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Die Gemeinschaft · 1933-01-01 · 1933 · p. Seite 6

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1933
Issue
1933
Article
Beilage zu Heft Nr. 21/22 Jahrg. 1933
Date
1933-01-01
Page
Seite 6 (sequence 4)
Language
German
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„Gemeinschaft" schaffen konnte, worin die unbestrittene Stärke der Orthodoxie liegt. Es hat auch hier — fast mutet es wie eine Weisung der Vorsehung an — der modernen, wenn auch unwissenschaftlichen Unterscheidung in „Arier und Nichtarier" bedurft (auch wenn das Judentum nicht auf dem Standpunkt der neuzeitlichen Rassentheorie steht, und man dem Judentum mit dieser negativen Kennzeichnung durchaus nicht gerecht wird), um der vom Liberalismus als belanglos erklärten Tatsache der Abstammung wieder ihren Sinn zu geben. Ihrem Ursprung und ihrem Auftrage in der Welt gemäß bilden die Juden eine partikuläre Gemeinschaft, die weder ein „politisches Volk" ist, wie dies der Zionismus will, noch eine ..Konfession", wie dies der Liberalismus vermeint, sondern ein Gebilde sui generis ..Glaubensvolk". ..Gottesvolk", wie dies die Orthodoxie theoretisch und praktisch richtiger als der Liberalismus erfaßt hat. Gott will nicht die aus dem falsch verstandenen Individualismus geborene Assimilation, sondern die schöpferische Einsamkeit, weil nur durch die Kraft des Partikularismus die jüdische Gemeinschaft der Schöpfer, der Träger und Bewahrer der größten, erhabensten und universellen Ideen der Religion ist, die je der Welt geschenkt worden sind, wie sie vom Sinai und den Tagen der Profeten her den Juden zur ewigen Hut anvertraut worden sind und für deren Durchbruch in der Welt der „Gottesknecht" auf unendlich verschlungenen Wegen gehen und sein großes ewiges Leid" um des Himmels willen leiden muß. Dadurch erfährt auch der liberale Begriff von der „M i s - s i o n" des Judentums eine Abwandlung, der die Mission fast mit Assimilation und gewissen Auffassungen von der Emanzipation gleichsetzt. Erscheint es doch geradezu sinnlos und anmaßend, wenn ein substanzloses Judentum eine Mission für sich in Anspruch nimmt. Der Individualimus des neuzeitlichen religiös liberalen Judentums wird darum in Zukunft in das rechte Verhältnis zu einem neu zu fundierenden Kollektivismus gesetzt werden müssen, und auch hier wird das Neue in der alten synthetischen Kraft des Judentums zu finden sein. Aus solcher theoretischen Besinnung ergibt sich die Grundlage für eine neue planmäßige praktische Arbeit in Unterricht und Gottesdienst. Erst in der Gegenwart ist das Problem jüdischer Erziehung wirklich akut geworden. Der Lehrer selbst und auch die Eltern müssen eine konkrete Antwort besitzen auf die Frage, nach welchem Bilde der junge Jude zu erziehen ist. Die vertiefte jüdische Erziehung, sei es in den alten oder neu entstehenden jüdischen Profanschulen, sei es im Religionsunterricht der höheren Schulen oder in den auszubauenden speziellen Religionsschulen - muß ein klares Erziehungsziel vor Augen haben. Der neue Bilo

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