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Die Gegenwart · 1867-06-28 · 26 (28.6.1867) · p. Seite 206

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
26 (28.6.1867)
Date
1867-06-28
Page
Seite 206 (sequence 6)
Language
German
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906 Die •cgattBatt imlRgfgmgra, te» angegriffene und put Opfer bestimmte Israel ist erhalten worden. - ' . Alzey, 17. Juni. Ehr. Rothschild. Litersrischr Aralette« von I. -y»e«. III. ״״ אובריק. ׳b טוך Diese zwei Ortsnamen werden in der rabbinischen Literatur, der eine mehr, der andre minder häufig erwähnt, beide aber find bisher noch nicht auf der Landkarte entdeckt worden. Mit dem Namen אובריק wird ein Ort genannt, aus welchem R. Elia der Heilige herstammt*), mit טוך dagegen eine Stadt, in tvelcher dir bekannten Gloffen zum Talmud — חוס‘ טוך — verfaßt oder gesammelt worden. LrstcreS Wort, אובריק, hat man bisher noch nicht einmal versucht, mit den Buchstaben einer europäischen Sprache wiederzugeben; letztere» Wort, טוך, weiß selbst Zunz**) nicht ander» als mit ״Tuch" zu bezeichnen, ein Wort, welche» unter den Ortsname der bereit» entdeckten Welt nicht leicht anzutreffen sein wird. Wäre dieser Name überhaupt ein deutscher, so könnte man sich schon eher geneigt fühle«, dabei an Laucha, jene» be« kannte sächsische Städtchen zu denken, wo vielleicht schon im Mittelalter wie noch heut zu Tage die sogenannten Waldteufel oder ״Schnurren", schwerlich aber jemals Gloffen zum Talmud verfertigt worden sind. Diese zwei Ortsnamen haben übrigenmit einander nicht» weiter gemein, als daß sie, wie sich gleich herauSstelleu wird. Orte bezeichnen, die in einer und derselben Provinz, wie auch in einem und demselben Flußgebiete liegen. Beide liegen nämlich in der Normandie, wo bekanntlich auch andere Wohnsitze talmudischer Gelehrsamkeit angettoffeu werden, wir z. B. Falaise (סליזא), Evreux (אבירא) u. A. .אובריק ist nichts anders als Orb ec, eine Stadt am Ursprünge des Fluffe» gleichen Namens, der sich in die Toucque» ergießt; טוך dagegen ist die Stadt ToucqueS, (unweit PonS l'Eveque), am Flusse gleichen Namen», in ־den sich eben die erwähnte Orbec ergießt uud der in den Kanal mündet. IV. .ברפת »°d שתרמיקש Auch die hier genannten zwei Ortsnamen haben wie die vorhergehenden, nur ein äußere« Merkmal mit einander gemein; beide, obgleich Ortsnamen, kommen nämlich in der rabbinischen Literatur de» Mittelalter» nur al« Familien« bezw. Personennamen vor, beide sind aber auch bisher noch nicht entziffert wor« den. ברפת ist bekannt al» Familienname des hochberühmtrn Rabbiner» zu Saragoffa, R. Äsaac b. Scheschet, akrostichistisch Rib asch — ריב״ש — genannt, und theilt insofern da» Schicksal de» vorhin erklärten Namen» טון־, ak» er gleichfalls mit einem deutschen Wort, mit ״barfuß'־, gemeinhin wiedergegeben wird, einem Worte, welche» unter den Familiennamen der spanischen und provenzalischen Juden ebenso wenig zu finden sein wird, wie ״Tuch" unter den geographischen Namen. שוזרטיקס oder שרחטיקס, auch שרקיחיקאש, wie die verschiedenen Lesarten alle lauten***), wird al« Name eine» spanischen Rabbinerau» dem •) Lossaphot, Joma 87«. Sebachim 14b. —) Zur Geschichte x. kittrot. C. N, 1M. ***) S. Jtn< Mortt SV. Kessel, J. 8«, Note 1. 1L Jahrhundert genaust, und ist um so schwieriger zu entziffern, al» eben die Dunkelheit de» Worte» verschiedene Lesarten auskommen ließ, au« denen erst die richtige herausgefunden werden muß, letztere jedoch erst dann mit Sicherheit festgestellt werdm kann, wenn der Ursprung de» Worte« wieder au» der Dunkelheit gezogen sein wird. Beide Namen sind iudeffeu nur französische Städtesameu, die von Südfraokreich nach Eatalonien und Aragonieu als Per« soneanamen herübergekommen find. ברפת ist nämlich der Name der Stadt Brive«, au der Corrbze, während שתרמיקס, unter den verschiedenen vorhandeom Lesearteu immerhin die einfachste Gortform, offenbar nur leicht corrumpirt ist au» שתתקס, d. i. Chilteauroux, eine größere französische Stadt am Jndre. V. Abarbonnel und Acosta. Diese zwei berühmten Famillennamen sind gleichfalls von Städtenamen entlehnt, jedoch so, daß zu den betreffenden Städte« namen die Präposition a (von) geschlagen wurde, wie dergl. z. B. bei den Namen Ducange für du Eange, Delamormora für de la Marmors u.a.m. Abarbonnel, — wofür man unsere» Er» achtens mit Unrecht in neuerer Zeit Abravanel zu schreiben anfing, — heißt nämlich a Barbonoel, von Barbonnel, einer Stadt in der Champagne; ebenso Acosta s. v. w. a Costa, von (Softe, einer Stadt tu der DauphinL Bemerkung. Ju dem Auffatze von Herrn DyueS in Nr. 25 d. ״Gegen« wart" sind zwei Punkte zu bestresten: 1. R. Gerschom ist nicht der Einzige, der מאור ועולת geuaunt wird. Raschi z. B. wird so genannt (Tosafot Synhedrin 89, d.) Ja schon im Talmud (Ehullin 59, b) wird R. Achai מאיר ועולת. genannt. — 2. Dieser vollständigere Titel (mit einer kleinen Variante מאור statt מאיר) findet sich auch öfter bei Gerschom in Eitalen der Tosafot, z. B. Menachot 66, b. und in רשיבים zu Baba Bathra 112. Sabbat 85, b schreibt Raschi גרשום אבי ועולת statt •טאור רעולה Kitrralur-Derichl. LewaudowSki, L., Königl. Musikdirektor, Hebräische Melodiken. Berlin 1867. In dem Entwicklungsgänge der Religionen bilden die wech« selndrn Beziehungen derselben zur Kunst bedeutsame Merkzeichen für den kulturgeschichllichen Forscher. Wie die Kunst in allm ihren Gattungen bei allen Völkern au» der Religion hervorgegau» gen ist, so hat sie sich auch bi» in die spätesten Kulturperioden der Einwirkung von SeRdn der Religion nur selten entziehen können. Welchen Einfluß diese» AbhängigkeitSverhälMiß auf den Charakter der Kunst auch grübt habe, für die Gestaltung der religiösen Anschauungen in den Formen de» Knltu» war daffelbe unstreitbar von heilsamer Bedeutung. Sind doch beide in ihre» später« Ausbildungen scheinbar verschiedene AeußerungSweisen der Gefühle und Vorstellungen, iu ihren ursprüugllchen Anfängen ebenbürtige Richtungen de» Geiste». Beide wollen da» Unsagbare, da» weder i» Frage noch iu Antwort durch klare Wort-Borstellungrn sich faffrn läßt, durch solche Mittel zum «»»druck brin« gen, die den inneren Erregungen am nächsten, näher al» di« objekivsten, logisch zu verbindenden Worte verwandt sind. Der

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