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Die Gegenwart · 1867-05-24 · 21 (24.5.1867) · p. Seite 162

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
21 (24.5.1867)
Date
1867-05-24
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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/ 162 faltig« und erfolgreich« Lebensarbeit machte sich schon in dem Bereiche laß dürfaiß der Ordnung und der wohlgefügtm Gliederung, al» gelungene Einreihung alle- Gegeben« in daihm zukommende Wch, an den zweckmäßigsten Platz g-ltend; sie ließ cha Diflge und Person« an die gehörige. Stelle setz«, Regel und Plan inchie Verwirrung, Folgerichtigkeit und System in alle Verhältnisse bringm, die er zu leiten hatte. Die Angemessenheit in der Bertheslang und Abgränznng, die wahrhaft baumeisterliche Richtigkeit des Anschlag-, dieser Abdruck innerer Gedankenklarhest, bildete da- Gepräge jeder von ihm herrührenden äußern Gestaltung. Als Verwalter und al- Vorsteher, in der öffentlich« Organisation und in der stillern seineeigmtlichen Berufeleistete ihm diese Eigmschaft die trefflichsten Dimste. Aber obwohl sie zunächst nur ein« formal« Vorzug seineglänzmdrn GeisteauSmachtr, wurde fie doch durch die au-gebildete Kunst der Anwmdung wefentlich mitbestimmend auch für den Inhalt. Wer gute Ordnung . zn halt« weiß, meine Lieben, findet mit Leichtigkeit, was ein schärfere- Auge zuweilm trotz mühevollen Suchennicht zu entdecken vermag. So hat Stern'» ordnender Sinn ihm oft die Schärfe und den Umfang deffelben ersetzt oder doch wesentlich unterstützt, hat ihn Schwierigkehen überwind« lassen, an welchen stärkere Kräfte scheitert«, ^chon beim Beginn seiner wissenschaftlich« Leistung« erwies sicht dieser hohe Gewinn. Eineder frühest« und liebsten Ziele nämlich, daer sich gestellt hatte, war die Er« forschung und Kunde der Sprachgesetze, und zwar dieser Gesetze im Allgemeinen und derjenigen der vaterländischen Sprache im besonderen. Mit jugendlichem Eifer war er hier d« Studien der scharfsinnigst« und gelehrtesten Kenner nachgegangen. Da» x Ergebniß seiner Forschungen faßte er nach einig« geringe« Schriften ähnlichen Inhaltzusammen in dem Werke: Lehrbuch der allgemeinen Grammatik. Daverhältniß dedenkend« Geiste- und deempfindenden Gemüthezum menschlichen Ausdruck, die Urgesetze der Sprache, der Wort- und Satzbllduug, waren hier so klar und faßlich, so erschöpfend und geordnet dargelegt, die Schwierigkeit« bei der Zergliederung diese-, wie er enannte, Spiegelbildes demenschlichen Dasein-, so weise gelöst, daß einer jener Meister, der zu den Lehrern Stern'- gehörte, in seiom späte« Vorlesungen da» Buch desselb« als Grundlage benutzte. Der Meister gestand, den sich anhäufenden Stoff der eigenen Forschungen nicht einleuchtender begründen und da» Einzelne besser an einander reihen zu können, als an dem leitenden Faden de» sinnigen SchülerS. Die beiderseitige eigenthümliche Auffassung der Sache blieb dabei natürlich unberührt. Dieselbe Klarheit und Ordnung zeichnet, aber auch die geschichtlichen Werke Stern'- vortheilhaft aus. Wie wußte er zu« nächst bei Aneignung de- Materialsich rasch zu orientir«, wie verstand er dasselbe geschickt zu bemeiste«, dm Inhalt sich zu vereinfachen, da» Wesentliche vom Unwesentlichen, da» Wahre und Erhärtete vom Zweifelhaften und Jrrthümlichen zu unterscheid«, da- Ko« und die Spreu au-zusondr«. Gar oft habe ich ihn bewundert, daß ihn die Menge der Quell« und Hülf-mittel nicht verwirre und daß unter seiner Hand Alle» sich so wunderbar erleichtere und von selbst zufammmzustellen scheine. Darum Hab« auch Manche, durch seine Ferfigkeit getäuscht, Biele» von dem, wa« er vollbracht, für leichter genommen, alewirllich war. Nur seine Kunst ließ e» so leicht erscheinen, sein Feinsinn wußte die verschlungenen Fäden au-einanderzuleg«, sein zuchthallmder Geist auch da« Krause und verwickelte zu schlichten. Und erst bei der ltuUOud bt»dM »ge^d Darstckiung, wie mächtig ch» fich-M seine MnM?>»^seine meisterhafte Zurechtlegung. Stern'» geschichtliche Hlrbrit«, feine Aufsätze sowohl, wie seine größeren Schrift«, sind Muster in der Auseinandersetzung, in laüberer Gruppirulig^d sickwMssMuschaufjch^it.׳ AheckW» priq wichtiger istr D-ß,׳ «atz jch! dAr-altie׳M<ndeijgett^Mlichkeit Sterns im Aeoße« wie im D«ken bezeichnet habe, tritt hier in eine höhere, in die sittliche Sphäre ein. Die Fähigkeit. Allean seinen rechten Ort zu stellen, keinem Dinge viel oder zu wmig zu thun, Maß und Ordnung zu halt«, wird hier zur Tugend der Gerechtigkeit/ Stern war durch und durch ein gerechter Bemckheler, eü/'wahrhaftiger geschichtlicher Zeuge. Man lese in einem seiner kleine« Aufsätze da» Leb« seines Vorgängerin Frankfurt vr. Michael Heß, oder in׳ einem der größe« Werke sein Urtheil über hervorragende Persvnlichkeiten der nmestm Zeit, z. B. damir unvergeßliche und so vortreffliche über unsem verstorben« König Friedrich Ml« Helm IV., oder man nehme, um die Unparteilichkeit wo sie am schwierigsten ist zu prüf«, die Aeußerungen über die eigenen Genassen und über Verhältnisse, die ihn selbst nahe und oft gar empfindlich berührten — immer und überall bleibt er der ruhige, gerecht abwägende, unerschütterliche, der niemals unfreundliche oder gar gehässige Richter. Da» nenne ich die Lschetische und die logische Ordnung die ihm eigen war, in die sittliche Sphäre erhoben; denn die Gerechtigkeit ist ja nichtanderals diese Klarheit und Ordnung unserer höheren Natur, — Und dieselbe Sphäre war eS auch, in der er sich im Leben bewegte. Dem äußern Anstand entsprach die Anständigkeit de- EharafterS, dem angemessenen Wort, daer so genial zu finden und zu verkünden wußte, die Angemessenheit der That, der Behandlung seiner Mitmenschen. Er, der auder Geschichte gelernt hatte, die Menschen in ihrer Abhängigkeit von Geburt und Erziehung, von Zeit' und Verhältnissen zu betracht«, in ihrer Abhängigkeit von Bedingungen, deren Herr« sie so seiten sind, er wußte sich auch im Leb« ihre Schattenseiten zu er« klären. Wer aber die Menschen sich zu erklären versteht, der versteht eauch, sie zu entschuldigen und im Umgänge Nachsicht zu üben, selbst an Stelle der Feindschaft da- Mitgefühl zu setzen. Und so war Stern ein milder rücksichtsvoller Freund und Genosse, der strengere Forde«ngen an sich selbst als an den Rächsten stellte; der dem eigengearteten Bildungsgänge desselben stete Rechnung trug und ihm niemals seine freundliche Theilnahme entzog. Neben den hohen Gaben, welche ihm die Geister der Menschen gewannen, war e» diese Milde und Freundlichkeit, welche ihm so viele Herzen eroberte. Namentlich aber hingen ihm die Schüler mit vollster Seele an. Sie blickten zu ihm mit ehrfürchtiger Sch« und Liebe hinauf. Obgleich vatürkch in diesem Kreise sein Zucht und Ordnung liebender Geist zur allseitig beherrschenden Di-ciplin sich gestaltete, war dieselbe doch keine unliebsam aufgrzwung«e, sondern eine leicht sich mitthellmde, audem eigenen Wes« in da» der umgebend« Jugmd naturgemäß übergeh«de. Er war verhältnißmäßig seit« zur Rüge genvthigt, weil auch da» unreife Alter durch sein Vorbild da» Nothwendige und Pflichtgemäße flch zur selbstauferlegt« Forderung machte. Wie vertiefte er sich aber auch in die Natur und in die Bedürfnisse ve- Kinde-, wie heimisch war er in deffm Anschauung«, wie zuverlässig bekannt in dies« Wohnstätten gvttkcher Offenbarung,') wie vertraut mit den Mitteln die Tugend ihrer geistig sittlich« Besttmmung zuzuführe« י) ככל מרזי נאסן MN-

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