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Die Gemeinschaft · 1933-01-01 · 1933 · p. Seite 13

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1933
Issue
1933
Article
Beilage zu Heft Nr. 21/22 Jahrg. 1933
Date
1933-01-01
Page
Seite 13 (sequence 11)
Language
German
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Wir fassen zusammen, was dem Rationalismus im Judcntume immer die Oberhand über Irrationalismus geben müsse, dessen Überbetonung uns heute wieder in soviel Wirrnisse verstrickt hat. Einmal: Judentum will nicht nur erweck- und erlebbar sein, sondern lehrbar. den Sinnen und Vcrstandcskräftcn zugänglich: ..Erkenne es heute und führe es zu deinem Gemüte". Zum andern: Judentum will sich nicht von allgemeiner Kultur, von Fortschritt und Aufklärung trennen, am wenigsten von Humanität und Kthik. Seine Forderungen entsprechen dem kategorischen Imperativ des Sollens und jenen Hochgedanken, die vornehmlich d e r deutsche Idealismus (etwa von 17.">l>—IN.'JII) in klassischer W eise vertreten hat. und die uns lür die Entwicklung der Gesellschaft in Staat. Volk und Menschheil unentbehrlich erscheinen. Und schließlich: Judentum erkennt das Göttliche in jeder Seele, jedem Glauben und Bekenntnisse an. wofern nur das Gute als das Gottgewollte nichl verleugnet wird. Für die Ausbreitung seines Reiches auf Erden wird Gott schon Wege finden: als einer seiner Wegbereiter wird sich das Judentum stets aufgerufen und und geadelt wissen. S Samuel. Das Hebräische als Gebetsprache In der Zeit, als der SynagOgcngoUCsdicnsl entstand, war das Hebräische nicht mehr die Umgangssprache des jüdischen Volkes, es redete im täglichen Verkehr aramäisch. Hie Synagoge aber folgte dem Tempel in |crusalcm. wo alli Anordnungen und Stichworte in hebräischer Sprache gegeben wurden, sie wählte die Sprache des Heiligtums, Leschon hakodesch, zu ihrer Sprache Darin wird sie bestärkt haben, daß das auc h die Sprache der biblischen Sänger, dei klassischen Beter, war. Es gab auch (lebete in der aramäischen Umgangssprache eines von .ihnen, «las Kaddisch, ist zu hohen Ehren gekommen, ein Eckstein der ganzen Liturgie geworden. Im allgemeinen aber ist die Sprache des Gebets die hebräisc he geblieben, obwohl clie Mischna ■ ausdrücklich bestimmt, dafi das Schema und die Tcfdla in jedei Sprache gesprochen werden können, und keineswegs die später belieble Ein« ichrankung hinzufügt, daß es sic h hier nur um das Privatgebet und nicht um den öffentlichen Gottesdienst handelt. Von hellenistischen Juden steht lest, daß sie auch clas Haoptgchcl in griechischer Sprache gesprochen haben. Später, als clie Umgangssprachen der Juden wechselten, sind wohl einzelne Stücke in arabischer, griechischer oder einer anderen europäischen Sprache in das Gebetbuch gekommen, aber das änderte nichts an dem Gesamteharakter des Gottesdienstes, der hebräisch blieb Die über die ganze Welt zerstreute Judenheil hatte hierin etwas Gemeinsames, der Gottesdienst bildete, seinem Inhalt und seiner Sprache I »

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