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Die Gegenwart · 1868-01-03 · 1 (3.1.1868) · p. Seite 2

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Journal
Die Gegenwart
Volume
2 (1868)
Issue
1 (3.1.1868)
Date
1868-01-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Die Legmwarl. tat Ideal «nejüdischen GeschichtSwerkrS himvHetz HnUch sv» der» wir befürchten sogar, haß e» da» Erfchänkw ei»e» bGe«, großen Werkes auf lange 7 B, hinaus wird erschwert oder gar unmöglich gemacht haben. / < t Dennoch gestehen wir gerne ausgezeichnete Gelehrsamkeit und unermüdlichen Sammlcrsteiß dem Verfasser zu, mid seine Schüler werden gewiß vieles substanzielle Wissen von ihm und durch ihn erhalten. Alle Achtung vor den Herren 3. H. Weiß, dem gelehrten Herausgeber der Sifra und Mechiltha, M. Fried« mann, dem kundigen Commentator des Sifre, A. Iellinek, dem tüchtigen Herausgeber des Sammelwerkes Beth Ha-Midrasch und Lerfaffer vieler interessanten Monographieen über Gegenstände aus der rabbinischen Literatur. Sie sind heimisch ״auf dem großen und breithändigeu Meere" deS Talmud'S, auf dem weiten Gebiete rabbinischer Literatur, und wer sich unter ihrem Steuer hinausbegiebt in dieses große Meer, wird sicher in den Hafen jüdischen Wiffens einlaufen. Dennoch aber weht in Berlin in vielfacher Hinsicht eine gesündere Atmosphäre als in Breslau oder Wien, und für jüdische Studenten aus Amerika dürfte er st ge« nannte Stadt eher zu empfehlen sein." Potsdam, 29. Dezember. DaS 154. Stück der Berlinischeu privilegirten Zeitung vom Jahre 1767 enthielt folgende Mittheilung: ״Potsdam, den 30. .1 1767. Gestern deS Nach« mittags zwischen 3 und 4 Uhr, hat die hiesige Judenschaft ihre auf allerhuldreichsten König!. Befehl neuerbaute Schule oder Shnagoge feierlichst mit einem! Dankfeste eingewciht. Es wurden hierbei für das höchste Wohl Ihrer beiderseits König!. Majestä«! ten und des König!. Hauses der Segen und andere Gebete vurch den weitberühmte» Berlinische» Juden-Obercantor und Sänger nebst rer ganzen Gemeine mit der Thora abgesungen und gebetet, wobei sich Trompeten und Pauken und viele andere musikalische Instrumente hören ließen. Ihre König!. Hoheiten, der Prinz und die Prinzessin von Preußen. Ihre Durchlauchten die beiden Prinzen von Braunschweig, verschiedene Herren Generals und andere Standespersonen beiderlei Geschlechts begnadigten und beehrten mit Ihrer Gegenwart diese festliche Einweihung. Es wurde solche mit Absingnng des 111., 72.. 61. und 21. Psalms ge« endiget." Auf Grund dieser Nachricht bereitete die hiesige jüdische Gemeinde am heutigen Tage eine schöne Jubelfeier. Die Synagoge wurde zum erstenmale mit GaS beleuchtet, wozu die Kronen und sonstigen Beleuchtungsgegenstände vom Bronzewaaren-Fabrikanten E. Schlösser hicrselbst gefertigt worden sind. Die Frauen der Gemeinde hatten unter sich eine Summe von 200 Thlr. gesanunelt und ließen dafür als Weihegaben zum Säcularfeste einen Borhang vor dem Allerheiligsten und Decken über Kanzel und Altarpull anfertigcu, davon ersterer die Inschrift trägt: ״Weihegäbe zur Säcularfeier der Synagoge in Potsdam 5628, von den Frauen der Gemeinde"; die Inschrift selbst ist in hebräischem Text gefaßt und die Jahreszahl ist ans der Bibelstelle gebildet: ״Und alle Frauen betheiligte» sich daran nach dem Zuge ihres Herzens." Die innereu und äußeren Räume sinnig mit Blumen und grünen Gewächsen zu schmücken, halte Herr Hofgävtner G. Meyer in Sanssouci freundlichst übernommen. Die Enge des Gebäudes gestattete nur beschränkten Zutritt, aber um so festlicher sah die ganze Rotunde mit ihren zwei Emporen aus. Sr. Maj. der König und Se. K. Hoh. der Kronprinz hatten mit Huld von der beabsichtigten Feier Kenntniß genommen, doch gestatteten die Umstände nicht, die Hoffnung der Gemeinde auf Allerhöchst und | Höchst derselben persönliche Anwesenheit, zu erfüllen. Erschienen 't ' ׳ /׳י. '׳.-> Oer dvarenyar EhrpPpi,Hent der Oberrechen' r.raer, Df. v. Böttcher und der LHer-PrZsitzent der Provinz Brandenburg v. Mlgow, der RegierungS-Bicepräsident v. Kamptz, KreiSgerichtSdi« rektor Sello, Oberbürgermeister Geh.^Rath Beyer, Bürgermeister Gobbin, Stadtverordneten-Borsteher Rimrose und dessen Stell« Vertreter Brzosowski, Polizridirektor Engelcken und andere Repräsentanten der hohen Behörden, Geheimer Hofrath 8. Schneider, dann auch der Ober-Rabbiner Dr. Aub aus Berlin. Die Feier wurde mit einem Weihegesange eröffnet, deffen erste Strophen dem Festprogramm von 1767 entnommen waren und den' dev Musikdirektor LewandowSk« auS Berlin mit seinem Chor mit dem hiesigen Vorsänger Jacobi wechselnd ttefflich ausführte, Nach dem AuSheben der Thora, dem Umgänge mit derselben, an wel« chem Seitens der Gemeinde der Vorsitzende der Repräsentanten« Versammlung, Banquier Zielenziger, theilnahm, nach dem Weihefegen und ihrer Zurückstellung hielt dann der Rabbiner Dr. Lohn mit hochberedtem Munde über das Wort: ״Gedenket der Tage der Vorzeit und erwäget die Jahre Geschlecht aus Geschlecht" die inhaltvolle und tiefdurchdachte Predigt, worauf die ganze so würdige Feier mit Gebet und Schlußgesang zu Ende geführt wurde. In Verfolg deS SäcularfesteS der hiesigen von König Frie« drich dem Großen auf derselben Stelle erbauten Synagoge, auf der die damaligen 25 Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde schon zuvor ihre Andachtsstätte hatten, versammelten sich die Famitten der jetzigen Mitglieder am Sonntag Abend zu einem Souper und Ball in den weiten Räumen des SchützenhanseS. Den ersten Toast brachte Herr Rabbiner Dr. Cohn dem Könige, dem Königl. Hause, und dem Andenken Friedrichs de- Großen auS, der zweite vom Vorsteher S. Zielenziger galt der Gemeinde und der Stadt Potsdam und der dritte vom Vorsteher Wiener den Frauen. Wien, 25. Dezember. Die ״N. fr. Pr." schreibt: ״Unsere Leser erinnern sich, daß die niederösterreichische Advccaten-Kammer in Mär; d. I. bei Berathüng des Entwurfes der Civilproceß« Ordnung, dem motivirten Anträge deS Advocaten Dr. Knepler einhellig zustiinmend, die Abschaffung aller besonderen Förmlichkeilen des Juden-EideS beim Justizministerium befürwortete. Wir erhalten nun die verläßliche Mittheiluug, daß dieser Antrag auch in dem mannichfach abgeändertem Entwürfe der Eivilprozeß-Ordnung, welchen der Justizministcr vor einigen Tagen auf den Tisch des Abgeordnetenhauses niederlegte, insoweit e« sich um die Eidesformel handelt, vollständig berücksichtigt wurde, da nach diesem Entwürfe Jude wie Christ nur nach Formel zu schwören hat: ״Ich N. N. schwöre zu Gott dem Allwiffenden und Allmächtigen einen reinen Eid. So wahr mir Gott helfe." Hingegen wurde die Frage, inwieweit cs auch von de» befände« ren äußeren Förmlichkeiten de« Juden-Eide» sein Abkommen zu erhalten habe, der Regelung durch ein besonderes Gesetz vorbe« halten. Die Ursache dieses Vorganges ist darin zu suchen, daß aus Galizien einige Gutachten eingelaufen sind, welche gegen die Abschaffung dieser Förmlichkeiten an maßgebender Stelle Bedenk«! erregt, oder, richtiger gesagt, den bisher festgehaltenen bestärkt haben. Wir hoffen indeß, daß e» einer gewiffenhaften, vom rich« tigen Verständniffe de- Gegenstandes und seiner Wichtigkeit ge« leitete» Thätigkeit der jüdischen Juristni und Theologen dennoch gelingen werde, diese scheinbare Schwierigkeit durch eine geeignete, alle Theile befriedigende Form zu überwinden, so daß die Erlaffunz eine», besonderen Jnden-Eidein dem nunmehr wahr«

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