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Die Gegenwart · 1867-04-05 · 14 (5.4.1867) · p. Seite 109

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
14 (5.4.1867)
Date
1867-04-05
Page
Seite 109 (sequence 5)
Language
German
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109 Oofimcs ttMtaftrift ßt 5tbif4< Kofdcgafcttat. ' - - ^=y—-- ^4 Hoffnung, daß die Debatte sowohl von de« Griechen als de» Serbe« beherzigt werden, möge. ti -er -rnker.*)* 1. „Bezwing' de» Schmerzes trübe Rächt, „Der Morgen Dir entgegenlacht! „Auf! Hülle Dich in edle« Stolz, „Entwinde Dich des Kummer» Macht! „Bist einzig ja in Deiner Zeit, „Dein Lied den Perlen gleich an Pracht." 2. ES spricht'- der Freund. Nun wohl, die Wogen DeS Sturms, der mir da» Herz durchzogen. Ich dämpfte sie, erbebte nicht Bor des Geschicke- Pfeil und Bogen, Ertrug eS still, wenn tückisch eS Mit falschem Lächeln mir gelogen. 3. Ja, muthig trotz' ich dem Geschick, Ich kriech' nicht vor dem neid'schen Glück, Ich spotte der gechürmten Fluthen — Nicht weicht mein tapfre- Herz zurück. Mein Herz, da-, wenn auch jung an Jahren, Doch reich an tieferfahrnem Blick. 4. Zu edel ist mein Geist, zu werth. Daß er der Erde Tand begehrt. Sie buhlt verlockend mit dem Dummen, Dem sie das schwache Herz bethört, Dem, wenn sie heut' ihn hat erhoben. Sie morgen schnell den Rücken kehrt. 5. Wenn auch mein Leib auf Erden wohnt. Mein Geist hoch in den Wolken thront. Der gräbt nach höh'rem Schatz, zu stolz. Daß er um Gold, um Reichthum frohnt; Nicht Dunst der Erdengunst — der Weisheit Vertraute Huld ist'-, was ihn lohnt. — 6. Doch heiß erglühend wallt mein Zorn, Vergleicht der Ceder sich der Dorn, Wenn sich die Thoren weife dünken, Ameisenrüsiel — Stiereshorn, Wenn ihrer Lieder sie sich rühmen, Al» strömten sie aus heil'gem Born. 7. Sie sollten rühmen sich, die Kecken, Mit Liedern, die voll Schmutz und Flecken, Die, leicht wie Staub, sich nicht erheb ', Weil in de- Sumpfes Grund sie stecken, Die, eh' sie noch das Licht erblickte. De» Grabes Tiefen schon bedecken? 8. Mein Lied verhüllt der Sonne Strahl, Ihm ebnet sich der Berg zum Thal, Da» reiht der Rede edle Perlen nder an nach Maß und Zahl, dringt in unerschlossne Tiefen, Entführt die Herzen bittrer Qual. *) Gedicht von tzalomo Gakirol, einem Mchtrr der filteren ara* btsch.stmiischm Periode (geb. um 1080), au« dem ReuhebrLtsche» übertragen von Adrnham Geiger in „Talomo Gabirvl und seine Dichtungen". Air «erd« i» unserer nächsten Nummer aus diese« Buch Mürtkoummr. 9. Hinweg, elend« Stümperbrut, Entfleucht vor meine» Zorne» Gluth! Ich leg' Gebiß euch an und Zügel — Ihr knirscht vor Scham ohnmächt'ger Auch —, Ich überschwemme eure Burgen Mit meine» Grimme» stürm'scher FlMh. 10. Mein Lied strahlt ewig hell und rein, DaS ihre flieht den Sonnenschein, Mein Lied ein Kind nu« edlem Bunde, Bastarde ihre Reimerei'». Denn ihre Seel' ist staubgeboren. Doch meine aus der Perlen Schrein. 11. Drum ist mein Lied so unvergleichlich. Durchstrahlt die Zeiten alle reichlich. Es Nimmt empor zu jähen Höhen, Die meinen Neidern unersteiglich —, Sie ohne ZeugungSkraft de» Geister An Herz und Dkuth so arm, so weichlich. 12. Sie, die da» GotteSwort verrenken, Sie wollen keck die Sprache lenken, In deren Tiefen kaum die Meister Nach ernstem Forschen sich versenken? Ihr blöde» Auge sollt' erspähen, Wa» hohe Geister kaum durchdenken? 13. Das ist'», was laut mein Mund bestagt. Was schmerzlich mir am Herzen nagt. Daß an Vernunft die Zeit so leer, Der Unsinn sich zu brüsten wagt, ' , Die Myrthe keck der Dorn verdrängt. Die Distel Cedern überragt. 14. So ist der Adel hingeschwunden! — Doch Einer noch wird aufgefnnden. Ein Mann, dm Gott zum Heil gesendet. An dem kann Israel gesunden. Der die zerstteuten Glieder sammelt, Der salbt und heilet ihre Wunden. 15. Der weiß eS, dar Gesetz zu künden. Die heil'ge Sprache zu ergründen, In de» Gesteins verborg'nen Tiefen Lebend'ge Quellen aufzufinden. Der sprengt, die Weisheit zu befreien. Die eng ihr angelegten Rinden. 16. Geradheit, Milde fein Gewand. De» Geistes Adel ward als Pfand Bon edlen Vätern ihm vererbt. Sein Lob ersttahlt zum fernen Sttand. Er liebt de» LiedeS RuhmeSglöcklein, So schall' e» denn von Land zu Land! Ein aUdrrUnischrr Friedhof. Man kann in Berlin selbst noch einsame Oertlichkeiten auf» suchen und finden, um einmal rin Stündchen lang die unaufhörliche Brandung der LebenSwellen zu »»»gehen und einem Anachoretenthum. wenn auch leider nur auf sehr kurze Zett zu huldigen. Die Berliner Vergangenheit ist erst seit einigen Jahrm

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