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Die Gegenwart · 1867-01-25 · 4 (25.1.1867) · p. Seite 31

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
4 (25.1.1867)
Date
1867-01-25
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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9 31 . / Berliner Wochenschrift für Jüdische Angelegenheiten. zugänglich gewesenen Quellen von der Existenz eines Rabbiners Hajim in Merlin durchaus nichts berichten. Nichtjüdische Historikex, wie Beckmann, König u. A. wissen bkoS, daß ein Rabbiner dieses RamenS, oder wie sie denselben fälschlicher Weise nennen: Kaim, der bisher in der Reumark al» Rabbiner fungirte, durch eiue am 20. Mai 1672 ergangene kurfürstliche Verordnung zum Rabbiner aller in der ganzen Mark befindlichen Juden ernannt worden sei, erwähnen aber mit keinem Worte Neffen Uebcrsied« lung nach Berlin. Letztere ist aber auch auS einem anderen Grunde als nicht wahrscheinlich zu bettachten. Die Berliner Judenschaft hat nämlich von jeher daS Andenken ihrer verstorbenen Rabbiner pietätsvoll geehrt, und kommenden Generationen ihre letzte Ruhestätte durch einfache aber datier« hafte Grabdenkmäler gekennzeichnet. Kein einziger, her hier als wirklicher Rabbiner, Roschbethdin oder Dajan fungirte, entbehrt eines solchen Denkmals. Trotz der alles zerstörenden Zeit und der Einwirkung von Wind und Wetter, habe» sich diese Ehrendenkmäler bis jetzt erhalten, und bilden wie, ehedem, so noch heute, das Ziel so mancher frommer Wallfahrer, die an den Gräbern der in Gott ruhenden ehemaligen Lehrer der Gemeinde andächtige Gebete zum höchsten Wesen richten. ES müßte ein besondereS Fatum über dem Grabmal des ersten und ältesten Lokal- und Landrabbiners obgewaltet haben, wenn gerade ausschließlich bei demselben die Macht der Elemente und der Zeit sich geltend gemacht haben sollte, während andere und ältere Denksteine denselben Trotz boten. Es verdient ferner berücksichtigt zu werden, daß die sogenannten ״Kontrisse" "der hiesigen Hauptsynagoge sowie die der Filialen die bekannte» Formulare JiSkor und El Male Rachmim (אל מלא רחמים) enthalten, in denen die iu loco angestellt gewesenen Rabbiner namentlich erwähnt werden ohne Erwähnung eines Hajim, waS genügend darthnt, daß ein Rabbiner dieses Namens niemals hier vorhanden war. Auch zu der oben citirten Behauptung Auerbachs, wonach Hajim der Lehrer Abrahm Juda Berlins, deS späteren Rabbiners zu Hakberstadt und Amsterdam gewesen sein soll, fehlen alle und jede Belege; denn was die angeführten Approbationen betrifft, so erwähnen diese wiederum mit keinem Worte diesen Hajim, wohl aber daß der vermeintliche Schüler Abrahm in den genannten Gemeinden die Oberrabbinerstelle bekleidete. Auch in Bezug auf diesen Abraham Juda Berlin irrt Auerbach, wen» er denselben bald 1715, bald 1716 daS Amsterdamer Rabbinat antreten läßt (S. 33.); der besser unterrichtete Verfasser des'שארית ישראל (Fürth 1767, Fol. 95.6) läßt ihn erst am 11. Ab 1717 seinen Einzug in Amsterdam halten, wo er am 23. Adar 1730 verstarb (Mulder Grabschristen No. 4. S. 11.). UebrigenS nennt Abraham selber al-einen seinen Jugendlehrer den Rabbiner Ufiel in Kalisch, Vater de» obenge« nannten VsMsers vom Neser Hakodesch.*) Mehrereüber Abrah» Juda Berlin, einen geborenen Berliner, haben wir im Anhänge zu unserem eben erschienenen, מעבר יבק וספר החיים in der An« merkung zum Epitaph No. 54 S. 34 mitgetheilt. f Ferner berichtet Herr Auerbach (S. 24. Anmerk. 2.): Dem R. Hajim folgten bis Ende des 18. Jahrhunderts al- Rabbiner zu Berlin: Schmaja Beer, Jechiel Michels Aron MoseS Lebub, die RabbinatSverweser Mordechai Lissa und Jeremias Halberstadt, der Rabbiner Jacob Joscha von Krakau (Verfasser des Pene Jehoschua) Rabbiner David Fränkel; RabbinatSverweser Herz Pila und Aron aus dem Stamme Zebi .... und Joel Sachs ans Glogau; Rabbiner Hirsch Levin und RabbinatSverweser Maier Simon Weil." Dies Verzeichniß -ist aber weder vollständig noch hinsichtlich der, den genannten beigelegten Amtöcharaktere richtig. — Ungenau heißt es S. 33. von Jakob Joscha, daß derselbe, nachdem er einige Jahre in Berlin war, einem Rufe nach Frankfurt a. M. folgte; unsre-Wissens ging er von Berlin nach Metz, wohin ihn einige seiner Berliner Schüler begleiteten, und folgte erst später einem Rufe nach Frankfurt. — Daselbst behauptet Dr. Auerbach unter Hinweisung auf eine im משנת דר אליעזר verkommende Approba« tion Akiba Eger'S, daß derselbe sich GinSmann unterschrieb; allein daS dort befindliche גינומאן ist einfach als ein Druckfehler zu betrachten und müßte eigentlich נינז מאי^ש heißen. d. h. עקיבא גינו מא׳ייזנשטט, analog den anderen Unterschriften dieses Gelehrten. Weder Herr Wolff Eger, noch Herr Bleichrode, ersterer der Sohn, letzterer der neueste Biograph und ein Enkel Akiba EgcrS, beide von uns hierüber befragt, wollen die vorgebliche Unterschrift ״GinSmann" als authentisch anerkennen. LandShuth. , (Schluß folgt.) *) S. die Approbation daselbst: De« letzteren Sohn Usicl genannt, starb zu Berlin am 6. Nissan 1780. Briefkasten. 1 M. H. in M> vei vollem Woblsci», baldigen Brie(. — ve. (i. in P. 3n der nächsten Nummer. Vaeanzen-Liste. .Stelle. Brt. Adresse. Antritts)«!. Geholt. Besondere Bemerkungen. Lehrer. Köthen (Anhalt). Borst, d. iSraclit. Lnlt Gern. 1. April. Muß unvcrhcirathct sein und ein Lehrer. Schwerin a. d. Warthe. Schuloorst. Jos. Fricdländcr. Sos., cvcnt. 250 Thlr. «eminar besucht hgben. Bedeutende Nebeueiutiiufle. Lehrer. Schwerin a. d. Warthe. < Schulvorst. Jos. Friedländrr. l. April. Sof., event. 200 Thlr. Bedentendc Ncbeneinlmistc. ■ Lehrer, Lantor 11. Schächter. Storkow bei Berlin. Vorst, d. Svnag.-Gem. 1. April. I. April. ca. 300 Thlr. Lehrer, Lantor u. Schächter. Lehrer, Lantor u. Schächter. Burg b. Magdeburg. Budzyn Kr. Lhodiescn. Borst, d. Epnag.-Gem. Sofort. 160 Thlr. Fr. Wohnung und Nebenciiikünfte. Vorst. Levin Gumpert. Mai. 250 Thlr. ReligionS-Lehrer, Lantor und Mühlheim a. Rhein. Vorst. Meier Laheii. Sofort. ca. 400 Thlr. Muß talmudisch gebildet und streng Schächter. inel. Privatst. religiös sein. Religioub-Lehrcr, Lantor ünd Schächter. Religions-Lehrer, Lantor und Rimbach. K. Lindenftls Borst, der jüd. Gcm. 1. Februar. 550 fl. (Hegen). Beelitz bei Potsdam. Vorst. W. Markus. 1. Mai. 280—280 Soll deutsche Vorträge kalten Schächter. Religions-Lehrer, Lantor und Schächter. Döniitz ((Mecklenburg. Schwer.) Vorst. Joel Wolssenstein. Sos, event. Ostern. Thlr. 150 Thlr. fix. können. Fr. Wohnung, Miltagstisch und sonstige Neveneinkünstc. Hauslehrer. Halle a. d. Weser. B. Hallcnstcin. Ostern. 200 Thlr. Fr. Station. — Muß Reise einer Hochschule besitzen. >

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