Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1933
- Issue
- 1933
- Article
- Beilage zu Heft Nr. 21/22 Jahrg. 1933
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal additional
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4889559-5436043-5436073--333-4889870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Herrlicher Sabbat kehrte uns wieder, Tag du des Herrn, nimm unsern Dank. Die unter Tränen Saaten verstreuen, Garben in Jubel bringen sie dar. Laßt uns die Seelen dankbar Ihm weihen, Preist den Herrn. Halleluja! Glaube. Ich glaube dich, Gott. Ob in dem Kuß Du der liebenden Mutter, ob in dem Schweigen holdseliger Täler Du mir erscheinst, ich glaube Dich, Gott Ich glaube Dich, Gott, ob mir das friedliche Lächeln des Greises, ob mir das Stammeln hilfloser Kinder Dein Wort verkündet, ich glaube Dich, Gott, Ich glaube Dich, Gott, ob nur das Sehnen glutvoller Liebe, ob mir der Wcishcitsllug kühner Denker Hoheit des Menschen weist und Geheimnis, ich glaube Dich, Gott. Ich glaube Dich, Gott: in jeder Maschine, im Brausen der Töne, die Augen an Gräbern tränenstarr hangend, ich glaube Dich, Gott. Ich glaube Dich, Gott, mit allem Brennen urewiger Ahnen, mit aller Qual gemarterter Väter, mit allem Sturtnbraua lodernder Jugend, — so glaub ich Dich, Gott. Benno Gottschalk. ' Einige Gedanken und Anregungen zum Gottesdienst Der Feiertagsmonat ist vorüber. Die Eindrücke eines vielfältigen gottesdienstlichen Erlebnisses beginnen sich zu ordnen, da ist es mir ein willkommener Anlaß, für die ..Gemeinschaft", die den Gottesdienst als eine zentrale Aufgabe ihrer Arbeit erkannt und bewährt hat, einige Anregungen niederzuschreiben, die mir gerade die Erlebnisse dieses Jahres mit erneuter Stärke gegeben haben. Zunächst einmal muß mit aller Schärfe und Eindringlichkeit betont werden, daß «lern Versuch, der auch vielfach in den Reihen liberaler Juden gemacht wird, den Gottesdienst zugunsten der sozialen Hilfsaktion zu bagatellisieren, entschieden entgegenzutreten ist. Der Gottesdienst sowohl als Versenkung des Einzelnen in Gott, wie vor allem in seiner Gemeinschaftsaufgabe, ist kaum je so tiefbedeutsam gewesen wie jetzt Das Bedürfnis des Menschen, auszuruhen, sich vom Alltag in Überzeitliches zu flüchten, Anlehnung zu linden bei der Gemeinde, mit ihr gemeinschaftlich zu bekennen und zu beten, ist in einer Notzeit wie der jetzigen eine doppelt notwendige Stärkung des Herzens und des Gemeinschaftssinnes. Prüft man aber, ob der Gottesdienst heute diesen Aufgaben gerecht wird, so kann man leider kein uneingeschränktes Ja H