Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 22 (31.5.1867)
- Date
- 1867-05-31
- Page
- Seite 170 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Spielu. dergl. entwöhnt. aber zuerst vorübergehend immer wieder den gleichwohl endlich Herr wird. Bon dieser Zuversicht beseelt kann eS unö also nicht einen Augenblick hast,Siege jkfä taMbcn Princkpte» kn her Mens^hhett 1»äh heut noch ss»'»ttä fckn-liche Elemente entgegenstehender Macht der Wahrheit und de- Recht», die sich ihnen gegenüber schon so überwältigend bewähxt, müssen sie von Stufe zu Stufe dey Platz räumen. Nur dürfen anch »eit -- und da» ist fürwahr keine bettübende NothwendiMt',^— denn rege» Streben muthige» Kämpfen, rustlge» SchaffenU» als trefflich und heilsani Erfaßte, kSist de» Menschen edelsttr Beruf und seine schönste Zier — nur dürfey wir nicht ermatten in dem unablässigen Ringen und Wirken für jene hehren Güter, um, soweit sie schon unser geworden, sie zu erhalten und zp der« theidigen, sofern darin noch Lücken und Mängel auszufüllen, diese zu schließen, und so mehr und mehr dem freien, gleichen Men« schonthum die unbestrittene Allgewalt zu erobern. --,Hinauf! vor׳ wärt»!" lautet also immer und immer wieder für un» Alle, denen GotteSwort und Menschenliebe da» Herz durchglühen, da» Loosnngöwort, e» ist da» Banner, da» uns voranzieht auf dem mühsamen Wege nach dem gelobten Lande der goldenen Zeit de» Frieden», der Liebe und Gerechtigkeit, da» die gottentflammten Seher der Vorzeit mit ihrem Adlerblick in weiter Ferne erschaut; ob noch Jahrhunderte oder Jahrtausende vergehen, ehe wir seinen Boden betreten, gleichviel, genug, wir, glücklicher al» Jene, sehen bereit» ibre Ufer nn» entgegenwiuken, und schon da» Vorgefühl nahenden Heil» ist ein himmlisch beseligend Theil. Frankfurt a. O. Dr. M. St. I!anM egen, daß von Seiten der -rhtrtn, Dr. Rabbiner richter. Ünerfrmdch ist e» in Principal« so wenig Lehr« Bre-lau, 18. Mai. Die General.Versammlung der- Mitglieder de» israelitischen HandkungSdiener-JnstitutS war sehr zahlreich besucht. Nachdem der Vorsitzende, Herr Kali sch, die Anwesenden aufgefordert, um zwei Männern, die dem Verein nahe gestanden, nämlich dem verstorbenen Herren Partikulier Horrwitz und dem Eommercienrath Heimann, durch Erhebung von ihren Sitzen eine letzte Ehre zu erweisen, erstattete derselbe den sehr umfangreichen Jahresbericht. Nach demselben richtete sich die Thätigkeit de» neugewählten Vorstände» zuerst auf die Regelung der Krankenpflege, namentlich auf diese» nigen Erkrankten, welche, wa» bi» jetzt zwar noch nicht vorgekom» men, die ärztliche Behandlung im Hause derjenigen im Hospital vorziehen sollten. Herr SanitätSrath Dr, Grätzer wird für diese Fälle die Kur übernehmen und die Universität», oder die Hospital-Apotheke werden die Arzneien liefern. Den in den Krieg gezogenen 23 Mitgliedern wurde da« Anerbieten von Unterstützungen durch den Verein durch öffentliche Aufrufe gemacht, die, wenn sie auch nur theilweise angenommen wurden, dennoch weithin Sympathien für da» Institut zur Folge hatten. Die Maßnah. men des Vorstände« haben einen sehr erfreulichen Zutritt von Mitgliedern bewirkt. Die außerordentlichen Mitglieder stiegen von ISO auf 202, die ordentlichen von 172 auf 190, wa» eine Ver» mrhrung von 70 Mitgliedern ttgiebt. Dadurch ward der Vor» stand in den Stand gesetzt, die sog. geselligen Abende «inzurtchteN welche die Mitglieder nicht nur einander näher brachten, sondern auch wieder auf die Hebung de» Institut» rückwirkten. Außer ben Erheiterungen an diesen 10 geselligen Abenden wurden auch Fach» fragen erledigt, bildende Borträge gehalten, also auch in ernsterer Weise nützlich eingewirkt. Außerdem wurden an 6 Abenden wisienschaftliche Borträge gehalten, zwei-von Dr. Meyer und je linge zu dem Unterrichte in den beiden Klaffen zugelaffen worden hoben werden muß, daß die Schüler ohne Ausnahme da» Lob der Lehrer erhalten haben. Da» neue Statut wird für die Orgaui» total der Unterrichtsklaffen sehr feste haben, ohne deren Erfüllung die Einrichtung de» Unterricht» unter« feen fäi t?Pj. ,ha»..., bim wurden 131 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf. auf"Ämer1'tlltzungen verwendet, 200 Thlr.: teim-JdAd,'der jetzt 4031 Thlr. be» trägt, zugewiestn und überhaupt 104!} Thlr. eingenommen. Ferner ist der Verein dem Leotralverbauhe kaufmännischer Bereis (dessen Vorort jetzt. Dresden ist) beigetreten und hat dadurch außer., einer Verbindung mst. .mehr als 40 Vereinen einen nich geringen Gewinn nach innen gehabt. Der Borstapp legte, pqch diesem Bericht dankend sein Amt nieder und erhielt Decharge von der Versammlung. Durch die Neuwahl kamen 5 Mitglieder neu in den Mchppd,״. HixrW ,.wp^,.in djx Be^thuyg.-Merdie Statutenänderung getreten. Durch den Beitritt zu dem Central» verbände war'die Ausschließlichkeit de» Institut» für den iSraeli» tischen Theil der hiesigen HandlnngSdienrr, unmöglich geworden. Die Mitglieder befreundeten sich auch leicht Mit der Abschaffung der Beschränkung durch da» religiöse Bekrnntniß und adoptirten, um der Frecheit de» Beitritte» znm Institute Rechnung zu tragen, unter Hinweglassung de» Worte» ״Israelitisches" den Ra» men ״Breslauer HandluogSdiener-Jostttut". Don weiteren ,Mite thellungen über die Statutenberathnng absehend,, begrüßen wir die» sen Fortschritt, Pen da« Institut, dem Zeitgeist» entsprechend gemacht hat. :״ . ,ו Br.. Z.^ / g Bukarest, 16. Mai. Ich habe Ihnen hruje leider, ein« Rückschritt in der Emanciparion der Juden zu melden. E» besteht hier ein Gesetz, laut welchem der Staat Güter,, Wirchöhäoser ׳rc. nicht an JSraellten verpachten darf. Dasselbewurde unter der Regierung Lusa'» suSpeudirt und blieb, e» auch unter der jetzige» Regierung; die Jaden besaßen in Bezug auf Pachtungen dieselben Rechte, wie die Griechen, Armenier rc. Run herrscht aber feit Kurzem in der Moldau eine separatistische Bewegungdt, zugleich die Gelegenheit benutzte, für die Wiederinkraftsetzung de» erwähn» ten Gesetze» zu agitiren. Leider ist letztere«, um den ausgebro» chenen Unruhen in etwa» zu steuern, nachgegebe« worden, und lautet da» gestern au» Jassy eingelaufene Telegramm unsere» au» der radicale» (?) Partei hervorgegangenen Minister» BratiaUo hierüber, wie folgt: ״Hier herrscht -die vollkonuUenste Ruhe; gestern Abmd fand auf dem Rathhause eine! große Versammlung statt, in welcher eine Adreff« debatttrt und unterzeichnet wurde, durch welche »der Re» gitruog dafür gedankt wird-- daß dieselbe die Gesetze in.Bezug auf die Verpachtung von- Gütern, die Bermtethung von WirthS- Häusern u. s. w. an Israeliten zur Anwendung gebracht schabe. Ferner wird in dieser Eingabe die »etter« strenge Durchführung dieser Gesetze verlangt. Eine Deputation überreichte mir diese Adressewährend gkeichzettig dir ganze Bersammloag sich im Hofe der Metropolis eingefnnd« hätte, wo mich die Bürger begrüßten und dem Fürsten, sowie der Regierung ihren Dank au-sprachtu. Hierauf zerstreuten sich di« Bürger in größter Ruh« unter dem Rufe: ״E» lebe Seine Hoheit!" Gez. Bratiauo." * — Zur Aufilärung der Vorgänge in Rumänien und zur näheren Kennzeichnung de» Herrn Bratiano geben wir in'-Rachfolgrnbem eine Eorrespondenz der ״Zukunft."