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Die Gemeinschaft · 1928-08-18 · 13-14 (18.8.1928) · p. Seite 18

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1928
Issue
13-14 (18.8.1928)
Date
1928-08-18
Page
Seite 18 (sequence 17)
Language
German
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Die Stellung des „Laien" im Gottesdienst. Von Rabbiner ür. Die nein ann. Odenbach a. M Im jüdischen Gottesdienst konnte einstmal-, jeder berufen werden, vor das Vorbeterpult zu treten und namens der Ge meindc zu beten. Jeder nicht schlechthin, sondern jeder, der die Fähigkeit bsiß, den Inhalt des überl.e.er en Gebete-* in freier Rede vorzutragen, aber im Grunde setzte man diese Fähigkeit bei jedermann voraus. In dem Maße, in dem sich schon in alter Zeit herausstellte, dab diese V oraussetzung nicht zutraf, verengerte sich der Kreis de/ zum Vorbeten Herangezogenen. Er erweiterte sich wieder, je mehr das Gebet fixiert vorlag und je mehr durch Vervielfältigung und Druck von Gebetbüchern die Vertrautheit mit dem Text stieg. Bis an die Si hwelle der allerneusten Zeit wurde so vielfach der Vorbeter dienst von Nichtbeamteten versehen, es besteht also im Judentum «ine Tradition des Laienrechts im Gottesdienst, sofern mau unter Laie den kundigen nichtberufsmäßig Ausübenden versteht und nicht jedermann. Je mehr unserem .Gottesdienst ein fest gefügter Kunstgesang zu eigen wird, je mehr mau aus ihm ein Abgerundetes. Schöngeformtes zu machen sich bemüht, desto mehr schwindet die Möglichkeit, den Laien zum \ orheten heranzuziehen. Sie besc hränkt sich, wo der Gottesdienst überwiesene! "hebräisch bleibt, auf diejenigen, die ein volles Verständnis des hebräischen Gebetes haben, und die Forderung ist aufzustellen, daß ein Maß der Kenntnisnahme erzieh wird, die es vielen ermöglicht, aN Vorbetende am Gottesdienst teilzunehmen, und daß eine Ordnung des Gottesdienstes gesc halfen wird, diees gestattet, daß gewisse Teile von Gliedern der Gemeinde an herausgehobenem Ort gesprochen wvrden. Denn es i^i das ideale Ziel, daß möglichst viele aktiv tätig sein können. \\d der Gottesdienst einen überwiegend-deutschen < harakter hat, wird di.- Möglichkeit, Gemeindemitglieder als ..Abgesandte der Gemeinde" beten zu lassen erweitert, sie ist in jedem l alle zu erstreben. Hier wie dort wird es eine Trage der technischen Gliederung, der Abwechslung derer, die Gebete vortragen und derer, die einen Kunstgesang zu h-itc-n haben. Wenn von der Stellung des Laien im Gottesdienst die. Rede ist. bleibt da» Hauptaugenmerk auf die Masse der /um Gebet Vereinigten gerichtet. Hier wäre nun als wesentlich zu sagen, daß di.- Laien auch als Gemeinde starker heranzuziehen, starker /u bewegen sind, als es in unserem Gottes dienst landläufig geschieht. Das stille Gebet, das einstmals ein wirkliches Gemeindegebet war. ist heute zumeist nur eine Pause. aL solche unerwünscht und nur Gelegenheit zu Dingen, diedem Zwec ke des Gottesdienstes widersprec hen. Zu fordern ist dieständige Bewegtheit der Gemeinde. Die hebräischen le ih des Gottesdienstes müssen uberwiegend responsori sehen ( harakter tragen Man elarl daran erinnern, daß auch der alte ts

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