Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1928
- Issue
- 15 (7.12.1928)
- Date
- 1928-12-07
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4889559-5436037-5436069--276-4889792- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Selm 1× ep/1045700
OCR text
Aus unseren Gemeinden. Liberale Synagoge Norden. Schönhauser Allee 162 (Auerbachsches Waisenhaus) Liberale Wcltkonfcrenz. Unsere letzte „Gemeinschaft" wurde als Festnummer aus Anlaß der Tagung des Welcyerbandcs für religiös liberales Judentum (im September d. J.') herausgegeben. Von dem glänzenden Verlauf der Tagung, der Fülle der Probleme, die ehürtert wurden* den Anregungen, die der Kongreß gebra« ht hat, ist ausführlich in der gesamten jüdischen Presse berichtet worden. Wenn der Erfolg einer Tagung', wie e* oft geschieht, nach dem Maß der gefaßten Beschlüsse und Thesen bewertet würde, so konnte man das Ergebnis der Weltkonferenz als negativ bezeichnen. Aber das ist gut so! Durch Beschlüsse, Resolutionen. Aufstellung von Grundsätzen und Richtlinien i-t Religion, ist religiöses Leben weder zu stützen noch zu s< baffen, (iiin/ bestimmt nicht liberales Judentum. Worin aber bestellt das Positive, der Erfolg, die Bedeutung der lagung? Klar und deutlich zeigte es sich, »lab die liberale, judenheil nicht negiert, daß das Verneinen, «las Abstreichen und Abstreifen, das Ab lehnen nicht Inhalt und Aufgabe der religiös liberalen |udis, heu Menschen ist. Die liberale Judenheit ist — gleich dem liberalen Gedanken lebendig geworden; baut auf. ist sj, h ihre$ Mission unter den Juden, in der Welt bewußt gewordeil, hat zielbewußte Führer, hat opferwillige Menschen, begeisterte Jugend. Und nicht zuletzt: Man liat endlich Schluß gemacht mit der Idee eines Provisoriums im Judentum, das last 20OQ Jahre im religiösen Leben der Gemeinde und Familie angedauert und es beeinflußt hat. Nicht in der Vergangenheit stecken bleiben, noch weniger sie zurücksehen, der Gegenwart und ihren Menschen, ihrem Wissen und Leben, ihrem Selm n und Hoffen, aber auch ihren Nöten will das liberale Juden, tum gerecht werden. Dies aufgezeigt zu haben, das ausge- -«prochen und dadurch Glauben und Vertrauen zur Mission des liberalen Judentums gestärkt zu haben, isj die Bedeutung, der Krfol«; der Wcltkonfcrenz.. Feslfjnttesdicnst. In unserer Liberalen Synagoge Nordet] wurde .uis \nlaß der Tagung ein Ftstgotttsdlenst am Freitagabend (17. Aug.) veranstaltet, der den Gästen ein Bild unseres Freitagabend- Gottesdienstes k«'''*'" sollte. Nach einer Begrüßungsansprache unseres Rabbiners Dr. Salomonski hielt Professor Morgenstern, Cincinati in englischer Sprache die Festpredigt, die unmittelbar danach von Professor Friedländer in stitnmungsvollci Weise ins Deutsche übertrafen wurde. Xu eng war dei Kaum für 11