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Die Gegenwart · 1867-12-06 · 49 (6.12.1867) · p. Seite 390

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
49 (6.12.1867)
Date
1867-12-06
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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Nein, er ließ das Dogma von der Dreieinigkeit.««^ von der Gottheit Christi unangetastet. War es die reine Sittmlehre Christi und das alten Testament«, die er durch Bekämpfung der Lehre von der Erbsünde und von der nothwmdigen Vermittlung zwischm dm Menschen und Gott wirderherstellm wollte? Rein, er glaubte vielmehr edm so fest an dle mtsündigende Kraft der Taufe und des Abendmahls, wie an dle leibhaftige Gegmwart de» Teufel». Hä» gewaltige und s» wohl gefügte Gebäude der kathvlisch«christ« liehen Kirche war ebm so wmig bestimmt durch die Reformation mit einem Schlage »iedergeriffm zu werden, wie da» Heidmthum durch dm Eintritt des Ehristenthum« in dasselbe plötzlich Vernich« ttt wrrdm konute. Wie sollte die Arbeft des Mrnschmgeiste» ln der Geschichte, wie sollten die schwor errmigmen Resultate von Jahrtausenden für die künftigen Geschlechter erhaltm werden, Venn die Geschichte immer die eine Welt wollte zerstören lassen, um für die Auferbauung der nmen Raum zu gewinum? Nein. Der Geist des EhristmthumS bmiächtigte sich der Schöpfungen de« griechischm und römischen Alterthums, indem er die Formm ihrer Gestaltungm erhielt und ihr Innere« mit dem brlebmdea Athem seines eigenm Wesm« durchdrang, und so sollte die Re. fvrmalion den wahrm Geist de« Ehristenthum« wieder zur Erscheinung bringen, indem sie die Gestattungen desselben allmählich eben der Formen entkleidete, .in die sich dasselbe gehüllt hatte. Daher wandte sich die Reformation zunächst gegm die höchste Spitze und gegm die äußerste Umkleidung de» Gebäude« der christ« ltchen Kirche, gegen jene letzte Eonfeqomz der Verehrung Gottes kn Menschen, gegm die Hierarchie und da» Papstthnm. Hätte Luther weniger fest auf die Göttlichkeit der Bibel und der Lehren gebaut, welche in derselben mthattm find, w-re ein Zweifel an der Wahrheit des christlichen Dogma'» in ihut mäch« ttg geworden, so würde er ebm so wmig fähig gewesm sein, das Werk drr Reformation z» vollbringen, als es Huß und Wikles vor ihm vermochten, weil er für einen Angriff auf jme Grund« Pfeiler der christlichen Kirche nicht die Austimwung und Mitwir« kong seiner Zeit gefundm habm würde. Hätte Luther auf der andern Seite einen so tiefen Blick in dm ganzen Ban des Ehri« stenthumS gethan, um dt«' Üvfrhkbtttkeit des Papstes als eine nothwendizr Lovsequmz drr göttlichen Verehrung de» Mensche» in Ehristo und drr Aosgirßung des heilige« Griftes aus<sri»e Jünger zu rrknmm, er -würde ebm so wenig zur Ausführung seines Werkes befähigt gewesm sein; denn er hätte nicht wagm dürfen, einen Stein kr jmmt kunstvoll auftrbautm Gebäude zu rk^reu, ohne die Erschütterung und m^liche Zerstörung des Sau« zm zu fürchten. Aber Luther, stand mtt seinem gauzm Denkfls. «nd Empfindet ia seiner Zell, und eben deshalb war er t« geben, deren ße bednrpfi׳.—«- »w rü« Gestattung der Zukunft vo»4 MdtslAeuiM 9k «iWeW-ush^MmsttMal^bs^dti^WriaMifmden Aksflüsse iterirGNisfcheu^DjemrchlU^der'Mloftiund die-schraGttU» lsftp'M M-!s»chSüilusi«ichIM'la«l»»alS Wkll^ llchikekk war- «Ü,^»vgsgen-Pch^ftitt MlichsvrSefÜhl *vipStte.mch iwiNwe«-vekSWpfpug ro-bis--Meiner SttlSnüg -gegm--die U»> frhlboftett de» Papste« Wb der kstchmsäter- .gev rängt - «ttda, ohne daß selbst »lese UeberzeugunjM^das Prkylp igewesm wärm, »»« dem er bei» Be^iM des-AaMpse» ausgüeg» ׳ - M ׳״; 'Wir erkennen «»so iu dmeReskssate»..welche die Rrsor« «mtton Lathees für »ie Gestattnng bvs'chvißUche» Dogma » und seiner Glttzenlehre hkrseifÜhrt»,^zwar-«ine Besreinng des Ehristenthum« von den äußerste« Coustqnrnz«, seiner erst«. Ab« irnmg von-der Lehre seine» Stifters «nd-de« Judmthums, eine thellwefse Loslöflmg desselben von ber- Macht-' ves Heidenthum», dem es sich htugegebm hatte; aber nicht eint vollendete Rückkehr zu'jmer ursprünglichm Aufgabe deffekbm. vermöge deren es die GetteSerkenntuiß de» ׳Iudmthums zu« Gemeingut der ganzm Menschheit zu machm hatte. Aber wir erkennen in der Refor« matton das erste und siegreich« Watten desjenigen Prinzips in der Entwicklungsgeschichte des Ehristmthums,- vermöge dessm es zu« ununtrrvrochenen Fortschreiten in jmer Richtung gmöthigt ist, in der es sich feiner ursprünglichen Aufgabe immerwehr nähert, und dadurch auch da» Iudenthum allmählich in den Stand setzt, gleichzeitig uiit demselben für die religiöse^Aüsgabe der Mensch« heit zu wirke«, um mdlich gemeiusam dieselbe vollende« zu können. ׳ ׳״ . . >•>* .<!* In drr Reformatio« erkennen wir das Prinzip der Selbst« besreinng der Religion von der Autorität der Ueberlieferung. das Prinzip der Antastbarkett dessen durch die Gegenwart, dem di« Vergangenheit durch ihre Anerkennung da» Ansehen göttlicher Offenbarung verliehen hatte» das Prinzip endlich, da« in seiner Dnrchführnng zur Anerkennung der mmschliche» Vernunft, als de» höchsten Richters über die Wahrheiten de» Glauben« führe» muß. Wir find auch als Juden zur dankbaren Anerkennung gegm die Rrfonnatiou verpflichtet, nicht nur weil sie uns das Ehristenthum wieder näher gebracht, und offenbar auch die günstige BerLnde« r«ug herbeigerufm hat,.welche für unsere Lnßere Stellung inner« halb deffelbr» eingetreten, sondern vorzüglich darum, weil sie den Sieg ihre« Prinzip« nicht nur für ihr eignes Gebiet, sondern auch für da« Iudenthum errungen hat, und dadurch auch diese« die Richtung vorzeichnete, in welcher es seiner neuen Entwicklung entgegenstreben sollte. (Abld.) - («chlnß s-lgt>> «in feierlicher -udnumstug i« Prag im Jahre 1716. Mit-e«h«itt von י ' ' Leopold Wolf in Prag. Kasse» Karl VI. war mtt Elisabeth Ehristina, einer Loch« ter de» Herzogs Ludwig Rudolf , von Braunschwrig Lüneblwg vermählt;-dies» gebar am 13 April 1716 einen -Sohn, den Erp- Herzog und-Prinz« von Asturien Leopold, welcher aber ln kurzer Zeit starb. Hernach kam die nachmalig^ Kaiserin Maria Theresia i« Jahr» Nl? aus bir Nelt. Der jüdische Quartiermeiffe, Marcus Mqrle i» Prag verfaßteei«e von Schotky citirte Schilde« runH des do» vmPrager-Juden unter Anleitung -ihre« Primas Hmnuel «tzqchsel zur Feier -der Oeiburt. des Crfterzogs Veopoivs veranftaltttm Festest welche den Ntel führt! ״Gründliche »uv

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