Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1928
- Issue
- 15 (7.12.1928)
- Date
- 1928-12-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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friediii hkeil /ur Makkabäerzeil die judenheil viel härter bedrängt haben, als äußere Feinde es vermochten und heute vermögen.. Darum sind Mendelssohns Worte sehr wertvolle Worte. Jüdischer Mali oder -ar Verachtung des Bruders KeRer> den Bruder sind die Vorboten des Untergangs. Wenn wir uns aber dulden und lieben und jene Kinigkeit bei aller Verschiedenheil erwecken, die in den überschätzenden Augen der anderen unsere Stärke und unseren Bestand bilden, dann werd.cn vsir .iu< h die Vorurteile der Gegner widerlegen. Viele, viele, die das Judentum verkennen, «irden es erkenne;) und bekennen, aber erst dann, wenn unier seiner Führung die WeltauffasMUig de- Dulden-, der Liehe und der Toleranz zum friedlichen Siege gelangt. Möge also unser Chahucka seihe alten und jungen Zierden -<i< h erhalten und die jüdisc hen Scharen zum Verzieh! aul den inneren Kampf vorbereiten! Mendelssohn* Worte sind vor dein Anbruch des Jahres, in dein wir der zweihundertsten Wiederkehr seiner Geburt gedenken, ein etiles Geleit zu solchen Vorsätzen und Taten. Freitagabend bei Moses Mendelssohn. Berichte! ton )o«chim Heinrich Ctmpe in Breuruchweig. Es war ein Freitag am Nachmittage, als wir mit Berliner Gelehrten bei Mendelssohn zum Besuche waren und mit Kaffee etc. bewirtet wurden. M., immer der freundliche Gesellschafter und feine Hauswirt, stand etwa eine volle Stunde vor Sonnenuntergang von seinem Sitze auf, trat auf uns zu und sagte: „Meine Damen und Herren! Ich gehe nur in mein Nebenzimmer, um meinen Sabbat zu empfangen, und bin dann gleich wieder in Ihrer Mitte; unterdes wird meine Frau Ihre Gegenwart um so mehr genießen." Mit einem unnennbaren heiligen Gefühle begleiteten unsere Blicke den liebenswürdigen Philosophen in seine Andachts-Stube, von wo er nach einer halben Stunde mit derselben Freundlichkeit zu uns zurückkehrte. Indem er sich niedersetzte, sagte er zu seiner Frau: „Jetzt bin ich wieder in meinem Amte, und ich will es nun auch einmal versucht n, an deiner Stelle die Honneurs zu machen, da dich Geschäfte abrufen; unsere Freunde werden entschuldigen." Die brave Hausfrau, streng religiös, empfahl sich, ging zur Familie, weihete den Sabbat durch Lichteranzünden ein und kam erst spät wieder in die Gesellschaft. Wir blieben noch tinige Stunden beisammen. (dm Hei. em«on: Moiei Mendel«\ohn S. ti) 6