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Die Gegenwart · 1867-07-12 · 28 (12.7.1867) · p. Seite 219

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
28 (12.7.1867)
Date
1867-07-12
Page
Seite 219 (sequence 3)
Language
German
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וי Sct&Ki ks«ch«jchrift ftr es Anfang» auch «r Einer sei«. Pnmklo» ansangen soll man; da» Lokal und da» Lehrperfonal, sowie den Charter der Education Society School habe man, die Rmerent^n in hiesiger Ätadt würden ihre Dienstleistungen gern dazu hergeben; e» könne also vorerst ohne große -osten vorgegangen und Lehrer, Lorbeter und Schochtim ausgebildet werdm. Man suche die Kunden, wenn da» Geschäft eröffnet ist, und dann werden sie sich finden. Rev. Isaakwie» auf da» Beispiel bedeutender Universitätrn hin, die mit einer geringen Schülerzahl angesangen hatten und nach Ueberwindung aller Hinderniffe groß und berühmt geworden waren. Rev. Moralwollte vor der Errichtung de» College, seine LiebliogSidee, die Bereinigung der verschiedenen Riten in Amerika durchgeführt haben. Rev. Leeser stimmte so ziemlich bei, ohvohl er sich bei dem adoptirten portugiesischen Minhag sehr wohl fühle, während Rev. Moral» in mancher Beziehung dem deutschen den Vorzug gab. Auf die Bemerkung de- Herrn Rosenberg, daß die» mehr die Sache der Theologen al» der Laien wäre, und auf den Hinwei», daß die Verschiedenheit der Riteu die Einheit im Judenchume niemals gestört habe, wurde der Gegenstand verlaffen. Nachdem Herrn A. S. Lohen'» Antrag auf sofortige Bornähme der nöthigm Schritte durch da- Executivcomitö zur Er- Sffmmg de» Seminar» angenommen war, erklärte der Antragstelle! in stchllicher Freude über den Erfolg, im Aufträge seiner Gemeinde (Derech Emuno) dieselbe zu einem jährlichen Beitrag von 100 S. bereit. Andere ähnliche Erklärungen folgten nach. Nun hängt e» von dem Executivcomitä ab, die Anstalt in'S Leben zu rufen. Ein Antrag, welcher au» der von Rev. Moral» angeregten Debatte hervorging, die Gemeinden wegen einer Einigung ded Riten zu beftagen, wurde durch Beschluß für die nächste Eonvention zurückgelegt. Ein demnächst wichtiger Gegenstand der Verhandlungen war die polittsche Stellung der Juden in unserem Lande mit Rück« sicht auf die kirchlichen Besttebungen, welche die Ehristianisirung der Constitution, sowie der sonstigen gesetzgeberischen Emanattonen io dem Gesammtstaat wie in den Einzrlstaaten hartnäckig verfolgten. Präsident Abraham Hart (Philadelphia) verla« eine Denkschrift, die er dem Congreß für dm Fall zu überreichen vorschlug, daß eine Petition der kirchlichm Partei in dem obenbezeichnetm Sinne wieder zum Borschein komuien sollte. Die Dmkfchrift ist durch schönen Styl und männttche Gesinnung au»gezrtchnrt und wurde ihrem ganzm Worttaute nach durch Applau» angenommen. Uns behagt diese Annahme en bloo nicht; so ausgezeichnet die Denkschrift ist, so kann sie doch als da» Werk eine- Einzelnen Manches übersehen haben, wa» bei einer gemeinschaftlichen Redaktton durch rin ComitL hätte nachgeholt werdm können. Jndeß, eS ist gut, daß man gerüstet dasteht. Ueber kirchliche Kundgebungen in den einzelnen StaatSgesehgebungrn wurde da- Executivcomitä zu wachen beauftragt. Bei dieser Gelegmheit empfahl Rev. Jastrow de« Exrcutivcomitö den Plan zur Gründung eine» oder mehrerer allgemeiner Tagesblätter zur näher« Prüfung. Die Presse de« Lande», meint er, sei mehr oder weniger christlich gefärbt; kirchliche Vorgänge fast jeder Seete würden mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt, während da» Judmthum mit einem bescheidenen Winkelchen porlieb nehmm müsse..>« Hierdurch werde die Bevölkerung daran gewöhnt. Jüdisch« Angele-enheUru. ' 219 da» Chriftenthmn al» die herrschmde Religion anzoseh». Durch Tagesblätter, welch« vom Parteistaudpunkte abgesehen, die Gleich, berechtig«»» aller Religionsbekenntnisse auch Znßerlich zur Dar« stellung brächtm und über die Christian ifirungSagttattonea gewissmhast wachtm, würde die BollSmeinung besser bearbrttrt werde«, al» durch confesfionelle Organe, die unter die christliche Lesrwrlt wmig eindriugm. f Die Verhandlungen über die Unterstützung rrsp. Bildung einer PublicationSgesellschaft (Literaturverein) führtm zu keinem anderm Beschlüsse, al» daß der Tegmftand dem ExecutioaScomitä zur Beachtung empfohlm wurde. Hoffm wir, daß diese» im nächst« Jahre mit Thatsachrn vor die Convmtton werde treten können. E» gilt, Schriften uud Leser zu schaffmk Dankvota für den Präsidentm, den Secretär, die Gemeinde Mikwe Israel, da» englische Parlamentsmitglied Sir Goldschmtdt, (für seine Berwendung zu Gunsten der serbischen Juden) für dm Secretär de» Board of Delegat«», Hrn. Meher S. Isaaks rc., sowie die Beschlüsse über die Berwendung de» Palästina-Fond» habm für da» größere Publikum wmiger Interesse. Zum Schlüsse sei hier der Wunsch auSgesprechm, die Board of DelegateS möchte nicht bloS den Kreis ihrer Thätigkrit, sondern auch dm ihrer Theilnrhmer erweitern. Eine Bereinignng von einigen und fünfzig Gemeinden, von denm etwa fünf und zwanzig faktisch vertreten waren, kann nicht mit dem nöthigm Nachdruck al» Repräsentation der Iudmheit Amerika'» vor die Oeffentlichkeit tretm. Ist das Zergliedern jüdischer?eichen fu Heilswecken «sch den Nriigions-Grsrtzrn verboten? (Fortsetzung zu S. 204.) Ich muß noch für eine kleine Nachschrift um die Geduld de» nachsichtigen Leser» bitten: Mein Rabbiner K. sprach sich über die obigen Reimzeilm in einer Versammlung seinen dogmatisch Gleichgesinnten dahin auS, ich sei in hebräischer Sprache wie in deutscher ein אפיקורוס, und für meine Zukunft gab er hierbei einem Wunsche Ausdruck, welcher einem Fluche fast nahe kam, zugleich versicherte er, so lange ihm da» Leben geschenkt bleibe und soweit sein Einfluß reiche, werde er jüdischen Studirenden die unreinen Säle der Anatomie unzugänglich «nachm. Der Schatten der Autorität eine» Mose» Sofer leuchte glänzender als da» blendende Feuerwerk von hundert Freigeistern. Wir habm gesrhm, daß Sosrr nur einen Grund dem Landau'schen hinzufügte, den nämlich, e» sei Benutzung de» Körper» eine» Tobten nicht erlaubt, ausgenommen einen Kranken damit zu heilen. Letzteregelte aber^nur bei Anwendung für ein besttmmte» von Krankhett zu rettende« Individuum, nicht aber zur Bereicherung der anatomischen Wissenschaft. Wir aber dürfm zweifeln, ob da» Ansehen der Gelehrsamkeit diese« hohen Rabbiner» sich so weit hin verbreitet hätte, wmn viele seiner Responsrn von solcher logisch« Begründung getragen wärm: Für den einzelnen Kranken soll die sonst verbotene Benutzung ein erlaubte» Mittel S" ... Jore Dea ist auch diel Benutzung einer nichtjüdischen Leiche per« boten, und demnach hätte Sofer für Juden di« Schlüssel aller Aaatomie-Gebäude abgezogen, um sie hinter dm §. 386 de» Chasom Sofer zu legen. Auch hätten durch die Geltendmachung de»

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