiflich mach«, daß die Regierung da« Nebel kennt und daß fip bestrebt ist^ ef zu beseitigen, man mög/jedoch ihr Vertraut» schenken und ihr Leit lassen zu arbeiten wie eine geregelte Re» gierung arbeiten soll, und ihr niP' durch Übertriebenen patrkotischen Eifer neue Hiuderuiffe schaffen. Empfangen «. s. W. Solesco." iffung jhaficher Normen ivLre die Jottiattvehe^ '׳Mgißmug-sMedingt «tl^z. Dtr Kulturminister würde seinen ^KkrkNmenSwerthen Bestrebungen'durch die sofortige Einberufung eine« ״jüdischen Kongresse«" die Krone auffetzen. «i &&y?fö NLÄL bar sich Herausstellen. Rur so kann weiteren Mißgriffen grüud« lich vorgebeugt, nur so der in Folge der bisherigen RechtSlosig« se^ im Schoße der jüdischen Gemeinde-, epsstandqnen Zerftüstppg ein Eode^emach^ werden. Nach dieser Richtung hin mögediz ämläncipänorUr ä3emH»ktische Geltung finden. P. I. : i .. ' T . Muntrre und trübe Gedanken am Aücherüsche. Nach der Gleichstellung (Fortsetzung zu S. «.*) Pest. 24. Dezember. Die Gleichstellung der Juden litt« garn« ist endlich zur Thalsache gewvrde». Die Situation hat fich plötzlich gründlich geändert. Viermalhunderttausend Söhne de« Baterlande«, die bi«her al« politisch tobt betrachtet wur« de», find nunmehr zu einem neuen Leben wachgerufen worden. Nnd doch dürften von der theoretischen Feststellung bi« zur praktischen Durchführung noch manche Schwierigkeiten wegzuräu« men sei». Die Kluft, die bisher die Kinder einer und derselben Heimath weit auseinander gehalten, war eine zu große, al« daß selbe so leichthin durch die Macht eine« Worte« gänzlich über« brückt werde« könnte. Da« betreffende Gesetz muß vorerst in da- Blut und Mark unserer christlichen Bevölkerung etndriugen. HoffeMlich wird e« dieselbe nicht unvorbereitet finden. Die Ein« stimmigkeit, mit der da« Gesetz betreffder gudenemancipation im Hause der Abgeordneten angenommen ward, bürgt dafür, daß eine -fiseie intelligente Ration eine Verewigung der Sklaverei iä* ihrer Mitte nicht wünschen kann. Die Schatten der hie und da noch herrschendeu Vorurtheile werden vor dem Lichte der Frei« heitssonne endlich vollend« schwinden. Aber selbst wir Juden dürften noch einige Zeit brauchen, bi« wir unsere neue Stellung klar erfaßt haben und in chrem ganzen Umfange zu würdigen ver׳' stehen werden. Der Sklave, der seiner Feffeln soeben entledigt wird, kann sich in die neue Lage der Dinge nur allmälig hineinleben. So viel werden die Juden bereit« erfaßt haben, daß neue Rechte — neue Pflichten erheischen. Ein Punkt besonders ist'«, ,den wir schon jetzt nachdrücklichst betonen müssen. Man hat den Juden bi«her selbst im Schoße ihrer Gemeinde den Boden freier Thätigkett entzogen. Streittg« keilen, die ausschließlich ihren Kultu« betrafen, mußten den christ« lichen Behörden zur Entscheidung unterbreitet werden. Ihre Volksschulen, die doch eine« scharf ausgeprägten confessionellen Charakter haben, waren bisher der katholischen Schulbehörde un« terordnet. Bei Neubesetzung von Lehrerstellen, namentlich an den sogenannten ״Musterschulen", hat eben diese fremde Schulbehörde in erster Reih« ihren Einfluß zur Gellung zu bringen gesucht. Daß bei solcher unberufenen Einmengung in die inneren Verhält« nisse einer fremden Konfession die schreiendsten Mißgriffe eben nicht zu den Seltenheiten zählten, liegt in der Natur der Sache. Sin fernere« Verharren in diesem widernatürlichen Zustande würde mit der Jvee der Gleichberechtigung schnurstracks kollidireu. Es muß un« — gleich den Protestanten — die ungeschmälerte Gemeinde-Autonomie gewährt werden. Freilich fehlen vorläufig die Normen, innerhalb deren die Gemeinde-Autonomie sich frei bewegen könnte, ohne in eine Anarchie auSzuarten. Wir verlassen für eine kurze Zeit diesen Dornenpfad der religiösen Verirrungen, den wir später leider noch ein-Mal be« treten müssen, um Unserem Verfasser auf einem in daliterarischgeschichtliche Gebiet führendem Wege zu begegnen. Bei dem Thema über da« Gebet de- Arztevor den Kranken« besuchen S. VII—X werden un« in reicher Fülle au« de» rabbinischen Schriften verschiedene Au-sprvche mitgetheilt über den Beruf de« Arzte« und die Bedeutung der Arzneikunde nach der religiösen Anschauung de« JudenthumS. Wir heben au« diesem reichen Schatze nur ein Eitat hervor, da« nicht unbeachtet und nicht unerörtert bleiben darf. Allgemein bekannt und viel besprochen ist die Stelle der Mischnah (Kiddosch. Ln.): ״Der Beste unter den Aerzten kommt in die Hölle (Gehinnom)." Dieser Ausspruch eine« Leh» rer» und andere anstößige Sätze in dem Talmud Knuten und können nur dann viele Angriffe erfahren und eben so viele Ver« theidiger' finden, wenn man den Talmud betrachtet al« ein Buch au« einem Gusse, da« ein consequente«, abgeschlossene« System umfaßt, ja, davom Anfänge bi« zum Ende als ein traditionell göttliche» Buch Geltung hat. Al« ein solche» Werk gibt sich der Talmud selbst nicht und galt er nie in den Augen der Syna« gogenlehrer. Der Talmud ist bekanntlich eine Sammlung von Aussprüchen de« verschiedenartigsten Inhalts. Was irgend ein Gelehrter im Laufe eine« halben Jahrtausend« ausgesprochen ernstsittliche Mahnungen oder muntere Späße, religiöse Satzungen oder profane Erzählungen, weise Lehrsätze oder dunkle Legen^n,' andächtige Gebete oder leichtftrtige Witze, kurz, die heterogensten Worte der verschiedensten Männer und Frauen — Alles wurde in diese Enchclopävie ausgenommen. Nicht« ausgeschlossen. In Folge dessen herrscht in dem Inhalte wie in der Form de« Tal« muds die größte Ungleichheit: neben den humansten Mahnungen lieblose Zornausbrüche, unter den weisesten Lehren unverständige *) Sr. und erwünschte Erklärung. — Obwohl schon in drm Eingänge dieser Besprechung wie der Selehrsamkei« de« Herrn LandShuth, so der Inte, grillst seine« Charakter» die gebührende Lnertrunung gezollt wurde: so sehr» wir un« dennoch veranlaßt um Mißverständnissen vorzubeugcu, ausdrücklich zu vrrsichern, daß wir mit der Bemerkuug, Hr. L. habe die Ansicht eine« großen Stabbinrn verschwiegen, ihn durchaus keiner dolos« Absicht zeihen wollten. Solch ein ungerechter Borwurf kann Hrn. L. nicht treffen, der in dm vorlie. gendm UMersnchungm und iu früher« Werkm die freisinnigsten Aussprüche rationeller Rabbium furchUo» mitthrilt. Wir bedauerten, ja tadelt« in uuse» rer tkritik ganz objeeti» an der bezeichnet« Stelle da» Berschweig« oder Nichtcitiren der bestem und acceptirten Ansicht de« R. Levi, ein Mißgrist de« Berfaffer«, dm eine unparteiische Beurteilung nicht ungerllgt lasten durste. Me Hochachtung vor Herm LaodShuth; aber amicui Plato, amtau ArUtot«le> magi« amlca ▼eritait