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Die Gegenwart · 1867-07-19 · 29 (19.7.1867) · p. Seite 229

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
29 (19.7.1867)
Date
1867-07-19
Page
Seite 229 (sequence 5)
Language
German
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fktfaa Wochmschrfft ftc Jüdische Angelegenheitm. 229 von bcc Einbalssmtmug Jakob» Mn Beweis ffttbal Oefsueu zut Bereicherung der Erkeuntuiß zu führen. Aber Sofc» geht noch weiter mW behauptet, mit Berufung auf Sohar, Jakob sei gar nicht geöffnet worden, und wo» bei keine« Anden» mit Erfolg geschehen konnte, da» sei bet Jatob, durch eineu besottderen Zufall in seinen letzten Lebenslagen, geschehen, nämlich seiner Leich« durch den Nabel die conservirenden Hubstanzen beizubringen. Wäre diese- Berftchren bet Jakob wahr, so hätte Hofer zugleich einen mittelbaren BetveiS, daß Oeffnen ניוול sei. Indessen er selbst giebt zu, wie er ja nach der bestimmten Angabe der heiligen Schrift nicht anders konnte, daß Joseph geöffnet wurde, also da« Oeffnen nicht.ניוול sein könne und was seit Joseph bi» auf unsre Tage viele Kaiser und Könige beweisen; »vaS Jacob betrifft, so ist er ohne Zweifel geöffnet worden, denn diese Art de» Einbalsamiren» war die kostbarste der Könige und die kostspieligste, mit welcher gewiß auch der gute Sohn und freigebige Fürst Joseph seinen Vater geehrt haben wird. Bei diesem Verfahren »vurden Gehirn und Eingeweide au» dem Körper genommen und nur eine so zur Mumie gewordene Leiche widerstand Tausende von Jahren der gänzlichen Zerstörung.* *) An dem vorurtheilsfreien Leser ist nun, nach Prüfung de» von Israel E... g und mir Gesagten zu entscheiden, ob die jüdischen ReligkvnSgesetze da» Anatomiren oder gar da» Oeffnen einzelner Theile zu Gunsten der Mffenschast verbieten?) F. Lt. 4) Jrrthiimlich schließen manche Gelehrte au» Gemfi« 60, 3, daß Jatob der ordinärsten Balsamirung«art von dem sonst so zärtlichen Sohne preiSgege. den worden sei. S. dagegm u.'a. Salomen b. Aderet Slesp. «. a. O. und Abarbauel zur Genesis l. l. Merkwürdig ist ein AuslasfungSsehler in Akrdat Jizchak de- Arama zu l. l. Er sagt: ״die Balsamirung Jakob« war חנוטה גמורה »«« die der Könige. In solchem Falle אינן צריכין להוציא מוהיהט בני מעיהם אכל הגיף נשאר תמיד קיים..־...״ da« vorhtrgehmd G«. sagt« und im Rachsatz« da« Wörtchen אכל beweisen, daß Arama geschrieben .... אינן צריכין אלא להוציא. Ich Hab« alle Au«gah«a vou der erste» Benetiauer an bi» auf die vortreffliche von Pollak (Preßb. 184») verglichen, e« fehlt überall da« nochwendige Wörtchen אלא. *) Der Herausgeber hielt diesen vor 26 Jahren geschriebenen Aussatz für die einzige au«führlichrre Behandlung de« Thema'« feit der Beröfsentli. chung de« Lhasom Soser. In der neuesten Zeit hat Herr L. LandShuth in seinem GÄetbuch »c. Berlin 1867 dm Gegenstand wieder aufgenommm, ohne sich für oder wider Landau und Soser, die er anführt, zu erllärm. Erst im letzten Stadium der Eorrectur. erhielt ich von der Redaktion die Mitthei. lung, daß Herr Rabb. vr. Klein in Glogau auf einm Aufsatz von Frankel in deffm ״Zeitschrift für die religiösm Jntrreffcn de« Judenthmn«" 1846 S. »42 ff. aufmerksam macht. Ich eilte, mit der Eorrectur in der Hand, zur Königl. Bibliothek, um einm Einblick in die Abhandlung zu gewinmn und fand, daß sich manche« anderhatte sagm laffm, wem! mir die Forschung Frankel« bekannt gewesen wäre. Die Responsm Ehasom Soser, erst einige Jahre vor 1846 erschimm, kennt Frankel nicht, seine Resultate stimmm mit denen de« seligm E. überein, dm Fall de« ״KebSweibe« in Gibea" berückfichtigt auch er nicht. Nicht ohne Hinblick aus die au«grspr»cheue Meinung eure« dm Eatzun. gm mtschiedm ergebenen Oberrabbiner« und Haupte« eine« Institute«, au» welchem so viele Rabbimr hervorgehen, eutlarvm wir hier einen betrübenden Zug au« dem Charaftcr derer, die sich für fromme Juden und sogar für ehr. liche Lmte haltm, weil pe oft in die Synagoge gehen und bei Nennung oder Hörung der Ramm Aub und Seiger ehrlich oder verstellt ימש flüstern. Al« bei der ansaugmdm Erscheinung de« obigen Auffatze« iu Rr. 26 man dm Namm de» Bersaffer« erfuhr oder erkarmte, schmiedete die fromme Unsittlich, keit dm Lug, derselbe plaidire für die Anatomie, well er seium Körper derselbm verkauft habe, und zwar au» dem Haupt-Grunde, weil er vor »6 Iah. rm in H. Christ geworden, e« heimlich blieb, nebm seiner öffmllichm Stellung au jüdffchm Jnstitntcn, und nun am Ende ftiner Tage auf dem Wege de« anatomischen Sale« zwischen Sirchhos und קכר ישראל dnrchschlüpfm möchte! Zum erste» Träger dieser, nicht ohne Witz zusammmgestelltea Lüge Wechte sich ein in Berlin uod vielmeiligem Umkreise zu seinem llnvortheil bekannte« Jndividmtm, ein gewiffer Moser. Diesem wird hier eine Belohnung von 100 Krdor. zugesichert, wmn er innerhalb eine« Monat« da« ungeftklschte Zmgniß Anrnmnk-Mmktzr. NeaMSueyeloPtdi« fit Bidet ■ab Xafarab. Biblisch^almudi« schr» Wörterbuch zum Handgebrauch e für Theologen. Jurist«», Gemeinde׳ und Hchulvorsteher, Lehrer anb andere (?) Bibelfreunde. AuSgearbettet von vr. I. Ham« kurzer, Landrabbiner zu Strelitz in Mecklenburg. Heft I. von S—Eidesformel. Strelitz 1865. Heft II. von Eide»- formel—Jakob. Strelitz 1867. Seitdem Bibel und Talmud aufgehört haben in unferen jÜbischen Schulen und Lehrhäusern die ausschließlichen Gegenstände des Unterrichtes für Jung und Alt zu sein, seitdem auch au» der Praxi« de» religiösm und comnmnalm Leben» mehr und mehr jene uralten Formen und Gestaltungm, Sittm und Bräuche, wie sie au» der biblisch-talmudifchm Kulturperiode hervorgegangm, zu schwinden begonnm, Md die Zeit nicht mehr fern zu sein scheint, wo Msere Kinder, dem jüdischm Lebm entfremdet, nicht mehr wie ehedem bloS an dm ersten zwei Peffach-Abeodm, sondern auch jeden Abmd und jeden Morgm beim Anblick irgend eine» noch so geringen Ueberreste» jüdischer Sitte und LebmSweise, verwmdert an un« mit der Frage werdm herantreten Ivnnm: ״Was bedeutet Euch diese Sitte"" (3. M. 13,14)? seitdem ist auch da» Bedürfniß nach einem biblisch-talmudischen Real-Wörterbuch. worin jme halb und halb verschwundmm Gestalten wieder in» Gedächtniß zurück» gerufm, die verblaßten Züge einer eriMerungSreichen Vergangen׳ heit mit frischm, lebendigen Farbm zur Anschauuung gebracht werdm, ein wahrhaft unabweisbare» geworden. Da« Lebendige trägt und hält sich selbst und bekundet sein unerloschene« Dasein in immer neum Schöpftmgm und Gestaltungen; aber da» Todte, wofern e» nicht der Verwesung anhrimfallen soll, bedarf der Ein« balsamimng, der Aufhebung, der sorgfältigm Hut und Pflege, be« darf der zärtlichen Hand pietät-voller Liebe, die keine Mühe scheut und keine Anstrengung flieht, wo e« gilt, da« Andmkm desselben im Gedächtniffe der Lebenden zu erhalten, und wer diese liebmde Hand dem ehrwürdigen Alterthum weicht, der darf der bereitwilligm Anerkennung der Guten und Edlen allezeit ge׳ wiß sein. Da« vorliegende Werk hat nun da» Verdienst, bi» jetzt da» einzige seiner Art zu fein, welchesich die Aufgabe gestellt, dem erwähnten Bedürfnifle abzuhrlfen. Wohl befltzm wir bereit« in dem Wmer'schen biblischen Real-Wörterbuch ein sehr gediegenes au« den Kirchcubüchem zu H. und ein ähnliche» au« dm Registern der hiest. gm Anawmie producirt, welche seine diesmalige Deuunziatton bestätigen. Dex Vorschlag hat gewiß viel Einladende« für einm M., denn dieser liebt edle Metalle und äquivalente Papierstückchen enthusiastisch, fie mögm Herkommen woher u«ck> wie e« sei, von einem armen Alten, oder von einem reiche« Jüngling, da« geliebte Geld sei כשר oder טרפה• Kann rr, trotz seiner Vorliebe für dm erflecklichm Preis, die Zmgniffe nicht beschaff«, so wird ihn jeder rechüiche und ehrliebende Mann einen infamen Ber. leumder nennen müffen. Da sich aber ein solcher M. nicht» au« dergleichm epitheta ornantia macht, so muß ein Straffchritt gegen ihn getha» werdm, welcher zugleich ein wohlthätiger Schritt für die jüdische Wiff«. schaft ist. Der qu. Moser macht nämlich in Schriftstellern, mit der« Produkt« er selbst in die höchste Kreise dringt, ohne der Wohlthätigteit Schrau. kcn zu setzen. Da er aber dem Namm der fortgeschrittenen jüdischm Wiffmschüft durch die Dmkmäler seiner Gelehrsamkeit eben so wmig Ehre macht, wir der ftommm Sittmlrhre de« Jndmthum« durch seine niedere Dmkung». art, so werdm wir später den dmtschm Lesern offmbarcn, wie dieser M. H«. brätsch versieht und Hebräisch schreibt» obgleich er mit BeUelpoefie in der hei. ligm Sprache sich bi» zu dm Etusm von Thronen wagt. Di« Arbcü wird un« leicht werdm, denn wir brauchen nur da« iu die Muttersprache zu über, tragen, wa» die höchst« jüdischm Gelehrte» über dm Frömmling in hebräischer Sprache gesagt haben.

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