Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 48 (29.12.1867)
- Date
- 1867-12-29
- Page
- Seite 378 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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378 Die Segemvan. in welchen Beziehungen Wir eine afldercheit für uöthig Hallen, nur darauf hiuVeiseP» Vorschriften, welche wesentlich die Gleichstellung der Juden mit den Ehristen in Bezug auf den Erwerb von Gruudeigenthum uüd Paß vdK' GcbUt^diejer I chgejKstet^sMen. ■■■ ')■■y 1 ' י יי ■’•׳ ' «so Soll $«$ך . 5. Alle mit den vorstehenden Bestimmungen iaWider. spruch stehenden Vorschriften de- Lande-.Grund.Gesetzlichft, Erb. m B/zug finf, dfy hüraer^chxu Nab^ngSbetr^bbtipftftü, ein O1^BrT1«;^,al0.Mi<9>V W »Ptzirdp-s im.-^tch-hzge; d^s unddeutschen Bundezur Verhandlung gelangten Freizugigkeit-gesehe-; welchein der ihm durch die Beschlüsse de- Reichstagegegebeneu Fassung, zwar auch ^ie Verhältnisse der Juden berührt, jedoch, da edie Fragen de- Aufenthalt» und der Domicilirung zuck Gegenstände hat, die gegeuwärkige Gesetzgebüng keineswegs ausschließt oder überflüssig «acht. Die MagistrLte der Städte Rostock und Wismar stad von Un» wegen der dort bestcheudm besonderen Verhältnisse vorgängig zum Berichte aufgefordcrt. worden, und haben darüber sowie über die von Uu» iotendirte Gesetzgebung die in den abschriftlich an» llegendea Berichten enthaltenen Erklärungen abgegeben. Wir wünschen die ständische Aeußerung noch im Laufe debevorstehenden Landtage« eutgegenzuuehmeq und verbleiben euch mit Gnaden gewogen. Gegeben Schwerin am 1. November 1867 ic." . ,,Entwurf einer Verordnung, betr. die rechtllchm Lerhältuiffr der Juden. Fr. Kr. rc. U« die Verhältnisse Unserer jüdischen Unter« thanen mit den sich aus dem Art. 3 der Verfassung denorb« deutschen Bundeergebenden Eousrquenzen in Einklang zu bringen, verordnen Wir rc. für unsere gesammten Lande da- Nachstehende: tz. 1. Eö ist den Juden fortan gestattet,. liegende Gründe aller Art gleich den Ehristen eigenthümlich zu erwerben. Dr« Lu«übuug der mit dem Eigenthum«, oder LehnSbesitze eine- Grundstücks verbundenen Rechte der Landstaadschaft, der Ort-obrigkeit, der Jmi-dictiou und Polizei, des Patronat- und der Aufsicht und Verwaltung von christlichen Schulen und geist. lichen Stiftungen steht jedoch dem jüdischen Besitzer desselben nicht zu. Während der Dauer de- Besitze» ruhet die Landstandschast; die übrigen, vorstehend aufgeführten Rechte werden durch einen besondern, von Unin jedem einzelneo Falle dauernd zu bestellenden Vertreter au-geübt. Der jüdische Besitzer bleibt aber zur Tragung aller damit verbundene« Lasten, auch der durch die Der« tretung verursachten Kosten verpflichtet. §. 2. Nicht minder sollen die Juden von jetzt an zum Er. wrrb de» Bürger« und Einwvhnerrechts in den Städten unter denselben Bedingungen und zu denselben Rechtsfolgen wie die Ehri» sten, wenn schon mit der Beschränkung zugelassen werden, daß sie von solchen amtlichen Funllioneu, zu welchen sie nach §. 1. al» Besitzer von Grundstücken nicht fähig sind, auch im städtische» Dienste ausgeschlossen bleiben. tz. 3. Den Juden steht ferner die Ausübung aller gewerb« lichen und Handelsbetriebe unter denselben Bedingungen zu, wie ste für Ehristen normiren. Der Erwirkung einelandesherrlichen Privilegii oder einer landesherrlichen Concession bedarf es außer in den Fällen, in welchen dieselbe auch für Ehristen uothwrndig ist, nicht mehr. Die Juden sind demgemäß ebenso, wie die Ehristen, auch zum Eintritt in die Handel--Corporationm, Handwerksämter und andere mit gewerblichen Vorrechten bestehende öffentliche Genossen« schäften berechtigt. §. 4. Die von dm Juden abzuleistenden Lehn», und Homagial-Eide, sowie der Bürgereid in den Städten und andere bei Uebemahme öffentlicher Functionen zu leistenden Eide sollen vou Gegeben durch Unser Staats-Ministerium." Begleitet ist dieser Entwurf vou einer historischm Darstel. lu«-bisheriger auf die Juden-Fragebezöglichm ,ÄfseMbttUL sowie ihrederzeitigen Stande- und den von Nostöa ünvWl-. mar abgegebenen, her b?a^M'^Muge1Mtüug'^r'?Ms^m Verhältnisse der Juden zustimtn-ntten Erklärungen. 'י \* Wim, 3. November. Ein wichtiger Schritt zu« Außer« kraftsetzung de« EoneordatS ist wieder geschehen. Nachdem unter dem Ministerium Belcredi dem Wiener Gemeindrrgth unter Hin, Weisung auf da- Eoncordat nicht gestattet worden, eine Lehrer« fortbildungSanstalt ohne konfessionellen Eharaller zu gründen, und nachdem dagegenwärtige Ministerium mit der Stadtvertretung in der PädagogiumSfrage lange verhandelt hatte, so daß er« stere bereitden Beschluß gefaßt hatte, zu dem Ausweg zu grei« fen, die Kandidaten an auswärtige BildungSanstalten zu sen« den — ist nunmehr durch Erlaß de» Unterricht-ministerv. Hye da« Pädagogium ohne alle Bedingungen bewilligt worden. Di» nun zu schaffende Anstalt wird ein confession-losc-, also für die Lehrer aller Belmntuisse zugängliche« Institut sein, was mit eineni der Grundprincipien de- Eoncordat» im entschiedensten Widerspruch steht. Fiteratur-Brricht. Achawa. LerciuSbuch für 1868 — 5628. Herausgegeben vom Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger i-raeli« tischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen ln Deutsch« land. Leipzig. In Commission bei Oskar Seiner. ., k Der genannte thätige Verein, der jetzt seinen Sitz in Frank« furt a. M. hat, übergiebt hiermit den 4. Jahrgang seine» ״Jahr« buche«" der Oeffentlichkeit. Nicht so zahlreiche, aber umfang« reichere Beiträge, al» in den ftüheren Jahrgängen, bilden dm Inhalt de- Buche». Eine größere Erzählung vou Ed. Kulke, ״die Lichtanzünderin", nimmt etwa die Hälfte desselben ein. E» ist eine Ghetto-Geschichte, die seit Bernstein und Kompert in Mode gekommen sind. Aber während Bernstein mehr daidyl« lische, ven der Außenwelt abgeschlossene, Leben de- Ghetto schtl« dert, während bei ihm, um ein alte- Bild zu gebrauchen, die Handlung mehr der Bewegung gleicht, die auf einem Teiche dmch einen Steinwurf verursacht wird und die an den Ufern stirbt, bei ihm also da- Zuständliche deganzen Ghetto da» meist« Interesse beansprucht, nimmt Kompert die Darstellung der Eonfltcte und Kämpfe innerlicher und äußerlicher Art, die den Ghetto-Judsn, dm Einzelnen Mmschrn, bei der Berührung mit der feindlichm Außenwelt erwarten, zu seinem Vorwürfe. Diese letztere Art Novellen hat zahlreiche Nachahmer gefunden, zu deren brstm Kulke gehört. Die vorliegende Erzählung ist gut erfundm und logisch durchgeführt, die Erzählung-weise schlicht, aber voll G«. müth-wärme; zu tadeln ist nur der schlotterige Stil. — Den weiteren Inhalt de- Buchebilden einige exegetische Aufsätze von Dr. Rothschild in Alzey und einem Ungenannten, sodann einig« Gedichte. Ferner macht Dr. Stein in Prag eine Mittheilung, di« zu der neuerlich angeregten Untersuchung über die sogenannt«