Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1930
- Issue
- 19/20 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- Seite 16 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelne,, sondern mir di Gemeinde den Hund mit Gott schließt. — Das Erhabene ganz zu erfassen und zu erleben sind wir zu klein, wir können es noch bewundern. Das nützt nichts. — aber das Gewöhnliche und Gewohnte ungewöhnlich und unge« wohnt werden zu lassen, dazu sind wir allesamt noch Mensch genug. Dann aln-r. wenn wir selbst nicht nur darum beten, sondern daran arbeiten. — ist Glaube und Religion nicht Opium für's Völle, nicht Narkotikum der Armen. Besitzlosen und Beladenen. sondern Antrieb. Ethos der Selbständigen und Selbsttätigen — loh weiß darüber nicht viel zu schreiben und fürchte immer di; bösen Beispiele: Leicht kommt es dazu, daß man mit viel Wissen über Religion spricht, ohne doch viel Leb-n da.01 zu beizet, etwa, wenn man Versammlungen un 1 Tagungen ihr zu Ehren abhält und dabei die Erfüllung ein» fachster Pflichten vergißt, wenn man der Gemeinde des Lebendigen die Gemeinde des Ewigen opfert, in Form und Inhalt, und etwa modern;- Philosophen zu Propheten des Glaubens stempelt und wie viele Beispiele wissen wir nicht dafür! Man mag dazu im einzelnen stehen, wie man will, — werden sie aber im Namen der Religion und von ihren Hütern getan; gibt es nur ein Urteil darüber. Das ist nicht Furcht und Ehrfurcht vor der Macht, die umso stärker für uns wird, je nackter wir ihr gegenüber s ehen. Nein, das allerdings ist Opium für das Volk, ist Wasser auf die Mühle aller Verächter der Religion. Darum, geben wir lieber darauf acht und auf unser eigen Leben, wo wir es für und für verantworten aL auf die Religion und ..... Mit bestem Gruß Ihr ergebener . Martin Goldner. Jugend und Gottesdienst. Von Eriut Movbacher. Ks war sicher-ejn Kehler der Emanzipationsbewegung« daß sich mit ihr eine Einengung des Religionsbegriffes ver« band. Religion Bindung muß den ganzen Menschen erfassen, si>- darf nicht Angelegenheit bestimmter Stunden bleiben. Un« ter den Vorwürfen, die dein Liberalismus des 19. Jahrhunderts ge:i!.u In wurden, ist sicher der am berechtigsten. der da sagt. dal> das Judentum zu einer Sabbat: bzw. Sonntagsangelegenheit wurde. Dir Gottesdienstreform, die einen Großteil der liberalen Bestrebungen in Anspruch nahm, hat wohl manch einen dem Gottesdienst erhalten; die Wirkung der reformierten Gut« tesdienste auf di Gesinnung und Haltung der Nienschen war 16