Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1928
- Issue
- 15 (7.12.1928)
- Date
- 1928-12-07
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Rund 2000 Personen, die sonst «K-ni Gottesdienst fern^eblieben wären oder an einem ihrem Empfinden nichl entsprechenden Gottesdienst hätten teilnehmen müsseh, fanden Gelegenheit zur Sammlung und Erbauung. Der Gottesdienst hinterließ bei allen Teilnehmern den tiefsten Kindruck und erweckte den Wunsch, daß er in gleicher Weise, auch in den kommenden Jahren abgehalten wird. Wir haben aber nicht nur im Gottesdienst zu wirken versucht, sondern auch den Gedanken der Kehilla in unsere Kreis;- getragen. Der erste Gemeindeabend, der am >o. Oktober d. js. in den Räumen der Löge Kleiststraße stattfand, hat gezeigt, daß der Gedanke der Gemeinschaft, der in der Großgemeindc leider nicht genügende Pflege findet oder vielleicht nicht finden "kann, durc h die Bildung kleinerer Gemeinden gefördert werden muß; Mehr als 400 Personen waren erschienen, um die Zusammengehörigkeif zu dokumentieren und persönlichen Anschluß untereinander zu suchen und zu erhalten. In hervorragender Weise inii; da/u der Vortrug des Herrn Rabbiher Dr. Salomonski über „die innere Krisis des heutigen jüdischen Menschen" bei, in dem er die innere Not des Juden von heute zu analysieren suchte, um d;i> Streben nach einer Neugestaltung des jüdischen Lebens den Zuhörern verständlich zu machen. Gesangvorträge von Leo Gollanin, Hanns John und des Syna* gogenchörs rahmten den Abend ein. Im Laufe des Winters werden noch andere (iemeindeäbende folgen, in denen brennende Fragen unserer Gemeinschaft erörtert werden sollet). Vt M.» O«*. Liberale Synagoge Westend Lcistikowstr. 7 (Schulaula) troffnun gsgottesdienst. — Als ob eine höhere Fügung es herbeigeführt hätte, fand am Sabbat „Wajeze" — 23. November »I. J. am gleichen S.ibb.n. an dem vor fünf Jahren die Liberale Synagoge Norden und vor einem Jahr die Liberale Synagoge Wilmersdorf ihren Eröffnungsgottesdienst halten durften, der erste öffentliche Gottesdienst der Liberalen Synagoge Westend in der Aula der Schule Lcistikowstraße 7 statt. Es erweist sich immer wieder, wieviel Resonanz der religiöse Liberalismus hat. wenn nur versucht wird, zum Herzen derer zu sprechen, die heute noch schweigen und harren, und sie seelisch ZU befreien; wie falsch und irreführend das Wort von den Offizieren des Liberalismus ist, die ohne Soldaten dastehen. Hier, ebenso wie in anderen Stadl Hebenden, zei^t "üs~ sich, wie lehjehdig clas religiöse und gottesdienstliche Iledürfnis unter liberalen Menschen ist. wie es nur dessen harrt, der wahrhaft ruft. .Mehr als 330 Mensc hen waren trotz des starken Unwetters zum F.röffnungsgottesdienst erschienen, und die Weihestim- 15