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Die Gegenwart · 1867-03-01 · 9 (1.3.1867) · p. Seite 68

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
9 (1.3.1867)
Date
1867-03-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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68 Dir Gegenwart. den zwanzig Jahren hat der Verein 118 Zöglinge gehabt. E« ist schwer, die jetzige Lebensstellung zu ermitteln — doch sind folgende Angaben sicher: 7 der ehemaligen Zöglinge sind fungirende Rabbiner, einer ist RabbinatSkandidat, 8 sind Lehrer, einer davon Rektor in London; 9 praktische Acrzte, 12 Kaufleute, etwa 18 zum Theil auf Gymnasien, zum Theil auf Seminarien und Universitäten. Innerhalb der letzten 2 Jahre unterrichtete der Verein 19 Zöglinge, von denen einer jetzt eine philologische Lehrerstelle in Petersburg belleidet. — Auch des kürzlich verstorbenen Studiosus Blonder gedachte der Unterrichtsvorsteher als eines Zöglings de» Vereins. Der Berichterstattung folgt« die einstimmige Annahme de« oben erwähnten neuen Statuten-Entwurfs und die Wahl oder vielmehr die Wiederwahl debisherigen Vorstände«. E» wäre diesem vortrefflichen und in so guten Händen befindlichen Verein eine recht große Theilnahme zu wünschen. Da» gedruckte Verzeichniß der Mitglieder weist nur etwa 220 Mitglieder auf, die sich auf alle Stände und auf alle, selbst die extremsten Parteien vertheilen. — Der Beitrag ist jährlich 1 Thlr- 3. * S3rr«(pn. Da« jüdisch-theologische Seminar „Fränckelscher Stiftung" beging am 27, Januar die 13. an das Andenken seine« Stifters anknüpfende Stiftungsfeier. Dem von der Anstalt veröffentlichten Bericht über das verfloffene Jahr, welchem eine umfangreiche Abhandlung von Dr. B. Zuckermann über „das jüdische Maßsystem und seine Beziehungen zum griechischen und römischen" vorangeht, ist Folgende« zu entnehmen: Die israelitische Gemeinde zu Pesth berief einen Hörer de« Seminars, Dr. S. Kohn, noch vor seiner Entlastung zum RabbinatS- Affeffor und Prediger; ferner wurde der aus dem Seminar hervorgegangene Dr. Güdemann. Rabbiner zu Magdeburg, von der israelitischen Gemeinde in Wien als Prediger berufen. Äm Stiftungstagr nun wurden die Herren DDr. Phil. Bloch au« Tworog (Schlesien), S. Kohn au« Baja (Ungarn) und A. Ko-i Hut aus KeSkemet (Ungarn) entlasten. Ferner hat da« jüdisch-theologische Seminar im verflossenen Jahre folgende Beweise des Wohlwollens und der Theilnahme erhalten: An Legaten sind der Anstalt vermacht worden von Herren Emanuel PringSheim 1000 Thlr., von Herrn Leyser Jaffö in Posen 500 Thlr.; ein Gönner der jüdischen Wissenschaft übergab Herrn Rabbiner Dr. Jo«l eine Stipendienstiftung von 350 Thlr». Ferner betheiligten sich durch Beiträge: Herr Curator Dr. med. I. Lobethal, einige Gönner au» Pesth, die israelitische Gemeinde zu Oppeln, Herr Rabbiner Dr. I. Perele« in Pesth, Herr S. K. Frankel in Prag, Herr B. Burchard in Landsberg a. W., Herr G. M. Levi in Belgard, Herr A. Levi in Polzin, die israelitische Gemeinde in Prag mit einem jährlichen Stipendium von 200 fl., die Vertreter der israelitischen Gemeinde iw Prag mit 200 fl , die Repräsentanten der auf dem flachen Lande wohnenden Israeliten Böhmens mit drei Stipendien zu je 200 fl., die israelitische Gemeinde in Beuthen mit einem Stipendium von 35 Thlrn., Dr. zur. Otto Friedländer daselbst mit einem solchen von 60 Thlrn. und mehrere Beförderer der jüdischen Wissenschaft zu Pr. Stargard mit 50 Thlrn. jährlich. — Mannigfache Bereicherungen hat die Seminar-Bibliothek erfahren, der u. A. Herr Prof. Stobbe von hier sein Werk: „Die Juden in Deutschland, Braunschweig 1866" übergab. Die Seminar-Bibliothek ist, sowohl an Umfang, wie an Seltenheit und Kostbarkeit ihrer Druckwerke und Handschriften die erste auf dem Continent und wird nur von der berühmten Oxford'schen übertroffen. Sie zählt jetzt ca. 10,000 Nummern. —--7 Da« Seminar eröffnet« seine Thätigkeit am 10. August 1854 mit einem Betriebskapital von 100,000 Thlrn., einem Lehrerpensionsfond von 3500 Thlrn. und einem Stipendienfond von ca. 5000 Thlrn, Letzterer ist durch reichliche Legate auf mehr als 20,000 Thlr. gestiegen. An ein- und mehrmaligen Stipendien und Geschenken fließe» ferner dem Seminar durchschnittlich 1200 Thlr. jährlich zu'. ES bietet somit die ^Anstalt ihren Zöglingen neben den geistigen Werchen und außbr den ganz bedeutenden materiellen Emolumenten und Genüssen, die sich einer bestimmten Taxirung entziehen, die baare Summe von etwa 2200 Thlrn. p. a. Diesen Thatsachen gegenüber ist es auffallend, daß die Frequenz des Seminars nicht nur keinen, wie mgn doch erwarten sollte, außerordmtlichm Aufschwung, sondern ^sogar eine Abnahme zeigt. ES zählte: im Jahre daS Rabbinerseminar daS Lehxerfeminar 1864 - 57 10 1865 58 9 1866 54 A Hörer.' Berücksichtigt man, daß wir hier eine vortreffliche Universität und zwei berühmte Bibliotheken haben, daß eine große, gebildete, reiche und wohlthätige Gemeinde hier ist, und daß da« Leben in unserer Stadt al« billig und gemüthlich bekannt ist, so muß man sich darüber wundern, daß nicht Hunderte von jungen Männern dem Quell der Lehre zueilen. ^Ebenso auffallend ist, daß da« Seminar nach einem fast 13jährigen Bestände erst 18 junge Rabbiner geliefert hat, da doch der Kursus ein siebenjähriger ist, und das Rabbinerseminar bereits im Jahre 1858, also vor 8 Jahren- 40 ordentliche Hörer aufwie«, die außerordentlichen ungerechnet. Wo sind die Üebrigen geblieben^ . Vielleicht werde ich ein anderes Mal Gelegenheit nehmen können, die Lösung dieses Räthsel« zu versuchen. brr. Stockholm, 22. Februar. Eine Anzahl von 24 Mitgliedern der ersten Kammer protestirte gegen die von der Kammer vorgenommene Abstimmung über Zulassung fremder GlaubenSbekenner zu gewissen Aemtern.. Die Abstimmung der Kammer erzielte nämlich eine Verwerfung des Borschlagsund erregte überall große Sensation. „Cs muß als unzweifelhaft angesehen werden" schreibt „Astonbladet" „daß wenn nur einige der Herren, welche jetzt ihren Vorbehalt mittheilten, solches vor der Abstimmung, statt nach derselben gethan hätten, da» Resultat ein ganz anderes geworden wäre. Die neue Repräsentation hätte dann eine Handlung ersparen können, welche derselben keineswegs zur Ehre gereicht, und Schweden würde alsdann davon verschont geblieben sein, wiederholt als ein Land der religiösenUnverträglichkeit zu erscheinen. Üebrigen« könnte eS dennoch möglich sein, daß die Betrübniß erweckende Abstimmung der ersten Kammer eher eine belebende als niederdrückende Wirkung hervorbringen wird, denn ein Widerstand gegen den Zeitgeist vermehrt nur noch schneller daS Verlangen der öffentlichen Meinung nach Reformen. B. Z. LouiSville (Kentucky), im Dezember 1866 (Privatmitth.) Die hiesige, erst einige Jahre alte Gemeinde hat beschlossen, eine Synagoge zu bauen, und diesen Beschluß sofort auch durch Ankauf eines Bauplatzes für 32,000 Doll, zu verwirklichen begonnen. Rach dem Kostenanschlag wird der Bau 150,000 Doll, kosten. Diese Summe ist durch den Verkauf von Plätzen (k 200 Doll.) und durch Aktien (k 100 Doll.) bereit« bi« auf etwa

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