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Die Gegenwart · 1867-02-01 · 5 (1.2.1867) · p. Seite 38

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
5 (1.2.1867)
Date
1867-02-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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\ 38 Die De-emoert. türlichen Dinge aber, die völlige Aufhebung jedes Unterschiede-, da» völlige Aufgebrn jedes ideellen Maßstabe-, mit dem die rinzelnen Dinge auf ihre Göttlichkeit hin geprüft werden, da» war und blieb ihm fern. r Zu dieser Eonsequenz gehört mehr als ein freigeistige-, mehr als ein speculativ-philosophische» Bewußtsein in dem bisherigen,• Sinne, zu dieser Eonsequenz gehört eine lange naturwissenschaftliche Gewöhnung, zu der allein das Zeitalter erzieht. Man muß an tausend Dingen erfahren haben, daß die verschiedenen Grade, in denen die Ding< ihre Göttlichkeit manifestiren, sich am letzten Ende dennoch auflösen in dieselben gleichstoffigen und gleichwerthigen Masientheilchen, und daß alle unsere Gedanken sich zurückführen lasten, wo nicht zurückgeführt werden müsten auf die elementarsten Bewegungen der Nerventheilchen, um diesen Gedanken von der endlichen Ebenwürdigkeit alles Materiellen mit allem scheinbar Nichtmateriellen auch nur begreiflich zu sinden, wenn man ihn auch noch nicht zugiebt. Diese Gedankenrichtung ist ja aber dem Heine'schen Geiste völlig fremd und so beschränkt sich auch das dritte Element desogenannten Hellenismus auf da» bestimmende Maß, mit dem der Pantheismus die verschiedenen, oft einander bekämpfenden BorstellungSgruppen in Heine'S Geiste ordnet. (Fortsetzung folgt.) Aualekta. 1. Rabbi Sineon den Jochai that einst den Ausspruch:. Wäre ich auf deyk Sinai gewesen, zur Zeit als die Lehre den Israeliten gegeben ward, so würde ich Gott angefleht haben, dem Menschen noch einen zweiten Mund zu verleihen, damit dieser sich mit der Lehre bdschästige, während der andere für anderweitige Bedürfnisse Sorge trage. Gleichwohl trat er später von diesem Wunsche zurück, indem'er sagte: Bei einem Munde kann schon die Welt vor Angeberei und Verleumdung nicht bestehen, um wie viel weniger, wenn noch ein zweiter hinzukommt (Talm. Jerus. Sabbath I. 2). Der Grund seiner veränderten Anschauungsweise ist nicht schwer aufzufinden; sie erklärt sich aus seinem dreizehnjährigen Aufenthalte in der Höhle, wozu er durch eine freimnthige Aeußerung über die Politik der Römer, die denselben hinterbracht worden, gezwungen war. (Bab. Mez. 33 b.; Jerus. Schcbiit IX. S. 38 und Parallelstellen. Der allmächtige Schöpfer hat eS wohl weise eingerichtet, daß er den Menschen nur mit cine1uJD?unbe, dafür aber mit zwei Ohren ausgerüstet hat. Hören wir, was in der 26. Pforte von ״Prinz und Derwisch" (MciselS Uebcrsetzung S. 235) darüber gesagt ist: ״Sitzst du in der Weisen Runde, Wähl' zu lauschen ihrer Kunde, Bist mit zweien offenen Ohren Und mit einem Mund geboren, Darum immer wenig sprich. So hat Jeder gen:e dich."» > Im Originaltext de- Abraham ibn ChaSdai, nach dem Arabischen frei bearbeitet, ist die Faffung folgende: בשבתך בין כני מוסר?*שמעם היה בוחר תה אבחר אני בך הבי אתה באזנים שתים ופה אחד ,לזאת תמעיש בניבך Voraus geht die audem מבחר הפנינים stammende Senlenz: כשדברתי ברבר ימשול בי וכשלא אדבר בו אמשול עליו ״Da» Wort, das ich gesagt, kann über mich verfügen, — doch ich beherrsche e», so lang' ich'« noch verschwiegen." (Meisel ebendas.) Dieselbe Betrachtung findet sich in Jehuda ibn Tibbon's ErmahnuugSschreiben an seinen Sohn (Ausgabe von Steinschneider S. 14 ררך שובים S. 13), woselbst nach Luzzatto's Anweisung (Ozar Nechmad IV. S. 7 der betreffende BerS folgendermaßen zu lesen ist: בהחרישך תהי מושל בניבך והנא ימשול בדברך בני כך• Erwägen wir die gleichen Beziehungen, so möchte auch in der zweiten der aus המלך יהנויר p angeführten BerSzeilen, statt בני בך :אני בך gleichlautend mit בניבך in der vierten, zu lesen sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt bei beiden, sowohl bei Abraham ibn EhaSdai, als bei Jehuda ibn Tibbon, eine Entlehnung von einem altern Dichter vor; bekanntlich Hat/Mose« ben Esra eine ganze Sammlung von Epigrammen, ״Tarschisch" (Name eine» Edelsteines, zugleich die Zahl der in jener enthaltenen 1210 Verse andeutend) in derartigen Homonymen, arab. TedschniS geschrieben. (Vgl. Kerem chemed IV. S. 66, Steinschneider'- Manna S. 110.) EgerS. (Fortsrtzung folgt.) Biterarischer Wochenbericht. Auerbach. vr. B. H. Geschichte der israelitischen Gemeinde Halberstadt; nebst Anhang ungedr. Briefe und Urkunden. Halberstadt 1866. gr. 8. (Schluß zu S. Sl.) Unter denen die in Halberstadt wirkten, werden S. 33. ferner genannt: ״der RabbinatSverwalter und vielseitig gelehrte Benedict ben Maier, starb 1700, und dessen Sohn R. Samuel, später Rabbiner zu Strelitz und Mitglied des jüdischen Gericht» zu Berlin, College des BerfasterS von Pene Jehoschua" — Al» Beleg führt Herr A. an: ש׳ות מראה כהן ושתי לחם דף ל׳ח und fügt demselben hinzu: ״vielleicht ist er der am Ende deS Buche» Minchat Jehuda, Altona 1768, erwähnte Gaon R. Samuel von Halberstadt, Rabbiner zu Hagenau im Elsaß, Gründer einer großen Jcschiba daselbst. Aus dem Eibeschütz'schen Luchot-Haedoth ist ersichtlich, daß dieser mit R. Jonathan in gelehrtem Verkehr gestanden." — < Diese Angaben sind aber gänzlich unrichtig und werden hier 3 verschiedene Personen in einem und demselben Gelehrten identifizirt. Samuel (Sanvil) ben Benedit aus Halberstadt, der Mitunterzeichner des im genannteu שתי הלחם befindlichen Gut« achtens, war ein sehr wohlhabender Privatmann in Berlin, wird von MyliuS in dem von ihm (Oorpus eonsk Th. 5.) gelieferte» Verzeichniß "der 1714 daselbst angesessenen Juden genannt, und wurde, wie andere Quellen bezeugen, während des Zeitraumvon 1723—1738 drei Mal iu das Aeltesten« und sechs Mal iid das RabbinatScollegium zum Vorsteher und unbesoldeten Dajan der Berliner Gemeinde gewählt. Man war nämlich in dieser Zeit mit der Bestallung eine- Oberrabbiners (אב.בית דין) oder eine- Rabbinatöver« Weser- (ראש בית דין) zufrieden; dieser versah alle׳ Rabbi« natöobliegenheiten, predigte in der Synagoge, unterrichtete in dem Lehrhaus (בית המדרש) eine nicht unbeträchtliche Anzahl angehender Theologen und war bei alledem nur spärlich besoldet. Die heutigen Nebeneinkünfte eine» Berliner Rabbiner» bei Ehen, Beschneidungen und Eiden, können keinen auch nur verhältnißmäßigen Maßstab für die Einkünfte einedamaligen Rabbiners abgeben, da die Ehenschließung früher sehr beschränkt war, Be«

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