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Die Gemeinschaft · 1930-04-11 · 19/20 (11.4.1930) · p. Seite 14

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1930
Issue
19/20 (11.4.1930)
Date
1930-04-11
Page
Seite 14 (sequence 12)
Language
German
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gendbewcgung solche Versuche wiederholtf) und gesteht es sich. — wo sie ganz ehrlich ist, — selbst ein: was wir da als Religiöses zu erleben meinten, war im Grunde nur ein Ge» mcinschaftserlebhis. So erklärt sie ihre Versuche, neue religiöse Formen aus sich heraus zu schaffen, für ünbefriedi< gend, und es scheint so, als warte sie nun einmal eine Zeitspanne ab. ob aus erneuerter Grundlage auch neue Symbole hervorge« hen werden; oder ob sie den Weg der Anderen wird gehen müssen, den Weg, der sie von der Religion fortführt. — Denn ihr religiöses Gefühl, ihre Sehnsucht allein geben ihr keine Gewißheit über das, was die Anderen „Religion" nennen. Früher glaubte man. durch ..Wissen", zur Religion zu gelangen; (wie* viele von uns sind diesen Weg gegangen!^ im gemeinsamen Bibellesen. Hcbräisch=Lemen, Beschäftigung mit jüdischer Ge* schichte wird es auch heute immer wieder unternommen. Die neue Generation verwirft auch diese Methode, denn sie bringt ihr nur Wissen, aber nicht Glauben Mit den ,,Ideen" der jü« (tischen Religion, die der J.ieberalismus seinen Anhängern wieder u nd wieder predigte, gewinnen wir diese Jugend auch nicht mehr zurück. Sie ist zu sehr von dieser heutigen Welt, um sich nicht ein greifbares, um nicht zu sagen „praktisches" Ziel zu wünschen. (Mit heimlichem Neid sieht hierbei die liberale Jugend immerwieder auf den Zionismus, der mit diesem ,,praktischen" Ziel der Jugend entgegenkommt, und der es darum so leicht hat, sie zu gewinnen!) Darum „stürzt" sie sich zunächst in praktische, — und doch höhere, — Aufgaben. Sozial zu sein scheint ihr höchste Tugend und damit oft auch — Religion Sie will nicht kirchlich sein, sondern sozial; sie will keine Theologie, sondern Humanität. Bleibt diese Jugend auch oft den religiösen Veranstaltung gen der Allgemeinheit fern, so glaube man doch nicht, daß sie der Religion verloren ist! Hier liegt vielleicht die beste Hoffnung für die Zukunft unserer Religion. Man lasse sie ein* mal eine Zeitlang ohne „neue Formen" und .,alte Grund» sätze"! Unmittelbarer als Grundsätze wirkt noch immer auf jede Jugend, - heute wie einst, — eine lebendige Gestalt; am unerbittlichsten wird sie noch immer erfaßt — und beeinflußt von einem echten religiösen leben, das ihr vorgelebt wird. Die klarste tinsicht in die Quellen der füdischen Religion führt ihr nicht so viele jugendliche Seelen zu wie das Opfer eines ganzen Lebens in ihrem Dienste. Wir haben es in Franz Rosenzweig erlebt. Die jüdische Jugend ahnt durch seinen Dienst mehr von der Größe der jüdischen Religion, als sie zuvor „gelernt" liat. Ein Brief von Martin Goldner. Sehr geehrter Herr Falkenbcrg! Sie haben mich aufgefordert, für Ihre Blätter einiges zu dem Thema „Der Glaube der Jugend" niederzuschreiben, ich habe Ihnen meine Bedenken dagegen geäußert. Sie bestanden M

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