Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1928
- Issue
- 12 (20.5.1928)
- Date
- 1928-05-20
- Page
- Seite 12-13 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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tli > Religiösen „hiagestoßen", sondern er hat sie im Inner» bewegt. I ns sind sie nicht so sehr Kinder Gottes, Unmündig-, Abhängige um Jeden Preis, uns sind sie vielmehr göttliche Kinder* Um sind sie. nicht so sehr Boten des Ewigen, Diener nur utyl . Beauftragte, uns sind sie noch viel mehr ewise Boten. Uns künden sie nicht so sehr die Herrlichkeit Gottes, sondern vielmehr göttliche Herrlichkeit. Indem wir aher das Judentum so auffassen, e.s aus einer Religion eine< überirdischen Gottes zu einer R.>- ligion in Gott freier, ülterirdischer Menschen unischaffen, haben wir sie. neu der Kultur erschlossen, sie wieder mitten in sje hineingestellt, haben wir den Kern dieser Relk'iön in ihrer Religiosität »eltier erlabt und die Oottesvorstellaag begriffen als das. was auch sie letzten Bades uns ist: eine Frage und Antwort der jeweiligen Zeit. Nun ist der neue Jude ganz frei, nun sind unsere Grenzen hinausgeschoben, nun_ umfaßt unser Kreis auch alle die. die nicht von'Gott, aher "in oder durch Gott die Rettung erwartea, d. h. nicht von oben, sondern von innen, die nicht danach fragen, ob Gott sie kennt, sondern nur danach, ob sie Gott schon kennen. So Freie aber und so Kulturreligiöse werden auch' die Frage des „Gesetzes" lösen, das für die Unfreien so wesentlich ist. Ja. auch sie kennen ein Gesetz, und sie lieben es und' möchten es nie. und nimmer missen: Das Gesetz, der innern Stimme zu folgen, denn das ist für sie eine göttliche Stimme. Und für dieses Gcsiiz suchen sie Formen, für dieses tiesetz wollen sie sie. Sie wollen Gemeinschaft mit all denen, die so ihr Judentum;uisprai:en wollen, sie müssen sie wollen, weil sie vor der Well damit ganz laut bezeugen, daß auch ihr Judentum, -In den tum ist. müssen sie wollen für ihre Kinder, mUssen sie wollen, um von Formen und Kultus dieser Art dann in das Leben hinauszusturmen und dieses Leben umzugestalten, im Sinne des Menschen, der frei ist in Gott. Schowuaus ist ein so beredtes Symbol — weil es eben keine Symbole hat, und doch ein Feiern, ein Knien vor dem Geist, ein Einatmen und Ausatmen göttlichen Odems... Religion und Kultur - Brhowüaus und blumengeschmttckte Tempel — vernehmet ihr das Jauchzen der Ewigkeit? Den .Jubel des Menschen, der frei ist in Gott? Lest die Jüdisch Organ der Vereinigung für da« liberale J Bestellungen nehmen alle Postämter entgegen. DIE Wochenzeitung d 12 Bericht über die Liberale Synagoge Norden. Das vergangene Jahr bedeutet einen wichtigen Abschnitt in der Entwickelung unserer Bewegung. Zu unserm Gottesdienst für Erwachsene, der seinen regelmäßigen Fortgang nahm, trat an den letzten hohen Feiertagen zum erstenmal ein Jugendgottesdienst. Dieser umfaßte — anders als bei den Jugendgottesdiensten der Hauptgemeinde — auch die Vorabende des Neujahr und des Jaum Kippur. Die Liturgie war wesentlich anders gestaltet als bei den bisherigen Jugendgottesdiensten der Gemeinde. Sie baute sich auf dem Gebetbuch der Neuen Synagoge auf; sie umfaßte die Gebetstücke des allgemeinen Gottesdienstes, die den Festgedanken zum Ausdruck bringen, aber dem kindlichen Verständnis und Gefühl nicht allzu fern liegen, die vielfach schon durch ihren musikalischen Gehalt als Leitmotiv des Festgedankens wirksam sind. Das Zurechtfinden im Gebetbuch wurde den Kindern durch eine gedruckte Gebetordnung erleichtert. Durchgeführt wurde der Grundsatz, die Gemeinde der Jugendlichen in viel größerem Umfange aktiv zu beteiligen. Jugendliche trugen Gebete und Psalmen (hebräisch und deutsch) vor, Ubernahmen die Tora- und Haftaravorlesung, übten alle gottesdienstlichen Funktionen aus, mit Ausnahme derjenigen, die naturgemäß dem Prediger und dem Kantor zufallen müssen. Der Verlauf der Gottesdienste zeigte, daß Auswahl und Anordnung richtig getroffen waren. Und wir haben die Freude und die Genugtuung, daß die von der Hauptgemeinde eingesetzte Kultuskommission zur Neuschaffung der Jugendgottesdienstagende unsere Gebetordnung zur Grundlage ihrer Arbeit gemacht und im wesentlichen ziemlich unverändert übernommen hat. Für verschiedene Sonder-Gottesdienste — Tischt» B'ab, Selichaustag, Purim, Einstimmungsfeier für Pessach, — wurden ebenfalls neue Liturgien aufgestellt. Freilich — und das sei ausdrücklich vermerkt — machte sich hier der Mangel eines geeigneten Gebetbuches bemerkbar. Für den Freitagabendgottesdienst liberale Zeitung tl e.V., Berlin SW 48, WllhelmstraQe 147 Bezugspreis vierteljahrlich Mk. 2 50 liberalen Judentums. 13