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Die Gegenwart · 1867-02-01 · 5 (1.2.1867) · p. Seite 39

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
5 (1.2.1867)
Date
1867-02-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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Berlmer vochmschnft fftr Jüdisch« A-gilrgmheit««. SS “- '־־ ' ' 1 fchneidungen von jedem sich dazu befähigt Glaubenden vorgenvmmen wurden und Eide dem UsuS gemäß, von einem der Ge« meindebeglaubigten abgenommen werden mußten. ES konnte auch ein Rabbiner damaliger Zeit dadurch Muße gewinnen seiner Amts« Verpflichtung in Wahrheit und in ihrem ganzen Umfange getreulich nachzukommen und die Frage? הורה מאי תהא עליה, war damals eine noch unbekannte. — In gewöhnlichen'Fällrn war also Ein fun« girender Rabbiner genügend und in außerordentlichen, oder wo gesetzlich mehr als einer zu Rathe gezogen werden mußte, wurden befähigte Personen aus der Gemeinde hinzugezogen, die wie die Aeltesten und sonstigen Vorsteher alle 3 Jahre gewählt wurden und daher den Ehrennamen Dajan führten. Der bekannte Hertz auS Pillau, war unseres WiflenS der erste besoldete Dajan-in Berlin, r Ein solches unbesoldete» Dajan-Ehrenamt belleidete wie bereits oben erwähnt, Samuel' (Sanvil) Halberstadt^in Berlin, weshalb dessen Nachkommen bei Unterzeichnung ihre« Namen» 'ב׳ר׳ו׳ר hinzufügten, d. h. בן ר׳ ונוויל דיין — Er verstarb 1742 in Berlin; von dessen Kindern Joel, Benedit und Mardachai stammen die bekannten Berliner Familien: Bendemann, BerenS« dorf, Norrmann, Bamberger u. a. ab. Samuel (Sanvil) Halberstadt darf demnach we!der mit dem in לוחות העתת genannten Verfasser des am 10. Tabeth 1752 geschriebenen Briefes, Samuel in Hagenau, noch mit dem Strelitzer Rabbiner und spätern Lehrer zu Berlin, Samuel Sanvil Brandenburg (gestorben 1792) identifizirt werden. Die Seite 41 Anmerkung 2 ausgesprochene Behauptung des Hrn. Auerbach, wonach die Einweihung der zu Berliis in der Heidereutergasse Nr. 4j—5. gelegenen Synagoge im Anfänge des Jahres 1713 erfolgt sein soll, widerspricht allen vorhandenen authentischen׳ Nachrichten der Geschichte. Es ist vielmehr urkundlich festgestellt, daß der Grundstein zu diesem Gebäude am 3. Jjar 472 (1712) mit angemessener Feierlichkeit gelegt wurde. Die Zanksucht und gegenseitige Anfeindung der Partheien innerhalb der Gemeinde legten zwar dem bald darauf erfolgten Weiterbau nicht unbedeutende Hindernisse in den Weg und hätten denselben beipahe ganz in Frage gestellt; der Energie de« damaligen Vor« stände» gelang eS aber dennoch da» begonnene Werk fortzusetzen und bis zum Herbste des Jahres 1714 zu vollende». Der über dem Hauptportal der Synagoge befindliche BibelverS: ואחיי להב למקדש מעט כארצות אשר באו שמה לפי so wie ein anderer im nnern derselben über der Heiligen Lade: ואל הארון תתן אה הערת לפ׳ק dokumentiren als historische Thatsache die Vollendung des Baues im Jahve 1714. Der erste Gottesdienst in der Synagoge fand kurz vor dem Schluß des jüdischen Kalenderjahres 5474, am Sabbath vor Rosch Haschanah statt. Ein. Fragment einer bei dieser Gelegenheit von Hirsch Benjamin gehaltenen EinweihungSderaschäh hat sich ebetifalls noch erhalten und bezeugt ausdrücklich den gedachten Tag als denjenigen, an dem die Einweihung des Gotteshauses vorgenommen ward. Genanntes Fragment befindet sich in dem im Winter 1775 in Berlin er« schienenrn: פירוש הרי מבא ותוספות ריייד על ממפת קידושין Bl. 45 ff. Heber diese» Hirsch Benjamin, den Vater des spätern Berliner Rabbiner David FränkelS vgl. man übrigens das oben citirte ספר החיים und מעבר יבק: Grabschrift Nr. 47. S. 29. Ebenso ist die, Dermnthung Auerbachs (S. 187), daß die von ihm mitgetheilten Briefe Abraham Halberstadt« an einen Berliner. Freund Namen« R. Jirlnia, vielleicht an den RabbinatS« assessor Jinnia in Berlin geschrieben waren, als irrthümlich zu« rückzuweisen, da diese Briefe da» Datum 1770, 1774 und 1775 an der Stirne wagen, der RabbinatSaffeffor Jirmia aber berest» 1765 verstorben war. Dagegen erlaubet« wir ün» die vielleicht berechtigtere Bermuchung, daß genannte Briefe an Jinniah Levi in Berlin, einm Sohn de» Hamburger Dajan» Ephraim Levi, ge« richtet waren. Dieser Jirmiah Levi verstarb in Berlin 1788, war ein Großonkel der Frau Or. Zunz und dejüngst verstorbe« nen vr. Rubo in Berlin. Dgl. unsre מעבר יבק Anhang, Grab« schrift Nr. 47, S. 30. Durch obige Ausstellungen glauben wir unser auSgesproche« neS Urtheil. über vorliegendes Wprk, auf da» wir bei einer andern Gelegenheit zurückkommen werden, genügend begründet zu haben. Indem wir für jetzt unsre Betrachtung über dasselbe schließen, nehmen wir Veranlassung die von Herrn Auerbach gesammelten Nachrichten über den erwähnten Abraham Halberstadt durch die Mit« theilung zu ergänzen, daß sich dessen Grabdenkmal noch jetzt auf dem alten Berliner Friedhof befindet. Er starb (1782) .יו' ב' ד׳ אדר תקט׳ב Landshuth. _ r Büchertisch. Neu erschienen: Zolowicz, vr. H. Gfichichte der Juden in Königsberg i. Pr. Ein Britrag zur Sittengeschichte des preußischen Staate«. Posen 1887. gr. 8. ״ l Thlr. 10 Egr.^__ Bargt», 3• 3■ S. Sefer Tagbin, über coronularam. Paris 8. Levy, H. Der Staat ünd die Juden im Rorddentschrn Bunde. Liffa 1867.8. 6 Egr. Leopold, E. F. Lexicon hebraicnm et cbaidaicum. Alt ed. Leipzig 1867. 20 Egr. Nosenthat, F. Da« erste MaNabäerbnch; eine historische und sprachlich.trit. Studie. Lpzg. 1867. (Disscrt.) Hamburger, vr. I. Real.EncyclopLdie silr Bibel und Talmud. , Heft H. * Etrclitz 1867. Lex. 8. brach. 1 Thlr. - ' \- Vermischle». — Als Cnriosum wird uns folgendes mitgetheilt: Auf de» Stücken der neuen Russischen Silberpfandbriefe sind die Beträge , nicht nur in Russischer, Deutscher, Französischer und Englischer sondern auch ist Hebräischer Sprache mit Hebräischen Lettern ge« druckt. v * Da« Comite deS ״?alostins Exploration Found“ zu London hat beschlossen, im South Kensington Museum eine Aus« stellung von Gegenständen zu veranstalten, welche zur Kenntniß deS gelobten Landes beitragen und zur Illustration der Bibel dienen können. Unter anderen Dingen wird dort auch ein Mo« dell der Stiftshütte, des Salomonischen Tempels 11. s. w. zu se- Yen sein. — Der junge Mortara ^ist als Novize in San« Pietro in vinculis eingetreten. Derselbe ist nun erst 15 Jahre alt. — Unter den im vorjährigen Kriege gefallenen Oestreichern befanden sich 500 Juden. * In Warschau erscheint seit Anfang dieses Jahre« eine hebräische Zeitung im russenfreundliche» Sinne. — Petersburg. Herr Gurland ist an der kaiserlichen Universität als Professor (Magister) an der philosophische» Fa« cultät für semitische Sprachen ernannt worden. Herr Gurland wußte sich diese für einen Juden in Rußland höchst seltene Stelle durch sein Werk über diesen Zweig der Philologie zu verschassen. 1 (Hakarmel.) Berichtigung; In Nr. 4, ©. 27. Sp. 2 Z 1 v. unt. lies ״PöL. kergrschichtlich" st. ״volksgeschichtliche". S. 28 Sp. 2 Z. 22 v. oben, lieE ״psychologisch" st. ,physiologisch." \ י

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