Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1933
- Issue
- 1933
- Article
- Beilage zu Heft Nr. 21/22 Jahrg. 1933
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 15)
- Language
- German
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Gebeten, der Vorlesung der Thora und der Propheten, wobei die erste, selbst in der Rcformgcmcindc. zunächst hebräisch verlesen wird. Viel Neues wird man in dieser Hinsicht nicht schaffen können, nur betonen müssen, daß man gerade die Muttersprache benutzen sollte, um größtmögliche Abwechslung in der Liturgie zu bewirken. Das „Einheitsgebetbuch4' hat mit seinem deutschen Anhang den Alifang dazu gemacht. Man sollte aber diesen Anhang ständig vermehren. Als Beitrag dazu widme ich der „Liberalen Synagoge Norden" zu ihrem Jubiläum die nachstehenden Stücke: S a b b a t. So übten wirs. wenn Sabbat kam und Dunkel alle Räume tränkte: stumm, erdentbunden, weltgelöstj lauschten wir frommem Weihesang, den keusche Kerzen wundersam, gotttrunken in den Himmel strömten. Doch einst, ein W under, grenzenlos: Lichtmeere schießen zu uns her wie ausgegossene Gottesfeuer, Urväterantlitz winkt uns zik_ und des Messias' Krone leuchtet, ein knien güldner Zukunft, auf. Da plötzlich, horch, ein Davidpsalter, harft Sphärenweise, cngelzart: „Alle Seelen, dunkelschleppend, alle Seelen, licht durchjubelt, schlingen heiige Bruderkette stolzer, freier Juden söhne. Ewigstarke, Nicho'icgtc. schreiten wir durch alle Lande: Priester alle, gottbeladen, dreimal hei Ige Weihe spendend allen Starken, allen Müden: Segen, Leuchten. Himmelsfrieden."' — Also tönt es und verhallt Lichtmccr schießt in neues Dunkel, meine Seele aber weint Doch ihr Schluchzen war ein Lachen. Überseligei Juden jauchten, war ein Muttcrarmebreiten. war ein sehnendes Umfangen, ach. der letzten Menschenseele, war ein Beten, war ein Klingen, heilig, frohes Sabbatsingen: "A 1 1 e n Starken, alle n Müden werde Segen, Leuchten*, I iieden.'* (i e m e i n d e I i e d für den Sabbat (Melodie: Sehn liammaalaus). Heiliger Sabbat, sei uns ge-grüBct. Fröhlich jauchzt dir jedes Herz Sabbatwonne hold versüßet Lebenspein und Lebensschmerz. Preiset den Schöpfer, fromm, in Entzücken. Sabbatzauber, himmlische Lust, Will uns der F.rdc Sorgen entrücken. Liebe zum Vater füllt unsre Brust. SegCd der Ahnen, fühlt ihr ihn wehen? Göttlicher Friede lächelt uns zu. Fragt zum Allgütigen kindliches Flehen. Fühlet die köstliche Sabbatruh! Jubelt und jauchzt drum, schallet ihr Lieder, Singet und spielet Lobgesang. 17