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Die Gemeinschaft · 1928-08-18 · 13-14 (18.8.1928) · p. Seite 21

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1928
Issue
13-14 (18.8.1928)
Date
1928-08-18
Page
Seite 21 (sequence 20)
Language
German
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Gemeindeabende. Von Rabb. Dr. Oottichalk, Frankfurt k M Die Winterarbeit steht bevor. Und schon verkünden auch die liberalen Vereine und Gruppen ihre Programme. Aber nur in den Ankündigungen des Berliner „Nordens" und der Berliner „Reform" findet sich immer wieder das Wort „Gemeindeabend". Sollten aber nicht alle dazu Ubergehen, diese Institution als wesentlichen Programmpunkt ihrer Arbeit anzusehen und sie auszubauen? Sollten sie nicht begreifen, daß sie die Pflicht, haben, dem „Heimabend" der Jugend etwas Ahnliches an die Seite zu stellen?"^ Damit soll nicht gesagt sein, daß der „Gemeindeabend" des „Nordens" und der „Reform" alle Möglichkeiten der Institution erschöpft. Aber es ist ein guter Anfang, wenn dem Referat und der Diskussion ernster Gesang vorangeht und edelfröhliche Rezitation folgt Wollen wir aber weitere Möglichkeiten dieser Einrichtung entdecken, dann müssen wir an grundsätzlichen Bemerkungen die Notwendigkeiten aufzeigen, die zu ihr hinführen. Und wieder werden wir zunächst auf den lebendig gewordenen Gemeinschaftsgedanken zu verweisen haben, der das religiöse Interesse in neuen Formen auffangen und festhalten möchte. Er will und soll es aber nicht mehr in bloßen Vorträgen mit oder ohne Diskussion, sondern auch der Gemeindeabend soll das Wort „ Aktivierung der Gemeinde* der Alten und Jungen, ganz gross auf seine Fahne schreiben. Er soll weiterhin bedenken, daß das vielbesprochene neue Gottesdienstinteresse der Jugend keineswegs nur ein Interesse dieser ist, daß in so vielen Erwachsenen ganz genau dasselbe Verlangen besteht und daß man neben der gut organisierten jüdischen „Gesellschaft", wie sie der bestehende Gottesdienst darstellt und immer weiter darstellen soll, die freier organisierte „Gemeinschaft" wünscht, die von Zeit und Schema unabhängig ist. Es wird immer die Menschen geben, die sich dort, und immer die anderen, die sich hier wohler fühlen. Denn immer werden die auf „Masse" eingestellten die vom „Persönlichen" Ergriffenen meiden. Und umgekehrt. Sodann ist hier mit ein Weg, um auf ernste und doch volkstümliche Weise die Gedanken, die Worte unserer eigenen Großen unter die Menge zu tragen. Vergessen wir nicht, daß das gesprochene und besprochene und "gemeinsam gelesene Wort unendlich mehr wirkt, als daß still für sich gelesene, vergessen wir vor allem nicht, daß ja für die Auffassung, die wir als Liberale von Religion haben, alles von dem Ueberspringen des Funkens abhängt, der in den Schöpfern der Worte lebte und heute noch in diesen Worten steckt. Dieser Funke ist uns die Hauptsache, er soll aus allen Palmen, allen Reden der Propheten, allen jüdischen Dichtungen, allen Berichten über heldisches Leben auf uns übergreifen. Sonst haben wir wohl Kenntnisse erhalten, 21

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