Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 21 (24.5.1867)
- Date
- 1867-05-24
- Page
- Seite 161 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Z> י ■.¥. lUWtti»»: E|>cHtl•« Berliner Wochenschrift für Jüdische Angelegenheiten Freitag, den 24. Mai. ' My. Nrttolog de« vr. SigiMmmd Stern. — «orrripendknirn: Au« dem Rorbwestm Deutschland«, Wen, Pest, Dublin, glortnj, Pari«. — Da» Ot« setz der Entwicklung im Judenthnm I. — Zur Eharaverifirnng nuserer neue, pro Bibela»«legung. — V«mq«»listr.--dsrrntr. ■ 11 . . ׳j.... Urkral-g. -deam 9. Mcki d.' I. zu Frankfurt a. M. verschiedenen Vr. Sigismund Ster«. Gesprochen am 19. d. M. in der Synagoge der Reform. Gemeinde zu Berlin ' von Dt. Immanuel Ritter. Nach der'alten Sage stritten im Alterthum verschiedene grie« . 'chische Städte um dm Rühm, einen ihrer Dichter, der selbst der 1 Sage angehörte, geboren zu haben. Don ungleich größerem Be« läng, von viel wichtigeren Erwägungen begleitet ist der schmerz« kiche. Streit um die Ehre, eintn bedeutenden Menschen verloren zu habm. Dmn nicht am die Geburt, welche in'» Leben einführt, ist die "Größe und der Ruhm geknüpft, sondern an den Tod, welcher dem Leben seinen Abschluß giebt und da» Ergebniß desselben zusammenfaßt. Somit ist die Frage, wer an einem hingeschiede« nm Manne mehr verloren, gleichbedeutend mit der andern: für wen hat er das Größere, Inhaltsschwerere gewirkt, wo ist da», wa» ihm selbst die Seele im Innersten bewegte und den Flug seine» Geiste» am höchsten trug, aufgegangen und zur entsprechen« den Frucht herangereist. — Diese Betrachtung, meine andächtigen und trauernden Freunde, wird hervorgerufen durch den Hintritt eine- Mannes, um den manche Pflanzstätte der Bildung, um den insbesondere zwei hervorragende deutsche Städte, und noch un« mittelbarer zwei große jüdische Gemeinden wetteifernd trauern. Vr. Sigi-muud Stern, Mitbegründer, langjähriger Lehrer und Borsitzender de» Vorstände» unserer Gemeinde, in den letzten 12 Jahren Leiter einer höheren jüdischen Lehranstatt zu Frankfurt a. M., ist am 9. d. M. seiner Familie und seinen Verwandten, seinen zahlreichen Freunden und Verehrern, dem Gemeinwesen, dem er noch außer« dem durch mancherlei Ehrenämter angehörte, der Schule und der Wissenschaft, dem Judenthum und der Fortentwicklung desselben durch einen frühen Tod eutrisseu worden. Und wenn e» sich hierbei nm den traurigen Vorzug degrößer« Verlustehandelt, so möchte ich aus die verlesene Schrift« stelle Hinweisen, an welcher ein scheinbar unwichtiger Vorgang als ein geschichtlich denkwürdiger erhalten ist, der mit dem unsrigen Sehnlichkeit hat und zu seiner Beleuchtung dienen kann. Als nämlich die Leiche Jacob-, welcher die letzten 17 Lebensjahre in Eghpteu zugebracht hatte, von da nach der heimathlichen Erde ge« tragen wurde, glaubten die Bewohner, daß der Trauerzug und die Feier, welche uiittep auf dem Wege abgehalten ward, eine 21. Erster Jahrgang. 1867. Trauer Eghpteu» sei?) Aber obwohl sie mit diesem Namen ge« «mnt wurde, obwohl auch die Eghpter den Verlust deverehrten Wannebeweinten, denn ausdrücklich wird mitgetheilt,- daß alle Diener Pharao'- und alle AeÜesten de- Landean der Todteuklage Theil nahmen'), so war die Trauer doch in Wahrhett und im höchsten Sinne nicht «ine Trauer EghptenS, soudern de- Hau« je- J-rael. Auch wir, meine Freunde, haben un« hier, mitten Ms dem Woge zwischen dem Orte, wo vor Kurzem ein von uugeliebtrr-und gefeierter Lehrer au» dem Leben geschieden, und demjenigen, wo er einst geboren ward, vereinigt zu rinrr großen Zod sehr schweren Todtenklage*); wir, sind vereinigt iu dem -wehmüthigen Bewußtsein, daß!..wenn.auch Andre an unsrem Schmerze gerechten An theil haben,, wenn auch da» Leben-eude des theuren Verblichenen an einem andern.Orte stattgefunden, wo er sich gleichfalls zahlreiche innige Freunde und Gönner erworben, dennoch keine Gemeinde so viel verloren hat als die uusrige, west keine durch ihn so viel gewonnen hatte als wir. Wir, die wir seine geistige Person, und seine- Geisteverkörperte Formen tragen in weitgehendem Luge von einem Jahrzehnt, von einem Go« schlecht zu dem ander«, von ein« Stadt-»a die audere; wir, danen er den Grund« und Eckstein für den enger» kreis unsere« Wirkens gelegt, wie einst Jacob den Grundstein Israels. Und nirgends wie unter unist der edelste Gehalt und die höchste' Blüthe seine- Geistes, nirgendist da», waS ihn selbst am mäch« tigsten bewegte, zu so lebendigem Ausdruck gekommen, nirgends hat eS so festen und zukunstsfichern Boden gewonnen, wie un« ter un». Doch ich muß wohl, bevor wir da» Ergebniß bestimmen, erst näher auf da» Wesen de» gefeierten Tvdten eingehen, ob« gleich e» Manchem unter Euch vollständiger und tiefer wird auf« gegangen fein. Aber hier kommt e» darauf an, dafür Sorge zu ttagen, daß e» zu allgemeinerer Kenntniß der Gemeinde gelange, damit un» der Vorwurf nicht treffe: Wehe denen, die verloren haben und nicht wissen, wa» sie verloren?) Soll man Werth und Leistung eine» so vielseitigen Mannewie Stern e» war, nur kurz nach allen verschiedenen Richtungen . andeuten und dennoch zu einer gewissen lebendigen Anschauung bringen, so darf man sich nicht darauf einlassen, Alle» was in ihm sich entfaltet und was er geschaffen der Reihe nach aufzuzählen, sondern man muß von gewissen Grundcigenschaften auügehen, die jedem bedeutenden und eigenartigen Menschen anhangen und die Alle», wa» er später gewirkt, in darechte, die verschiedensten Seiten erhellende Licht setzen. Die Grundeigenthümlichkeit Stern'- war die hohe klar« heit de» Denken-, welche ihn auf alle Gebiete seiner mannig« c אכל מצרים. *) וכל וקני ארץ מצרים. ׳> מספר ברול וככר מאר. c אוי להם שאכרו ואין;יורעים מה שאכו־ו• si