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Die Gegenwart · 1867-12-29 · 48 (29.12.1867) · p. Seite 379

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
48 (29.12.1867)
Date
1867-12-29
Page
Seite 379 (sequence 3)
Language
German
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Sofiaer WschoischiG Wl IWIsche NagSeßocheitta. yraBftsMStttt «h **,»*,»»;!frMl JWdlfen*a*»01I״ ständig neue und höchst interessante Datm liefert. De» Schluß des Buches bildet ein ,größeres Lehrgedicht HH> vr. Leopold Stein ln Frankfurt M., das in der Weise der aste« Piutim, au de« Faden der zehn Gebote die jüdische« Religions-Satzungen erläutert. So empstehlk fich das Buch durch seiaeu In hall, aber auch der gute Zwecks der leider immer »och viel z» viel Zweck nur ist, die Unterstützung hilfsbedürftiger Leh. rer^ Lrhrer-Wittven und -Waffen, sowie der billig gestestte Preis »ou 1b Sgr. empfehlen da-Buch zur Anschaffung iu jüdischen Familien. Wir könne« zum Schluß nicht mtterlaffeu, au« dem Einleitungs-Gedichte des vr. Leop. Stein, worin er das;,hehre, schwere und leere" «int besingt; einige ״Strophen zur allgemeiueu Beherzigung adzudruckm! Und selten mach' ich'« Einem recht, All mein BemKH'n ist eitel — Ist oft ein gar so bös Geschlecht, Das hat den Gett im BeMell — i Denn weil der Gack von Thalern strotzt, Hält sich'« sür klug und trotzt und protzt; Das Sleiuste von den Kleinen > Wird mehr denn ich erscheinen. Den dünkt mein Geist zu frei gesinnt, Den allzufromm mein Treiben; Der Eine rusn;,was lernt mein Sind?!1 Sann nicht 'mal jüdisch schreiben!" — Der Andre klagt: ״zu viel hebräisch, äHit׳ ist weit lieber deutsch, französch" — Doch daß fle mich verdammen, Drein stimmen sie zusammen. Wenn ich voll stiller Demoth bin. Heißt'-: ״seht den Modim-Buckerl" Und schau ich frei zum Himmel hin. Heißt'-: ״seht den SternenguckerI" Lomm einfach ich im dünnen Flau-, Heißt'-: ״ach, der Dalsen guckt heraus," Und komm ich fein im Fracke, Heißt'-: ״der hat'- dick im Sacke!" — So übe ich mein schwere- Amt Durch vieler Jahre Dauer, Und ob eauch vom Himmel stammt. Die Erde macht'- oft sauer! — , Und liebte ich nicht Sind und Weih, Ich wüßt' nicht, wo di« Freude bleib'? — Doch jene auch vermehren Die Mühen mix, die schweren! — Leider zu wahr, uin poetisch zu sein! «in Palästina-Werk. Wie Eonrad Furrer — über dessen Werk wir in Nr. 37 und 38 d. Bl, ausführlich referirten — so hat auch E.Hergt dg-!->,Heilige Land" zum Gegenstand« eine- Buches gemacht, welchewichtig genug ist, auf daß chm ebenfalls an dieser Stelle ejqe — und sei e» auch weniger eingehende—Besprechung gewidmet wjird«. :1, Hergt hat seine Schrift schlicht und eiusach ״Palästina" 87» betitelt») und dieser Aafpnichlosigkeit confvrm, durchweg von Alle» sich fern gehalten, was thik den Vorwurf des Slchsprel^ zeu« rc. — dessen heutzutage gar so viele -Untaten sich schuldig machen, — auch nur na Sntferulestea zvzstzleh«, geffgnet wäre. Was an der Einrichtung ganz besonders hörvorgehoben werde« »aß, ist der Umstund, daß bei der Beschreibung der einzelnen Orte Palästina'- stet» auch di« -ret-nfff«, die an ihnen sich zngetrage», di« vollste vctSckfichtigmtg gefunden. Hierdurch wird natürlicher Weise die Leetüre intötksiaat ׳und anregend, Vs« schon fast Alle», was mitgetheilt «Kd, wohl selten noch einem Le» ser ne« und fremd sein dürste; — Außer «st» and Neutestameat. lichem, ist hie und da auch so Manche«; wa» spätere Zeiten und Urkunden angehört, nicht unerwähnt ßrkafse». Galiläa und Indäa, Ptrsta ÄkidSamarla;' — dir vier einzel« neu Provinzen Palästina'«. — weiden/^rde׳ für sich, einer ringe» henden Behandlung »nterworfen, außerdem aber Noch die Mittel« meerküste, so wie die See'o und Müsst, mit dankrnswercher Aus« führlichkeit besprochen. Selbstverständlich ist e-, daß unter den palästinensischen Binnensee'» auch von Seiten Hergt'S drin segenamttm ״Tod» ten Meere" vulgo dem ״Salz-See" die ihm gebührende her» vorragende Stelle eiagerämut wird. Im schrvffsten Gegensätze aber zu Forrer und vielen Andern/ ist der Verfasser de« vor» liegenden Buchestabil genug, in wie an jenem eigmthümlichen Gewässer immer noch ״kbin lebendes Wesen" entdeckt sein zu lassen. ׳ Mit ganz besonderm Inter esie steht man Hergt bei de» ״alldort untergegaogenen Städten" verweilen, beziehentlich derer er u. A. auch anführt, daß es nach Gtrabo») ״dreizehn^, nach Josephu» ״fünf", nach der Bibel aber nur ״vier" an der Zahl gewesen seien. — Berfaster hält in dieser Beziehung die biblische Stütze für die sicherste und zieht eS vor, hierbei lieber auf das ״fünfte" al« auf da- ״erste" der Bücher MoseS sich zu berufen. — Mn, so eigenthümlich dir« immerhin auch sein mag, so hat'« unsere« Erachtens sicherlich doch den Tadel nicht verdie», der von anderer kritisirender Seite her darüber ist ausgesprochen worden. Denn obschon da» erste Buch MoseS in der Thal das» jenige ist, welches — im neunzehnten seiner Sapitel — das Fak« tum der ״Verwüstung" selber brachtet, so sind hierbei doch nur (und zwar im 24. wie im 28. Verse) die zwei wichtigrrn Städte, nämlich Sodom und Amorah, namentlich angeführt, dir andern beiden miterwähuten Orte — Adama und Zeboim — aber in (dem ״Umkreis״) mit inbegriffen?) — während dagegen im fünften Buch MoseS — an der Stelle nämlich, die das traurige Geschick malt, da» dem Lande, in Folge der Gottabtrünnigkeit seiner Bewohner, widerfahren würde, — zum ersten Male ausdrückliche Benennung finden alle die vier Städte, welche der bekannten Katastrophe anheinigefallen waren?) Bon der SodomS-Rulne will der Verfasser wiffen, daß .') Palästina, beschrieben von E. Hergt, Weimar 1866. *) Do berühmte Geograph Gtrabo hat vor 1900 Jahren zu Amasea in Lapadocien <Griechenland)! gelebt, von Heer au« wissenschaftliche Reisen nach Italic», ttteinasten und Aegypten unternommen, alle diese Länder genau durch, forscht und die gewonnenen Resultate al«dann in einim 17bL»digrn Werke beschrieben. ') Bon Raschi wird übrigen« schon את־חערים־חאל (<P*n. >9׳ *&) dahin commentirt, daß die ״vier'", aus Häheu gelogenen Städte von oben nach untnz gekehrt worden sein!. «) Deut, ss, rs. במהפכת סדם ועטרה אדמה וצמים. 48*

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