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Die Gegenwart · 1867-07-12 · 28 (12.7.1867) · p. Seite 220

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
28 (12.7.1867)
Date
1867-07-12
Page
Seite 220 (sequence 4)
Language
German
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220 סור הנאה« die Jünger de« Rabbi J«mael jedenfalls ntit süodi׳ gen Händen jene Frau anatomitt, selbst wenn sie Heidin war?) Sollte je dixse kleine Abhandlung znr Beröffeattichung kommen, so möge man wissen, daß ich pro domo geschrieben, ober nicht pro domo wen, denn dieses ist durch religiöse Befan׳ genheit untergraben worden und in Folge derselben plötzlich zu« sammengestürzt; ich schrieb für fremde Häuser, für meine GlaubenSgenoffen, die bei aller Pietät für die Verstorbenen doch den Glauben aufgeben mögen, daß der Todte in derselben Gestalt und Beschaffenheit aufersiehen werde, in welcher er das Leben vor« lassen, er sei als Greis mit hundert Jahren, mit einem halben hundert Gebrechen gestorbm. Für solche zweite Auflage de» Leben» würden Millionen dem Posaunenruf der Auferstehung gern ihr Ohr verschließen! Die Lehre von der Auferstehung, wie die von Jrnseit und Unsterblichkeit ist ein dem Menschen au» Liebe zum ewigen Leben theuer gewordenes Geheimniß, dessen Schleier der gesunde Menschenverstand nur bei dem Pünktchen lüftet, daß der Schöpfer einen neuen frischen Körper mit der Seele verbindet. Ezechiel freilich verbietet (Kap. 37) diese Anschauung theilweise. Mit dem Schluffe der vorhergehenden Worte ist unsre Ver« pflichtnng al« treuer Herausgeber fremder Arbeit erledigt, aber wir haben nun noch eine Pflicht für eine vernachlässigte Thatsache in der heiligen Schrift zu erfüllen, und wir haben auch die Pflicht, zu erstaunen, daß sich zwei der größsten Talmudistm und nach ihnen Israel E. solche Vernachlässigung bei ihrer verschiedenen Bearbeitung deobigen Gegenstandes haben zu Schulden kommen lassen. Man hat sich darii, geübt zu behaupten, daß den polni. scheu Talmudisten nur solche Verse des alten Testaments (außer denen des PeMateuchS) sehr geläufig sind, welche öfter im Tal« mud oder Midrasch citirt, besprochen, oder erklärt werden, daß sie überhaupt ihren Fleiß Lbergewichtlich, auf Kosten des Bibelstu« diumS, dem Talmud zuwenden, und dies mag auch bei E. Lan« dau der Fall gewesen sein; M. Sofer hingegen, deutsch nach Geburt und tiefer wie besonnener Gelehrsamkeit, war ein auSgezeichneter Kenner des Textes dealten Testaments und daß er seine Belesenheit geschickt für seine hebräische Feder zu verwerthen wußte, zeigt sein von innigstem Religionsgefühl schwungvoll grtragenes שירח משה. Und demnach hat er gleich seinem Vorgänger 8. und seinem Nachfolger E. eine Thatsache unberücksichtigt ge« lasten, mit welcher sich, wie der Prophet Eliaversicherte, Gott im Himmel selbst zu beschäftigen nicht verschmähte (Gittin 6, d) Diese Thatsache ist bekannt unter dem Namen (טעשה) פלגש בגבעה. Da» Buch der Richter hat einen Anhang von fünf in jün« gerer Zeit abgefaßten Kapiteln; von diesen Spätlingen enthalten die 3 letzlern (19—21) die grauenhafte Entweihung de» Gastrech. teS eine« reisenden Lewiten in Gibea, die Entehrung und Tödtung seiner Frau, den darauffolgenden Bürgerkrieg und die Vertilgung de» Stammes Benjamin?) («chluß folgt.) Berichtigung: Ju Rr. *8, €. 808, Sp. 8, «am. Z. 8 v. anttn lei» ״unb ohne" statt ״daher". ') Bon diesem Punkte au« ist die Behauptung Sofer« nicht zu er« schütter«, denn er erkennt mit vielen andern Gelehrten die Meinung de» Schul. chaa-Lruch nicht an, daß auch 0ת גוי dem אסור הנאה uatmvorsen sei. I« dem h. 88« selbst de« Shasom Sofer setzt er e« al» »««gemachte Sach« vor»»«, daß .מת טי מתר בהגאה ף <S« ftab diese Teudeuz^kapitel wohl au« der Feder eine« Histon». graphen de« Davidssch» Hause«. Bo, David, welcher da« Ha»« Saul'« und D« A«rt»«ch'sche Wrismhmi». ..׳<־ (Schluß zu S. 818.) ' Ein besonderer systematischer ReligiouS-Unternchl wird te der Anstalt im letzten Halbjahre vor der Einsegnung erlheilt. Nach unserer Ansicht sollte für die reifere Jngend dem systematischen ReligionS-Unterrichte eine bedeutsamere Stellung eingeräumt werden. Lehren in der Form eine- System» zu Über« liefern, ist nicht, wie Viele glauben, etwa» ״EhristlicheS", sondern etwa» Moderne- und wacht vielfach Quälereien de- Kinderge« dächtniste» überflüssig. Allerdings ist die Lehrmethode wesent« lich durch den Lehrmhalt bedingt, allein gerade dieser sollte un» vom Dogmatisiren, wie von dem Versuch, Religion auf indirekte Weise (durch Sprachstudien rc.) im Kinde zu wecken, gleich ferne halten. E» ist hier nicht unsere Absicht, polemisch aufzutreten, zumal da bei einer anderen Gelegenheit geboten sein wird, über da» Thema de» Religions-Unterrichtesich auszusprechen; doch möchten wir auf einige Aufsätze in den letzten Nummern der Zeit« schrift ״der Israelitische Lehrer" verweisen. Der Gesundheitszustand war im abgelaufenen Jahre nicht so günstig wie früher. Einer der Zöglinge erkrankte an der Lungenentzündung, zwei wurden von der Cholera ergriffen, einer derselben starb am 10. Juli v. I. Es ist dieder erste Tode»« fall, der die Anstalt fett ihrem Bestehen betroffen. Seit den 34 Jahren de- Bestehender Anstalt haben 153 Waisenknaben Aufnahme, Verpflegung und Erziehung im Waisen« Hanse empfangen. Davon wurden: 1 vr. med. et chirurg. und Geburtshelfer, 1 Zahnarzt, 2 Buchhändler, 1 Schriftsetzer, 1 Gärtner, 2 Uhrmacher, 6 Buchbinder, 5 Tischler, 1 Maler, 4 Färber, 1 Bäcker, 1 Destillateur, 3 Goldarbeiter, 1 Schuhmacher, 2 Cigarrenmacher, 1 Sattler, 2 Tapezierer, 1 Drechsler, 1 Schlaffer, 1 Portemonnaie-Fabrikant, 1 Goldleisten-Fabrikant, 1 Gelbgießer, 2 Handschuhmacher, I Maschinenbauer, 4 Juweliere; 34 widmeten sich der Handlung, 12 dem Fabrikwesen, 14 kehrten zur Mutter zurück, 1 ging in eine andere ErziehungS-Anstalt über, 1 ist gestorben, 44 sind gegenwärtig in der Anstalt, in Summa 153 Waisenknaben. Bon den andem Institute bereitausgeschiedenen Zöglin« gen können wir nur da- Beste berichten. Sie habm da- Glück, für die ersten Werkstätten und Geschäfte der Hauptstadt, wie de- In« und Auslandes als Lehrlinge gesucht, und unter den günstig« sten Bedingungen darin ausgenommen zu werden. Alle wirken in den von ihnen gewählten Geschäftszweigen mit ausgezeichnetem Erfolge. — Der größte Theil der AnSgeschiedenen nimmt eine achtungSwerthe Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft ein; fast alle kommen gut sott und sind gute, nützliche Menschen geworden; mehrere genügten und genügen noch mit ausgezeichnetem Erfolge ihrer Pflicht im Heere, mehrere Zöglinge habm auch im vergan« den ganzen Stamm Benjamin vernichtet, sollte da« Odium ab« und auf da» Opfer gewälzt werden. Benjamin mußte «in Stamm von Rebellen gegen da« Voll J«rarl sein. Gibea die Geburt«, und spätere Residenzstadt de« au« Benjamin entsprossenen König« Saul der Schauplatz der verruchtesten Berbrechen, Saul als», al» Abkömmling von Verbrechern, der noch dm Trotz hatte, die fluchbeladene Stad» Gibea zum Sitz de« israelitischen KSnigthum» zu tr« hebe«, dieser Saul mußte dom Zorn de» Himmel« getrossm und seioe Fa« milie vom Throne geßoßeu werden. Ja selbst die blutige Handlung der sieg« reich« eils Stämme gegm Jabesch Gilead scheint zu dem Plane de« Geschicht«. schrriber« zu gehören. Die Einwohner dieser Stadt hieltm trm zu dem Hause Saul» und ging« wahrscheinlich auch im Kriege gegm David unter. Ist aber der Zusammenhang Mische» der Frevelthat Gibea'« «nd dem Untergänge Benjamin« sehr ftaglich, so ist er hier um so geschickter dargestrllt.. : :(

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